21.03.2017

Pankreatitis kann tödlich sein Bauchspeicheldrüsenentzündung – typisches Symptom Blähungen

Verdauungsstörungen nach fettem Essen können ein Anzeichen für eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung sein.

Foto: iStock/dolgachov

Verdauungsstörungen nach fettem Essen können ein Anzeichen für eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung sein.

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist lebensgefährlich. Auch die chronische Form schädigt Organe. Auf welche Anzeichen Sie achten sollten.

Wer denkt schon bei Verdauungsstörungen wie Übelkeit und Blähungen an eine Bauchspeicheldrüsenentzündung? Doch die Symptome dieser gefährlichen Krankheit werden häufig nicht richtig erkannt. Gefährlich ist die Entzündung der Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreatitis, deshalb, weil dabei nicht nur die Bauchspeicheldrüse zerstört, sondern in der Folge auch Lunge, Herz und Nieren geschädigt werden können – dann droht Lebensgefahr. Dieses Risiko besteht vor allem für die akute Form der Krankheit.

Symptome der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung

Zu den Anzeichen der Erkrankung zählen in dieser akuten Form:

  • Blähungen

  • Fieber

  • kolikartige Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken (gürtelförmig) ausstrahlen – die Schmerzen sind oft so stark, dass sich der Betroffene kaum noch auf den Beinen halten kann.

  • Übelkeit

  • Erbrechen

Diese Anzeichen kommen plötzlich und sind massiv. Ärztliche Behandlung ist sofort nötig, weil es sonst zu einem Schock und Multiorganversagen kommen kann.

Sollte der Gallengang ebenfalls betroffen sein, kann außerdem eine Gelbsucht entstehen, die an der gelbfärbung der Bindehäute sowie der Haut, sehr dunklem Urin und entfärbtem Stuhl erkennbar ist.

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung mit unauffälligen Anzeichen

Weniger dramatisch sind die Symptome der zweiten Form der Pankreatitis, der chronischen Entzündung. Bauchschmerzen treten immer mal wieder auf, sind jedoch nicht so stark wie bei der akuten Form. Mögliche Anzeichen:

  • Verdauungsstörungen nach fettreichem Essen, also etwa Pommes, Croissants, Mayonnaise.

  • Blähungen

  • Gewichtsverlust

Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickelt sich oft über Jahrzehnte. Sie ist zwar nicht plötzlich lebensbedrohend wie die akute Form, erhöht jedoch das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Auf Dauer kann die chronische Pankreatitis außerdem zu einem Verlust der Bauchspeicheldrüsenfunktion führen und damit zu Diabetes. Denn das Organ, das sich quer im Oberbauch befindet und rund 15 Zentimeter lang ist, produziert nicht nur Verdauungssekret mit vielen wichtigen Enzymen. Die Bauchspeicheldrüse bildet auch Hormone wie Insulin, das den Blutzuckerspiegel im Blut reguliert und zu hohe, schädliche Werte verhindert.

Ernährung und Lebensweise bei Pankreatitis

Ursache für die Erkrankung ist in vielen Fällen zu viel Alkohol, aber auch fettreiche Lebensmittel. Warum vor allem Alkohol bereits in kleineren, jedoch regelmäßigen Mengen die Bauchspeicheldrüse akut oder chronisch entzünden kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Fakt ist aber, dass bei manchen Menschen geringe Dosen ausreichen können.

Oft sind auch Gallensteine Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Wenn sie den Gallengang verstopfen, staut sich Galle und das führt dazu, dass sich auch im Bauchspeicheldrüsengang Verdauungssekret ansammelt. Es fließt in die Drüse zurück und verdaut dabei sozusagen das Organ.

Zusätzlich gelten als Risikofaktoren hohe Blutfettwerte, rheumatologische Erkrankungen, eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, bestimmte Infektionen mit Viren oder Bakterien und bestimmte Medikamente. Selten kann auch eine Verletzung, etwa ein harter Tritt in den Bauch, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.

Fasten als wichtigste Behandlung

Mit Blutwertkontrolle und Ultraschall lässt sich eine Pankreatitis meist rasch feststellen. Die akute Form wird in der Klinik behandelt – mit Schmerzmitteln, Fasten – auch Heilfasten – und Flüssigkeitszufuhr über einen Tropf. Haben die Beschwerden wie Schmerzen, Erbrechen und Übelkeit nachgelassen, kann nach einigen Tagen langsam wieder mit leicht verdaulichen und fettarmen Speisen begonnen werden. Halten Sie hier am besten Rücksprache mit Ihrem Arzt. Bei einer schweren Entzündung wird in der Regel aber eine künstliche Ernährung eingeleitet. Sind Gallensteine Ursache der Entzündung, werden diese entfernt.

Meist klingen die Beschwerden dann nach ein bis zwei Wochen ab. Dann wird langsam wieder Nahrung aufgebaut. Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung heilt in den meisten Fällen wieder vollständig aus. Alkoholverzicht ist jedoch unbedingt nötig – am besten auch auf lange Sicht, vor allem dann, wenn der Auslöser tatsächlich Alkohol war.

Das ist auch bei der chronischen Form die Grundvoraussetzung. Auf Alkohol, aber auch auf Nikotin sollte hier strikt verzichtet werden. Trotzdem heilt sie meistens nicht ganz aus, sondern schreitet langsam fort. Die Bauchspeicheldrüse bildet dann weniger Enzyme und Hormone als normal. Mit Tabletten lassen sich die fehlenden Stoffe ersetzen.

Nach langer Erkrankung, wenn also lange auf Nahrung verzichtet werden musste, verspüren Patienten oft kein richtiges Hungergefühl mehr. Eine Ernährungsberatung kann dann Abhilfe schaffen.

Bei den doch eher unspezifischen Symptomen der Bauchspeicheldrüsenentzündung können Sie sich aber auch beim Arzt auf Reizdarm testen lassen. Auch Darmkrebs-Untersuchungen sollten in Betracht gezogen werden. Denn die Krankheit verläuft anfangs schleichend und fast symptomlos. Treten die ersten Symptome auf, ist die Erkrankung oft schon fortgeschritten.

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