15.03.2017

Riss am After Analfissur – Behandlung mit Salbe, Analdehner oder Operation

Hämorrhoiden
Mo, 13.08.2018, 09.43 Uhr

Hämorrhoiden

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Starke Schmerzen beim Stuhlgang und Blut im Analbereich sind die wichtigsten Symptome der Analfissur. Was dagegen helfen kann.

Verstopfung ist meistens der Grund, wenn im Analkanal – dem letzten Teil des Darms vor dem Ausgang – die Analhaut ein Stückchen einreißt. Beim Pressen kann die Haut rasch verletzt werden. Doch auch bestimmte Sexualpraktiken können die Ursache sein. Analfissuren gehören nach Hämorrhoiden zu den häufigsten Erkrankungen im Enddarmbereich.

Die Symptome bei Analfissur

Analfissuren sind äußerst schmerzhaft, da der betroffene Darmabschnitt über zahlreiche Nerven verfügt. Sie registrieren, ob sich Stuhlgang nähert oder ob es sich nur um Gase handelt, ob ein sofortiger Toilettenbesuch nötig ist oder noch etwas abgewartet werden kann. Kurz: Sie bestimmen die Kontinenz des Darms.

Der Riss im After schmerzt vor allem beim Stuhlgang und heilt oft erst Stunden danach ab. Neben den Schmerzen sind frische Blutspuren auf Stuhl, Toilettenpapier und Wäsche weitere Anzeichen.

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Schließmuskeln verkrampfen sich durch den Schmerz

Oft dringen Bakterien in die Wunde ein und führen zu einer Entzündung, was die Schmerzen noch vergrößert. Wegen der Schmerzen verkrampfen sich die Schließmuskeln unwillkürlich (Afterkrampf). Das drosselt die Durchblutung in der Analhaut und verzögert den Heilungsprozess.

Wegen der Gefahr einer Entzündung und weil die Analfissur dadurch chronisch werden kann, sollten Sie auf keinen Fall zögern, bei Anzeichen wie Schmerzen im After und Blut im Stuhl einen Arzt aufzusuchen, am besten einen Proktologen.

Analfissur richtig behandeln

Mit der Beschreibung der Symptome und einer kurzen Untersuchung des Enddarms stellt der Arzt meist bereits die Diagnose. Die Untersuchung ist so gut wie schmerzfrei und der Doktor kann währenddessen bereits Wirkstoffe auf die Wunde geben, sie etwas betäuben und den Heilprozess fördern.

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Mittel der Wahl zur Behandlung von Analfissuren sind Salben, Zäpfchen und Analtampons, die den Schmerz lindern. Wirkstoffe, die leicht betäuben und die Muskulatur entspannen, sind in der Anfangsphase ebenfalls hilfreich. Eine neuere Behandlungsoption ist Botox. Die gegen Falten wirksame Spritze entspannt den inneren Schließmuskel vorübergehend und damit auch den After. Die Verkrampfung löst sich, die Durchblutung normalisiert sich und der Riss kann abheilen.

Wichtig ist außerdem die Anwendung eines Analdehners. Der Arzt schreibt die richtige Größe auf das Rezept und zeigt kurz, wie sich das Gerät am sichersten anwenden lässt. Der Analdehner wird vorsichtig eingeführt und löst die zu große Spannung der Muskeln. Zusätzlich verhindert er, dass sich beim Verheilen der Wunde die Analhaut zu stark zusammen zieht und sich der After verengt.

Achten Sie während der Behandlung auf ballaststoffreiche Nahrung und trinken Sie ausreichend viel, um Verstopfung zu vermeiden – denn Pressen kann den Riss wieder vergrößern. Für weichen Stuhl sorgen Flohsamenschalen aus der Apotheke, die morgens und abends in ein großes Glas Wasser oder in Joghurt gerührt eingenommen werden.

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Heilt die Analfissur über Monate hinweg nicht ab, wird der Arzt zu einer Operation raten. Dabei wird der Riss operativ geschlossen. Das Abheilen dauert im Anschluss rund sechs Wochen.

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