15.03.2017 - 14:51

Wenn die Nieren versagen Niereninsuffizienz – Symptome erkennen und behandeln

Foto: ©iStock/Poike

Meist tritt Niereninsuffizienz nicht akut auf, sondern beginnt schleichend und wird chronisch. Mehr über Symptome und Stadien der Krankheit.

Wenn die Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten, sind viele lebenswichtige Körperfunktionen in Gefahr. Denn die Nieren regulieren den Blutdruck, unseren Flüssigkeitshaushalt, die Salz- sowie Säuren-Basen-Balance im Körper. Doch die Funktion der Nieren kann ausfallen, und zwar:

*plötzlich, etwa durch massiven Blutverlust bei einen schweren Unfall, durch eine Vergiftung oder durch Schock. Diese akute Niereninsuffizienz kann sich von selbst wieder zurückbilden, unterstützt wird das in der Klinik durch Dialyse, also künstliche Blutwäsche.

*schleichend, dann verschlechtert sich die Funktion einer oder beider Nieren nach und nach. Diese chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) ist sehr häufig und betrifft in Deutschland bis zu sechs Millionen Menschen, wie die Deutsche Nierenstiftung berichtet. Ursache sind vor allem über Jahre hinweg nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck, schlecht eingestellter Diabetes und häufige Einnahme von Schmerzmitteln.

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Ständig müde und Juckreiz – Symptome für chronische Niereninsuffizienz

Während es bei der akuten Form deutliche Anzeichen gibt, etwa dass kaum noch Urin ausgeschieden wird, sind die Symptome bei der chronischen Form weniger auffällig. Möglich sind:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • Wassereinlagerungen (Ödeme), typisch sind etwa geschwollene Augenlider am Morgen, aber auch dicke Beine
  • Geringe, aber auch vermehrte Urinmengen
  • Farbe des Urins kann sich verändern, wird bräunlich oder rot

Stadien der Niereninsuffizienz

Mit einem einfachen Bluttest kann der Arzt prüfen, wie gut die Nieren arbeiten oder ob ihre Funktion bereits eingeschränkt ist. Dabei sind drei Werte wichtig:

  • Kreatinin
  • Harnstoff
  • Harnsäure

Gemeinsam wird dieser Laborwert als Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bezeichnet. Ihr Normalwert liegt bei 95 ml/min. Das bedeutet, die Nieren reinigen pro Minute mindestens 95 Milliliter Blut von den genannten Stoffen. Je nachdem, wie weit die GFR darunter liegt, wird die Nierenschwäche in fünf Stadien eingeteilt:

  1. Niereninsuffizienz Stadium 1 – GFR zwischen 90 und 95 ml/min. Oft wird diese beginnende Nierenschwäche nur durch Zufall bei einer Routineuntersuchung (Blutcheck und Urintest) entdeckt. Denn Symptome treten in diesem Stadium noch nicht auf. Allerdings findet sich vermehrt Eiweiß im Urin. Wird jetzt die Ursache für die minimal eingeschränkte Nierenfunktion herausgefunden, etwa zu hoher Blutdruck, und behoben, können sich die Nieren wieder vollständig erholen.
  2. Niereninsuffizienz Stadium 2 – GFR zwischen 60 bis 89 ml/min. Auch für Stadium 2 gilt: Noch keine auffälligen Symptome und bei erfolgreicher Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit stabilisieren sich die Nieren wieder. Die Niereninsuffizienz schreitet nicht voran.
  3. Niereninsuffizienz Stadium 3 – GFR zwischen 30 bis 59 ml/min. Erst jetzt kommt es zu Symptomen wie Müdigkeit und Leistungsschwäche. Medikamente, die die Nieren entlasten, sowie entsprechende, eiweißarme Ernährung können das Fortschreiten der Nierenschädigung bremsen.
  4. Niereninsuffizienz Stadium 4 – GFR zwischen 15 bis 29 ml/min. Auffällige Symptome wie etwa Juckreiz und Ödeme treten auf. Behandlung in dieser Phase wie in Stadium 3. Die stark eingeschränkte Nierenfunktion erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, weshalb oft zusätzlich Medikamente eingenommen werden müssen.
  5. Niereninsuffizienz Stadium 5 – GFR unter 15 ml/min. Blutwäsche (Dialyse) ist nun unumgänglich, weil sonst der Körper vergiftet wird. Auch die Nierentransplantation ist eine Möglichkeit, allerdings gibt es viel zu wenige Spendernieren.

Fazit: Lassen Sie alle zwei Jahre Ihre Blutwerte und den Urin testen, um eine beginnende Nierenschwäche möglichst frühzeitig festzustellen. Dann kann in den meisten Fällen verhindert werden, dass die Niereninsuffizienz fortschreitet und ein Leben mit der Dialyse droht.

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