Aktualisiert: 04.05.2021 - 14:43

Gingivitis Zahnfleischentzündung: Erste Hilfe mit Hausmitteln möglich?

Regelmäßiges Zähneputzen hilft mit am besten als Hausmittel gegen leichte Zahnfleischentzündung. Manchmal ist der Zahnarzt aber doch die bessere Wahl.

Foto: Getty Images/Eva-Katalin

Regelmäßiges Zähneputzen hilft mit am besten als Hausmittel gegen leichte Zahnfleischentzündung. Manchmal ist der Zahnarzt aber doch die bessere Wahl.

Zahnfleischbluten und Schwellung sind Anzeichen einer Zahnfleischentzündung. Was Sie selbst dagegen unternehmen können – und wann der Zahnarzt die bessere Hilfe ist: Das lesen Sie hier!

Beim Zähneputzen und Abbeißen, sogar beim Kauen kommt es zu Zahnfleischbluten? Außerdem ist das Zahnfleisch an manchen Stellen geschwollen und schmerzt auf Druck hin? Ursache ist vermutlich eine Zahnfleischentzündung, medizinisch Gingivitis.

Sollten Sie nur selten an diesen Symptomen leiden, können Sie die Zahnfleischentzündung mit Hausmitteln bis zu einem gewissen Grad ganz gut bekämpfen. Kommen die Schmerzen und das Zahnfleischbluten aber immer wieder, ist ein Gang zum Zahnarzt jedoch die beste Wahl.

Hausmittel bei einer Zahnfleischentzündung
Hausmittel bei einer Zahnfleischentzündung

Hausmittel und Selbstbehandlung bei Zahnfleischentzündung

Viele versuchen, das entzündete Zahnfleisch zuerst mit Hausmitteln zum Abheilen zu bringen. Tatsächlich kann es mit folgenden Tipps gelingen, das Zahnfleisch zu beruhigen, damit es in wenigen Tagen wieder gesund und blass-rosa aussieht:

  • Putzen Sie Ihre Zähne zweimal täglich gründlich – und zwar mit einer Zahnbürste, die mittelharte Borsten hat. Manchmal ist die Ursache von Zahnfleischentzündung nämlich zu aggressives Putzen. Die im Mund lebenden Bakterien dringen dann in winzige Hautverletzungen ein und entzünden das Zahnfleisch. Zu weiche Borsten sind aber auch nicht die allerbeste Wahl, da Sie die Zähne so nicht immer ganz sauber bekommen.
  • Spülen Sie den Mundraum mit lauwarmen Kräutertees. Als Zusätze eignen sich Kamille, Salbei, Myrrhe, aber auch ein paar Tropfen Teebaumöl in viel lauwarmem Wasser. Dieses sollten Sie jedoch nicht verwenden, wenn Sie darauf überempfindlich reagieren – und ätherische Öle sollten immer gut verdünnt werden.
  • Betupfen Sie die entzündete Stelle mit Kamillentinktur.
  • Geben Sie eine Mundsalbe, die leicht betäubt und Kräuterextrakte enthält, auf die betroffenen Bereiche.
  • Sinnvoll sind auch fertige Mundspüllösungen, die desinfizieren, etwa mit Chlorhexidin (Salben und Mundspüllösungen gibt es rezeptfrei in der Apotheke).

Die Behandlung einer Gingivitis beim Zahnarzt

Wenn Salben, Spülungen und Hausmittel nicht anschlagen, sollten Sie spätestens nach ein bis zwei Wochen zum Zahnarzt gehen. Er sieht, ob beispielsweise Plaque (Zahnbelag) die Ursache für die Zahnfleischentzündung sind. Sie bilden sich bei mangelnder Hygiene oder falscher Putztechnik. Richtig Zähneputzen ist daher das A und O. Leider ist das bei einer schon vorliegenden Zahnfleischentzündung gar nicht so einfach, weil das Putzen dann weh tut und man eher vorsichtig mit der Bürste vorgeht. Ein Gang zum Zahnarzt kann auch hier helfen.

Die Beläge, die sich nicht abspülen lassen, sondern mechanisch entfernt werden müssen, bestehen aus Nahrungsresten, Speichelbestandteilen und Bakterien. Die Erreger weichen die Zahnfleischmanschette um den Zahn herum auf, dringen ein und führen zu einer Entzündung.

Mit Spezialinstrumenten und Ultraschall entfernt der Zahnarzt die Plaque. Wer danach – etwa im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung – das richtige Zähneputzen lernt und regelmäßig bereits die ersten Ansätze von Zahnstein entfernen lässt, wird in Zukunft kaum noch Probleme mit Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten haben – und dann auch mit den oben genannten Hausmitteln bei Zahnfleischentzündung schnell gegen die Schmerzen vorgehen können.

Extratipp: Verwenden Sie beim Zähneputzen immer auch Zahnseide. Auch wenn dies anfangs möglicherweise schmerzhaft ist und zu leichtem Zahnfleischbluten führt, können Sie so am besten Nahrungsreste und Co aus den Zahnzwischenräumen entfernen. Mit der Zeit gewöhnt sich das Zahnfleisch an diese Behandlung und wird dadurch robuster.

Wie entstehen Entzündungen des Zahnfleisches überhaupt?

Wer seine Zähne nicht regelmäßig von Nahrungsresten befreit, begünstigt damit das Vermehren von Mundbakterien, die eigentlich zur Mundflora gehören und harmlos sind. Durch ungenügende Mundhygiene kann das empfindliche Gleichgewicht aber gestört werden. Die Bakterien stürzen sich auf die Nahrungsreste und bilden mit ihnen, mit Speichel und Stoffwechselprodukten eine Art Biofilm, die bakterielle Plaque. Das Immunsystem kann den Bakterien in dieser Plaque nichts anhaben. Im schlimmsten Fall führt das zu Parodontitis – einer stark unterschätzten Zahnerkrankung. Die kann sogar lebensbedrohlich werden.

Während ihres Lebensprozesses bilden die Bakterien, die sich von den Nahrungsresten ernähren, Säuren und Gifte, die zwischen Zahn und Zahnfleisch dringen und es reizen können. Hier reagiert das Immunsystem dann mit einer Entzündungsreaktion.

Nicht entfernte Plaque kann sich außerdem mit Kalzium und anderen Mineralstoffen verbinden und zu Zahnstein werden, der unschön aussieht und durch seine raue Struktur noch mehr Nährboden für Keime gibt.

Es gibt übrigens auch Nahrungsmittel, die unseren Zähnen gut tun! Welche das sind? Schauen Sie unsere Bildergalerie durch:

Wer häufig unter Zahnschmerzen oder allgemein Schmerzen im Mund leidet, entwickelt schnell eine Angst vorm Zahnarzt – die lässt sich aber überwinden. Gerade dann aber können sanfte Hausmittel gegen Zahnfleischentzündungen hilfreich sein. Dennoch: Professionelle Kontrolle und Reinigung ist hin und wieder einfach nötig. Auch, weil eine unbehandelte Zahnfleischentzündung durchaus Parodontitis, den Verlust von Zähnen und schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann.

Machen Sie doch einmal den Test! Wie gut ist Ihre Zahnpflege?

Mehr zum Thema Zahngesundheit können Sie auf unserer Themenseite nachlesen.

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