27.04.2017 - 08:32

Gonarthrose Arthrose im Knie – Symptome und Therapie

Foto: ©iStock/Peopleimages

Vor allem Frauen haben ein hohes Risiko für Gonarthrose. Welche Anzeichen es gibt und was Sie über die Behandlung wissen sollten.

Eigentlich ist Gonarthrose ja „nur“ Gelenkverschleiß im Knie. Doch Kniegelenksarthrose bedeutet, dass der Knorpel im Gelenk abgenutzt ist – und das führt zu massiven Schmerzen. Ursache ist oft Fehlbelastung, etwa durch X- oder O-Beine. Vor allem jedoch spielt Übergewicht eine im wahrsten Sinne des Wortes gewichtige Rolle. Jedes Kilogramm zu viel überlastet die Kniegelenke und der Knorpel reibt sich ab.

Wird die Knorpelschicht um den Knochen immer dünner oder ist zum Schluss ganz verschwunden, wird der Gelenkspalt immer schmaler. Die Knochenflächen im Gelenk reiben aufeinander, der Knochen verändert sich.

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Auf diese Anzeichen müssen Sie achten

Hat Arthrose dieses Stadium erreicht, sind die Schmerzen massiv – nicht nur, wenn die Knie belastet sind, sondern auch in Ruhe. So weit sollten Sie es jedoch nicht kommen lassen. Achten Sie auf die ersten Anzeichen einer Gonarthrose, dann können die beginnenden Knorpelschäden oft noch gut behandelt werden oder das Fortschreiten der Arthrose wird wenigstens verzögert oder gestoppt.

Diese Symptome sind für Gonarthrose im Anfangsstadium typisch:

  • Knieschmerzen nach ungewohnten Bewegungen, etwa wenn Sie beim Aufräumen oder dem Umzug viel knien.
  • Morgensteife – beim Aufstehen sind die Kniegelenke etwas steif und funktionieren dann erst nach ein paar Schritten wieder normal.
  • Anlaufschmerzen – zu Beginn der Kniebewegungen, etwa beim längeren Treppensteigen, tut das Gelenk weh, dieser Schmerz nimmt durch die Bewegung jedoch ab und kehrt erst unter längerer Belastung zurück (Belastungsschmerz).

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Typische Anzeichen für Rheuma
Typische Anzeichen für Rheuma

Behandlung der Gonarthrose – bewährte und neue Therapien

Mit Röntgen und anderen bildgebenden Verfahren stellt der Arzt die Veränderungen im Kniegelenk fest und wie stark die Gonarthrose bereits fortgeschritten ist. Danach richtet sich die Behandlung.

Was Betroffene jedoch wissen sollten: Heilen lässt sich Arthrose nicht, allerdings gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und eine Verschlechterung abzubremsen.

Dazu gehören:

  • Regelmäßige Bewegung, die jedoch die Gelenke wenig belasten sollte, wie Schwimmen und Wandern in der Ebene.
  • Entlasten – bauen Sie Übergewicht ab, oft verschwinden allein schon dadurch die Knieschmerzen. Auch elastische Bandagen und weiche Schuhsohlen entlasten die Gelenke. Falls Fußfehlstellungen vorliegen empfehlen Mediziner entsprechende medizinische Einlagen.
  • Physikalische Therapien mit Fango und Wärme
  • Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen gegen die Schmerzen
  • Injektionen mit Kortison, etwa wenn sich das Kniegelenk auf Grund der Veränderungen zusätzlich entzündet hat (aktivierte Gonarthrose)
  • Injektionen mit Hyaluronsäure, um das Gelenk wieder gleitfähiger zu machen

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Diese Operationen helfen dem Kniegelenk

Daneben gibt es kleine Operationen, die im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt werden und die Kniegelenkfunktion wieder verbessern können. Dazu gehören

  • Gelenkspülungen mit Kochsalzlösung (Lavage), um Knorpelteilchen, die sich gelöst haben, zu entfernen
  • Knorpelglättung (Shaving) und Debridement, um raue Knorpeloberflächen zu glätten
  • Transplantation von Knorpelzellen. Diese werden aus einem gesunden Gelenk des Patienten entnommen, im Labor vermehrt und in das kranke Kniegelenk gesetzt, damit dort gesunder Knorpel nachwächst (autologe Chondrozytentransplantation, ACT).

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Stammzellen gegen Gonarthrose

Neu und erst im Erprobungstadium ist die Stammzelltherapie bei Gonarthrose. Dazu werden dem Patienten aus seinem Blutplasma Stammzellen entnommen, aufbereitet und in das kranken Gelenk gespritzt. Die Stammzellen sollen dort verschlissenen Knorpel wieder aufbauen und zu einer Regeneration des abgenutzten Gelenks führen.

Allerdings wird es noch ein paar Jahre dauern, bis diese Therapie anerkannt ist. Bis dahin gilt bei fortgeschrittener Gonarthrose nur der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese) als Mittel der Wahl. Dabei werden Teile des Kniegelenks oder das ganze Gelenk entfernt und durch eine Prothese aus Kunststoff, Metall und Keramik ersetzt.

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Arthrose im Kniegelenk ist besonders häufig

Kniegelenksarthrose ist die häufigste Form der Arthrose. Gonarthrose ist die Diagnose, die Orthopäden besonders oft stellen und zwar bei gut 14 Prozent der weiblichen und zwölf Prozent der männlichen Patienten, die wegen Schmerzen in die Praxis kommen, heißt es im Gesundheitsbericht des Bundes.

Je nachdem, welche Teile des Kniegelenks krankhaft verändert und abgenutzt sind, benutzt der Orthopäde verschiedene Begriffe:

  • Varusgonarthrose oder mediale Gonarthrose – hier ist die Innenseite des Gelenks abgenutzt, Ursache ist die Fehlstellung durch O-Beine.
  • Valgusgonarthrose oder laterale Gonarthrose – bedingt durch eine X-Stellung der Beine sind die Außenseiten des Kniegelenks überlastet und die Außenseiten des Kniegelenks verschlissen.
  • Pangonarthrose – dabei sind alle drei Teile des Kniegelenks betroffen. Denn jeweils zwischen Oberschenkelknochen, Kniescheibe und Schienbein gibt es im Knie eine Gelenkverbindung.

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