28.04.2017

Arterienverkalkung Arteriosklerose – Ursachen, die Sie vielleicht noch nicht kennen

Foto: ©iStock/william87

Cholesterin und Bewegungsmangel verengen die Gefäße und erhöhen das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Umwelt und Viren sind auch beteiligt.

Arteriosklerose ist unbestritten einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Und ein Lebensstil mit fettreicher Ernährung, also viel Fast Food und Convenience-Gerichten, sowie ständiges Sitzen, aber auch Rauchen, sind die häufigsten Ursachen der gefährlichen Gefäßengpässe. Sind die Gefäße verengt oder verstopft ein Blutgerinnsel (Thrombus) das Gefäß, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Grippeviren und Autoabgase verengen die Gefäße

Doch neue Studien wie die der Medizinischen Hochschule Hannover zeigen, dass neben Bewegungsmangel und schädlichen Cholesterin-Ablagerungen drei weitere Risikofaktoren einen großen Einfluss auf die Entstehung von Arteriosklerose haben:

  • Viruserkrankungen wie Grippe

  • Bakterien

  • Feinstaub aus belasteter Luft, wie an viel befahrenen Straßen und in Innenstädten

Diese neu entdeckten Risikofaktoren können eine Entzündung der Blutgefäße auslösen. Im Rahmen dieser Reaktion und dem Abheilen der Entzündung kommt es zu Zellabfällen, den so genannten Plaques und damit zu Arteriosklerose.

Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen mit der Grippeimpfung

Doch was bedeuten diese neuen Erkenntnisse für uns, was müssen wir tun, um unsere Blutgefäße zu schützen und Arteriosklerose zu verhindern? „Neben den bekannten, günstigen Lebensgewohnheiten wie gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sollte die Verhinderung und Bekämpfung von Infektionen als Prävention der gefährlichen Arterienverkalkung Beachtung finden. Zu nennen sind hier zum Beispiel die regelmäßige Grippeschutzimpfung und die Sanierung von chronischen Entzündungen“, empfiehlt Professor Dr. Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Arteriosklerose behandeln

Wer diese Empfehlungen befolgt, kann sogar bestehende Arteriosklerose wieder rückgängig machen – die Voraussetzung ist, dass sich die Gefäßerkrankung noch im Frühstadium befindet. Ist die Arterienverkalkung schon weit fortgeschritten und sind wichtige Blutgefäße bereits stark verengt, kann der Chirurg sie operativ wieder weiten (Ballondilatation, Stent) oder eine Umleitung (Bypass) verlegen. Ist die Halsschlagader verengt (Karotisstenose), erlauben ausgefeilte Techniken, das Gefäß zu öffnen und auszuschaben.

Arteriosklerose trifft nicht nur ältere Menschen

Genaue Zahlen über Arteriosklerose gibt es nicht. Denn oft entwickelt sich die Gefäßverkalkung langsam und bis erste Symptome wie etwa Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen eintreten, vergehen Jahrzehnte.

Vermutlich handelt es sich jedoch um eine echte Volkskrankheit, weil die Fälle von Krankheiten, die durch Arteriosklerose ausgelöst werden, seit Jahren steigen und auch immer mehr Menschen unter 50 Jahre betroffen sind. 353.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, wobei Arteriosklerose Risikofaktor Nummer eins ist.

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