20.03.2017

Vorsorge Gebärmutterhalskrebs: Das ändert sich für Frauen ab 35 Jahre

Foto: iStock/Clerkenwell

Frauen ab dem 35. Lebensjahr dürfen bald nur noch alle drei Jahre zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Dafür kommt aber ein anderer Test hinzu.

In Deutschland erkranken rund 4300 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs. Dass sehr wenige Frauen daran sterben liegt laut der Deutschen Krebsgesellschaft an den regelmäßigen Früherkennungs-Maßnahmen.

Jede erwachsene Frau sollte mindestens einmal pro Jahr zum Frauenarzt gehen. Bei diesem Termin wird bei Frauen ab dem 20. Lebensjahr die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge durchgeführt. Beim sogenannten Pap-Test nimmt der Arzt einen Abstrich aus der Gebärmutter und untersucht die Zellen auf Veränderungen.

Diese lassen sich unter dem Mikroskop so früh erkennen, dass in den meisten Fällen behandelt werden kann bevor ein Karzinom entsteht. Seit 1971 wird der Pap-Test einmal pro Jahr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

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HPV-Abstrich ergänzt Krebsabstrich

Zusätzlich zum Pap-Test ist es seit einigen Jahren möglich, mit einem erweiterten Test Humane Papillomaviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, nachzuweisen. Diesen HPV-Test bezahlen die Krankenkassen aber nur, wenn der Abstrich einen auffälligen Befund gezeigt hat. Das soll sich nun ändern.

Das ändert sich für Frauen ab dem 35. Lebensjahr

Frauen, die älter als 35 Jahre sind, haben weiterhin den Anspruch auf die jährliche Untersuchung bei ihrem Frauenarzt, bei der die Brust, die Eierstöcke, die Gebärmutter und der gesamte Intimbereich untersucht werden.

Für den Krebsabstrich vom Gebärmutterhals wird aber das Intervall verlängert: Der Abstrich wird nur noch alle drei Jahre von der Krankenkasse bezahlt. Dafür wird der HPV-Test, der sonst nur bei Auffälligkeit gemacht wurde, immer direkt mit durchgeführt.

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Warum gibt es die Änderungen?

Neuere Studien haben ergeben, dass die jährliche Untersuchung bei Frauen bis zum 35. Lebensjahr sinnvoll ist, danach können die Abstände zwischen den Vorsorge-Untersuchungen erhöht werden.

Ein Arzt aus der Studie erklärt dies im „Spiegel“ damit, dass ältere Frauen ein geringeres Risiko hätten sich mit Humanen Papillom Viren anzustecken, da sie weniger häufig ihren Partner wechselten als jüngere Frauen. HP-Viren sind in 90 Prozent der Fälle der Auslöser für Gebärmutterhalskrebs.

Warum nicht ein Test für alle?

Der Gemeinsame Bundesausschusses der Ärzte begründet das damit, dass junge Frauen die HP-Viren in den meisten Fällen sehr gut abwehren und die Infektion nach einem bis anderthalb Jahren wieder ausgeheilt ist. Ein HPV-Test würde hier in der Mehrzahl der Fälle nur blinden Alarm auslösen.

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Anders ist es bei Frauen über 35 Jahre. Weist der Test bei ihnen die Viren nach, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Infektion handelt, die nicht von allein heilt. Die Einführung des HPV-Tests in die Routineuntersuchung und der verlängerte Untersuchungsintervall sollen daher vor allem dafür sorgen, die Diagnose zu verbessern.

Ab wann wird die neue Vorsorge durchgeführt?

Die Neuerung wurde bereits vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen beschlossen. Sie soll umgesetzt werden, sobald das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen einen Patienten-Flyer dazu fertiggestellt hat. Ob die neue Vorsorge besser ist, darüber haben Experten bisher geteilte Meinungen.

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