20.02.2017

Bewegung statt Bettruhe Bei diesen Krankheiten ist Sport gut

Vera Laumann

Bewegung statt Bettruhe: Bei vielen Krankheiten kann Sport Schmerzen lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Foto: iStock / FatCamera

Bewegung statt Bettruhe: Bei vielen Krankheiten kann Sport Schmerzen lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Rückenschmerzen, Krebs, Burn-Out oder niedriger Blutdruck – regelmäßige Bewegung kann bei vielen Krankheiten helfen und Schmerzen lindern.

Wer krank ist gehört ins Bett! Was früher für fast alle Krankheiten galt, stimmt heute nicht mehr so ganz. Bewegung und Sport können zahlreiche Krankheiten positiv beeinflussen, dies konnten verschiedene wissenschaftliche Studien in den letzten Jahren belegen. Die Bewegung kann Schmerzen lindern und den Heilungsverlauf beschleunigen oder verbessern. bildderfrau.de zeigt, bei welchen Krankheiten Sie besser aktiv sind, statt nur im Bett zu liegen.

Bessere Heilungsschancen durch regelmäßige Bewegung

Ganz allgemein hat Sport hat viele Vorteile für den Körper. Er bringt den Energiehaushalt auf Touren und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Regelmäßige Bewegung hat zudem positive Effekte auf die Psyche, was sich wiederum auf die allgemeine Befindlichkeit und auf das Immunsystem auswirkt. Aber Sport kann noch viel mehr: Er hält uns nicht nur gesund, er kann uns auch gesund machen.

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Krebs

Sport kann die Heilungschancen bei einer Krebserkrankung deutlich erhöhen, das haben mehrere klinische Studien belegt. Die regelmäßige Bewegung kann die negativen Folgen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie deutlich reduzieren. Außerdem werden die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein gestärkt.

Übrigens: Wer regelmäßig Sport treibt, beugt zudem einer Krebserkrankung vor. Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent reduzieren können. Wenn dennoch Krebs auftritt, haben Patienten, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Sport getrieben haben, nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko.

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Rückenschmerzen

Wer unter Rückenschmerzen leidet, sollte raus aus dem Bett. Meistens stecken harmlose Ursachen, wie z. B. Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen dahinter. Beim Sport lösen sich Verhärtungen, außerdem können sich winzige Entzündungen an Nerven oder Gelenken schneller zurückbilden. Der Grund: Der Körper bildet beim Sport entzündungshemmende Botenstoffe.

Ideal bei diesen Beschwerden sind sanfte, kontrollierte Bewegungsabläufe, etwa Gymnastik, Tai-Chi oder Schwimmen. Wichtig: Bevor Sie die Turnschuhe anziehen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen, damit der eine genaue Diagnose stellen und einen Bandscheibenvorfall ausschließen kann. Danach können Sie mit Ihm ein individuelles Sport-Programm besprechen.

Arthrose

Wer unter einer Arthrose leidet, der ist eingeschränkt in der Bewegung. Dazu verursacht der geschädigte Gelenkknorpel meist Schmerzen. Trotzdem ist leichter Sport, wie beispielsweise Nordic Walking oder sanftes Muskeltraining sinnvoll, weil der Bewegungsreiz die Bildung von Gelenkschmiere anregt. Auch bei einer Arthritis (einer Gelenkentzündung) ist moderater Sport durchaus zu empfehlen, denn die Bewegung kann die Schmerzen und die Entzündung mindern.

Sport wirkt stimmungsaufhellend

Schlafstörungen durch Stress

Ist im Körper zu viel Cortisol, dann können Betroffene nicht mehr entspannen und leiden häufig unter Schlafstörungen. Durch Bewegung kann das Stresshormon Cortisol abgebaut werden. Geeignete Aktivitäten sind beispielsweise Laufen, Walken, Radfahren. Aber auch Muskeltraining und progressive Muskelentspannung helfen, die Überdosis Stresshormone loszuwerden.

Burn-Out

Eine Studie der Universitätsklinik Basel konnte belegen, wie gut ein ausgiebiges Sportprogramm für Burn-Out-Patienten Burn-Out-Patienten ist. Die Teilnehmer mussten mehrmals die Woche intensiv trainieren. Das Ergebnis: Sie hatten nach kurzer Zeit eine längere Tiefschlafphase und konnten sich seelisch schneller Regenerieren. Auch hier sind Laufen, Walken oder Radfahren sehr gut geeignet.

Depressionen

Ein Merkmal einer Depression ist die Antriebslosigkeit. Doch gerade Sport kann die Krankheit positiv beeinflussen. Denn Bewegung ist hilfreich bei psychischen Problemen, das haben bereits zahlreiche Studien bewiesen. Wissenschaftler der Duke University in North Carolina fanden heraus, dass Depressive nach dem Sport unternehmungslustiger und energiegeladener sind.

Und die Bewegung hat sogar langfristige Vorteile. Die Studie konnte ebenfalls belegen, dass regelmäßiges Ausdauertraining eine vergleichbar stimmungsaufhellende Wirkung hat wie die alleinige Behandlung mit Antidepressiva. Auch andere Studien bestätigen: Bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist eine Bewegungstherapie ähnlich wirksam wie die „klassischen“ Behandlungsmethoden.

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Migräne

Gegen Migräne kann leichtes Ausdauertraining helfen: Nach einer Studie aus Kiel reduziert es die Anfälle um bis zu 45 Prozent. Und auch als präventive Maßnahme ist Sport geeignet: Eine Studie aus Göteborg hat belegt, dass Sport genauso gut gegen Migräne-Attacken vorbeugen kann, wie Medikamente.

Niedriger Blutdruck

Typisch für einen niedrigen Blutdruck sind Symptome wie Schwindel, Müdigkeit und Wetterfühligkeit. Regelmäßige Bewegung kann die Probleme mindern, weil dadurch das Herz und die Gefäße gestärkt werden. Der Körper kann sich besser an den niedrigen Blutdruck anpassen. Ein wirksames Kreislauftraining bieten Sportarten, die gleichzeitig viele Muskelgruppen beanspruchen, hierzu zählt beispielsweise Schwimmen. Der Wasserdruck hält zudem die Gefäße elastisch. Auch Gymnastik, Radfahren, Wandern oder Nordic Walking sind gut für die Gefäße und den Kreislauf. Die Bewegung sollte allerdings nicht zu anstrengend sein, denn das kann einen Blutdruckabfall auslösen.

Alleskönner Sport

Kopfschmerzen

Bei Spannungskopfschmerzen ist häufig auch die Muskulatur in den Schultern und im Nacken verhärtet, außerdem ist die Hirndurchblutung vermindert. Sport kann in so einem Fall helfen. Um die Muskulatur zu lockern und die Durchblutung zu fördern, eignen sich beispielsweise Yoga oder Tai-Chi. Auch leichtes Lauftraining, Walken oder Fahrradfahren, kann bei Kopfschmerzen helfen. Wichtig: Übertreiben Sie es nicht. Anstrengende Ausdauersportarten sollten bei Kopfschmerzen nicht ausgeübt werden.

Hoher Blutdruck

Mäßiger Ausdauersport senkt auch einen zu hohen Blutdruck, weil er das vegetative Nervensystem beruhigt. Dadurch verengen sich die Gefäße weniger und die Blutdruckspitzen treten seltener auf.

Regelschmerzen

Auch wenn Regelschmerzen keine echte Krankheit sind, ist Bewegung gut gegen die Krämpfe und Schmerzen. Durch den Sport wird die Durchblutung angeregt, die Muskeln entspannen sich.

Noch ein Plus: Viele Frauen fühlen sich dank Sport während der Tage und auch bei prämenstruellen Beschwerden deutlich ausgeglichener. Eine optimale Sportart gibt es aber nicht: Der einen hilft Yoga, der anderen ein langsamer Dauerlauf.

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Demenz

Demenzkranke können durch körperliches Training das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Mithilfe des Sports kann die Alltagsmobilität und damit auch die Lebensqualität verbessert werden. Außerdem kann die Sturzgefahr gemindert sowie die psychische und sogar auch die geistige Leistung gesteigert werden.

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In vielen Städten werden für Demenzkranke bereits spezielle Bewegungsgruppen angeboten. Welches Maß an Bewegung sinnvoll und förderlich ist, muss bei jedem Patienten individuell durch einen Experten abgeklärt werden.

Bei allen Krankheiten und Schmerzen gilt aber: Bevor Sie mit dem Sport richtig loslegen oder wenn Sie unsicher sind, ob Bewegung das richtige ist bei Ihren Beschwerden, dann kontaktieren Sie einen Arzt. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen und entscheiden, ob und im welchem Maß Sport in Ihrem Fall sinnvoll und förderlich ist.

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