06.04.2017

Pest bleibt gefährlich Pest – Übertragung und Symptome des „schwarzen Tods“

Foto: ©iStock/sumnersgraphicsinc

Immer noch sterben Menschen an der Pest – in Amerika, Asien und Afrika. Was Sie über Ansteckung und Anzeichen der Infektion wissen sollten.

Im Mittelalter überzog die Pest Europa und raffte große Teile der Bevölkerung dahin. Erst als Ende des 19. Jahrhunderts der Pest-Erreger, das Bakterium Yersinia pestis und bald darauf die ersten Antibiotika entdeckt wurden, verlor der „schwarze Tod“ seinen Schrecken. Diese Bezeichnung geht übrigens darauf zurück, dass sich Lippen und Haut der Erkrankten oft blauschwarz verfärbten.

Übertragung von Pest oft durch Flöhe

Doch die Pest ist immer noch nicht ganz verschwunden. In Teilen Amerikas, Asien und Afrika – wie zuletzt in Madagaskar – kommt es immer noch zu Ausbrüchen mit Toten. Die Pest wird häufig durch Flöhe übertragen, die sich mit dem Erreger durch Nagetiere wie Ratten, Mäuse, Eichhörnchen oder wilde Meerschweinchen infiziert haben.

Ansteckung durch Tröpfcheninfektion

Einerseits kann der Verzehr von infizierten Tieren zur Pest führen. In vielen Ländern der Erde werden beispielsweise Meerschweinchen gegessen.

Ist ein Mensch bereits an Pest erkrankt, ist er hoch ansteckend. Über die Luft, also durch Tröpfcheninfektion, breiten sich die Bakterien aus.

Symptome bei Pest

Wenige Tage nach der Ansteckung zeigen sich die ersten, grippeähnlichen Symptome mit Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost. Danach können sich zwei unterschiedliche Formen der Pest entwickeln: die häufige Beulenpest sowie die seltenere Lungenpest.

  • Die Anzeichen der Beulenpest: Die Lymphknoten schwellen in der Nähe des Flohbisses schmerzhaft an, etwa in Leiste, Achseln oder am Hals. Es bilden sich dadurch Beulen, dazu kommen Übelkeit und Erbrechen. Die Bakterien können eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Bis zu 20 Prozent der Patienten sterben, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird.

  • Symptome der Lungenpest: Brustschmerzen und Bluthusten sind die typischen Anzeichen. Die Hälfte der Patienten stirbt – sogar, wenn sie behandelt werden. Diese Form der Pest entsteht, wenn die Bakterien über die Luft in den Körper eingedrungen sind. Außerdem kann die Lungenpest in Zusammenhang mit der Beulenpest auftreten.

So schützen Sie sich vor Pest auf Reisen

Auch wenn Antibiotika gegen Beulenpest sehr gut wirken, bleibt die Pest und dabei vor allem die Lungenpest eine lebensgefährliche Krankheit. Allerdings ist das Risiko, sich auf Reisen in den Verbreitungsgebieten (Endemiegebieten) als Tourist mit Pest-Bakterien zu infizieren, relativ klein. Denn das größte Risiko geht von Nagern aus – mit denen Reisende kaum Kontakt haben.

Die WHO hat in den Endemiegebieten mit verschiedenen Maßnahmen versucht, den Erreger auszurotten. Dazu gehören etwa das Bekämpfen der Flöhe von Ratten und Mäusen mit Insektiziden – was größtenteils erfolgreich war. Wer sicher gehen möchte, sollte sich vor dem Reiseantritt in einem Zentrum für Reisemedizin erkundigen.

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