25.04.2017

Gefährlicher Durchfall Typhus – vor Reisen an die Impfung denken

Foto: ©iStock/Tonpicknick

Thypus grassiert in vielen Reiseländern und kann deshalb auch nach Deutschland eingeschleppt werden. Wann die Typhus-Impfung sinnvoll ist.

Typhus gibt es zwar in Deutschland kaum noch. Das Robert Koch Institut registriert weniger als 100 Fälle pro Jahr. Meist handelt es sich dabei um Fernreisende, die sich etwa in Indien oder Afrika mit der Krankheit angesteckt haben oder um Menschen, die aus diesen Ländern nach Deutschland eingewandert sind. Doch besiegt ist die lebensgefährliche Seuche noch lange nicht.

Weltweit erkranken jährlich rund 22 Millionen Menschen an Typus. Mangelt es an Hygiene und medizinischer Versorgung, kann die Infektionskrankheit tödlich verlaufen.

Doch was ist Typhus eigentlich? Die Ursache für die Krankheit sind Bakterien aus der Familie der Salmonellen, die Lebensmittelinfektionen auslösen. Das erklärt auch, warum Typhus mit schweren Durchfällen einhergeht. Die Auslöser sind Salmonella Typhi oder Salmonella Paratyphi.

Mit Typhus anstecken – hier lauert die größte Gefahr

Mit Typhus-Bakterien können Sie sich in Risikogebieten über das Wasser und über Lebensmittel anstecken, wenn diese durch Fäkalien verunreinigt sind. Bei Kontakt mit einem Typhus-Kranken ist direkte Infizierung möglich.

Wie bei anderen Salmonellen-Erkrankungen auch, scheiden die Infizierten auch noch Wochen nach der Krankheit die Bakterien aus, oder sogar ihr ganzen Leben lang. Zwei bis fünf Prozent aller Menschen, die Typhus hatten, sind sogenannte Dauerausscheider. Sie haben keine Symptome, bleiben aber lange Zeit ansteckend.

Typhus bedeutet schwerster Durchfall

Schon einen Tag nach der Ansteckung kann die Bakterieninfektion ausbrechen, doch die Ansteckungszeit kann je nach Bakterientyp auch bis zu drei Monate betragen. Fieber und Gliederschmerzen sind die ersten Symptome. Deshalb wird Typhus oft mit Grippe oder bei Tropenrückkehrern mit Malaria verwechselt. Nach dem Anfangsstadium treten schwere Durchfälle auf. Eine Blutuntersuchung kann die Typhus-Salmonellen nachweisen.

Typhus wird mit Antibiotika behandelt. Je früher die Medikamente verabreicht werden, umso größer ist die Chance, dass die Bakterien vollständig aus dem Körper verschwinden und es nicht zu Komplikationen wie Darmperforation, Herzmuskelentzündung oder Hirnhautentzündung kommt.

Nach überstandener Krankheit besteht für etwa ein Jahr lang Immunität gegen Typhus.

Typhus-Impfung, Impfstoff und Kosten

Um die schwere Krankheit nicht zu riskieren, wird Reisenden nach Asien, Südamerika und Nordafrika die Typhus-Impfung empfohlen. Sie ist als Schluckimpfung oder als Injektion möglich. Achtung: Die Typhus-Impfung sollte nicht parallel zur Malariaprophylaxe erfolgen, da sie sonst wirkungslos ist.

Die Impfung als Spritze schützt zu 55 bis 75 Prozent etwa zwei bis drei Jahre vor Typhus, die Schluckimpfung zu 40 bis 65 Prozent für ein Jahr. Weil der Impfschutz also nicht so stark ist, sollten Sie sich, wenn Sie in die oben genannten Länder reisen, trotzdem an die alte Tropenregel halten: „Peel it, cook it, or forget it!“ („Schäle es, koche es oder vergiss es!“)

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