17.03.2017 - 13:33

Nach der Grippe Influenza – so schlimm war die Grippesaison

Foto: ©iStock/cyano66

Im vergangenen Winter war die Grippewelle stark und die Influenza-Impfung wenig erfolgreich. Woran das lag und weshalb Viren so tückisch sind.

Mehr als 80.000 gemeldete Fälle von Influenza, umgangssprachlich Grippe, und fast 300 Tote. So lautet die offizielle Statistik des Robert Koch Instituts zur Influenza im Winter 2016/17. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, denn nicht jeder, der Grippe bekommen hatte, war auch zum Arzt gegangen.

Einig sind sich Experten jedoch, dass die Grippewelle sehr stark war. In vielen Städten mussten Krankenhäuser Patienten abweisen, weil sie bereits überlastet waren. Auch das Personal blieb oft nicht von den Influenza-Viren verschont.

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Kalter Winter schuld an starker Grippewelle

Warum so viele Menschen diesmal an Influenza erkrankten, ist noch nicht ganz geklärt. Einerseits könnte die lange, kalte Wetterperiode dafür verantwortlich sein. In manchen Regionen herrschten ab Anfang November winterliche Temperaturen, die bis auf wenige Unterbrechungen bis in den März anhielten.

Diese ausgeprägte Kälte, und auch ein nicht den Temperaturen angepasstes Verhalten, belastet das Immunsystem und macht den Körper anfällig für Krankheitserreger wie die Influenza-Viren.

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Impfung schützte schlecht vor Influenza

Allerdings scheint auch der in jedem Jahr neu zusammengestellte Impfstoff diesmal nicht ganz zu den zirkulierenden Viren gepasst zu haben. Denn am Ende der Influenza-Saison steht fest:

Der mit Abstand größte Teil der Erkrankten war mit Influenza-A-Viren infiziert, und zwar H3N2, dabei vor allem Typ Bolzano. Vor dieser Virengruppe schützte die aktuelle Grippeimpfung jedoch nicht.

Sie machte nur immun gegen den Hongkong Influenza-A-Virus, der jedoch nur bei 25 Prozent der Fälle auftrat, sowie vor Influenza-B-Viren, die diesmal kaum grassierten. Die G rippeimpfung schützte also nur zu etwa 30 Prozent und war somit nicht mal halb so wirksam wie sonst.

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Jedes Jahr ein neuer Impfstoff gegen Influenza

Doch warum wirkt die Grippe-Impfung in einem Jahr besser, im anderen schlechter? Das Serum wird jedes Jahr neu zusammengestellt, denn von den Influenza-Viren A und B gibt es viele verschiedene Untertypen, die sich wiederum ständig verändern.

Bereits im Februar, also am Ende der Grippesaison, gibt die WHO Empfehlungen für die Impfstoffe der neuen Saison, die für die Nordhalbkugel gelten und ab Herbst in die Arztpraxen kommen. In diesem Zeitraum, von Februar bis Oktober, können sich die Viren jedoch schon wieder etwas verändern und der Impfstoff stimmt nicht mehr mit dem erwarteten Virenprofil überein.

Trotzdem – die Grippeimpfung hat ihre Berechtigung. Denn auch wenn Sie trotz Impfung die Influenza bekommen, verläuft die Krankheit meist nicht so schlimm wie ohne Impfung.

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