17.03.2017

Nicht erst auf Symptome warten Malaria – Prophylaxe mit Tabletten und neuer Impfstoff

Foto: ©iStock/littlehenrabi

Malaria kann noch nach Jahren immer wieder auftreten, Herz und Nerven schädigen. Vorbeugung ist deshalb wichtig. Was Sie darüber wissen sollten.

Wer nach Afrika, Südamerika oder Indien reist, sollte unbedingt eine Malariaprohylaxe durchführen. Denn dort ist das Risiko, Malaria zu bekommen, groß. Die Tropenkrankheit, die auch als Sumpffieber oder Wechselfieber bezeichnet wird, ist eine der gefährlichsten Infektionen weltweit.

Mit dem Stich der Anophelesmücke werden Plasmodium-Parasiten übertragen, die sich im Körper zyklisch vermehren und im schlimmsten Fall die Organe schädigen und zu einem Kreislaufschock führen können.

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Die Symptome von Malaria ähneln anfangs einer Grippe

Drei Tage bis Wochen nach dem Mückenstich treten die ersten Anzeichen auf. Kopf- und Gliederschmerzen, dazu Fieber sind typisch. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden wieder ab.

Wird die Malaria nicht gründlich mit den entsprechenden Medikamenten behandelt, treten immer wieder Schübe auf. Denn die Parasiten überleben in der Leber. Mit der Zeit werden die Malaria-Anfälle stärker und es treten Organschäden auf. In 20 bis 30 Prozent der Fälle endet die Tropenkrankheit tödlich.

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Malaria lässt sich behandeln ...

Wer also grippeähnliche Beschwerden bemerkt und kurz zuvor in Malaria-Risikogebieten war, sollte sich auf jeden Fall ärztlich untersuchen lassen. Tropeninstitute, die Sie etwa über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin erfahren können, sind dabei wichtige Ansprechpartner. Die Experten verordnen spezielle Malariamittel, etwa mit den Wirkstoffen Chloroquin- und Pyrimethamin-Sulfadoxin, Mefloquin oder Kombinationspräparate mit Proguanil, Artemether und Lumefantrin. Allerdings gibt es dabei zwei Probleme:

  • Die Medikamente können relativ starke Nebenwirkungen haben, etwa den Herzschlag beeinflussen, Schwindel und Verdauungsprobleme auslösen.

  • Oder aber die Medikamente wirken gar nicht, weil die Parasiten resistent geworden sind.

… aber Prophylaxe ist besser

Diese weltweit zunehmende Resistenz gegen Malariamittel ist ein großes Problem. Am besten ist es deshalb, die gefährliche Tropenkrankheit erst gar nicht zu bekommen. Dabei ist Malariaprophylaxe auf zwei Weisen möglich:

  • Vermeiden von Mückenstichen (Moskitonetze, mückenabweisende Mittel, Fliegengitter), also Expositionsprophylaxe

  • Medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe), meist mit den Mitteln, die auch zur Behandlung von Malaria verordnet werden, wie Artemether.

Doch beide Maßnahmen können nicht immer vor Malaria schützen. Das Risiko, trotzdem einen Mückenstich zu bekommen und krank zu werden, weil etwa das Medikament nicht wirkt, ist relativ groß.

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Malaria-Impfung schon bald möglich?

Mit Nachdruck forschen Wissenschaftler deshalb weltweit nach einem Impfserum, das sicher vor Malaria schützt. Doch die Suche gestaltet sich schwierig, weil es viele verschiedene Arten der Plasmodium-Parasiten gibt. Mindestens fünf sind für den Menschen gefährlich.

Tübinger Forscher sind jetzt bei der Malaria-Impfung ein großes Stück weitergekommen. Die Experten unter der Leitung von Professor Peter Kremser impften Probanden mit einem Serum, das sowohl Malaria-Erreger als auch ein Malaria-Medikament enthielt. Dadurch waren manche der Studienteilnehmer nachweislich für zehn Wochen vor Malaria geschützt, wie die Forscher im Fachjournal nature berichten.

Wer dreimal in je vierwöchigem Abstand den hoch dosierten Impfstoff erhielt, war sogar zu 100 Prozent immun gegen Malaria. Die Ergebnisse sollen nun in einer weiteren Studie in Afrika geprüft werden. Es könnte also nur noch wenige Jahre dauern, bis der Impfstoff auf den Markt kommt.

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