03.02.2017

VENENPROBLEME Krampfadern entfernen: veröden, verkleben oder ziehen?

Endlich wieder schöne Beine wie früher: Moderne Behandlungsmaßnahmen gegen Krampfadern machen es möglich!

Foto: ©iStock/Jasmina007

Endlich wieder schöne Beine wie früher: Moderne Behandlungsmaßnahmen gegen Krampfadern machen es möglich!

Jeder Dritte hat Krampfadern. Doch die unschönen, verdickten Venen lassen sich mit modernen Therapien meist problemlos entfernen.

Eins vorweg: Das Wort Krampfader hat nichts mit Krampf zu tun. Der Name stammt vom mittelhochdeutschen Wort Krummader – und beschreibt damit die bläulichen, krumm-geschlängelten und verdickten Blutgefäße. Ursache für die Gefäßprobleme ist eine angeborene Venenschwäche. Kurz: Krampfadern sind vererbbar.

Krampfadern kommen auch durch Übergewicht und in der Schwangerschaft

Krampfadern treten vor allem an den Beinen auf, können sich aber auch am Anus bilden, etwa durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang oder bei Frauen während der Geburt. Weitere Risikofaktoren:

  • Übergewicht (überlastet Beingefäße)

  • stehende Arbeit

  • Schwangerschaft (Hormone machen Gewebe und Gefäße elastischer und erweitern sie)

  • Bewegungsmangel

Kampfadern entfernen – aber wie?

Vor allem Frauen wollen die unschönen, verdickten Adern loswerden, um wieder makellose Beine zu bekommen. Doch Krampfadern sind je nach Ausprägung mehr als ein kosmetisches Problem. Unbehandelt können sie zu starken Schmerzen führen, weil sich Entzündungen bilden, wie die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie warnt. Und auf Dauer können sogar Geschwüre entstehen.

Die Behandlung richtet sich danach, wie ausgeprägt Krampfadern sind und ob sie Beschwerden bereiten. Kompressionsstrümpfe, Wechselduschen und Gymnastik helfen nämlich meist nur bei leichten Krampfadern. Bei ausgeprägten Krampfadern rät der Arzt meist zur Entfernung. Die verschiedenen Methoden:

Veröden, verkleben (Sklerosierung): Hier spritzt der Arzt ein Verödungsmittel in die Vene. Die Substanz verklebt das Blutgefäß. Die Behandlung muss mehrmals wiederholt werden und eignet sich für kleinere, oberflächliche Krampfadern.

Radiofrequenz oder Laser: Über eine Punktion führt der Arzt eine Radiofrequenzsonde direkt zur erweiterten Vene. Falls nötig, geschieht das unter Ultraschallkontrolle. Die Sondenspitze erhitzt sich, die Veneninnenwand verklebt durch die Hitze und beim langsamen Herausziehen wird die Vene verschlossen.

Ziehen (Stripping): Die Krampfader wird durch einen winzigen Hautschnitt mit Spezialinstrumenten herausgezogen. Bei ausgeprägtem Venenleiden können sogar Stammvenen gezogen werden. Stripping ist damit die wichtigste Venenoperation bei schweren Krampfadern. Keine Sorge: Ist die Vene entfernt, stimmt die Durchblutung im Bein trotzdem: Der Blutfluss weicht auf gesunde, meist tiefer liegende Gefäße aus.

CHIVA: Dabei wird die Vene nicht herausgezogen, sondern nur ein Abschnitt von ihr unterbunden. Dadurch soll sich die Krampfader in den Wochen darauf zurückbilden. Die Abkürzung CHIVA steht für „Cure Conservatrice et Hémodynamique de l'Insuffisance Veineuse en Ambulatoire“, übersetzt: ambulante, Blutfluss korrigierende Krampfaderbehandlung.

EVP (Externe Valvuloplastie): Ebenfalls über einen kleinen Hautschnitt setzt der Gefäßchirurg eine winzige Polyester-Manschette um die erweiterte Vene und normalisiert damit ihren Durchmesser.

Wenden Sie sich bei Venenproblemen am besten an einen Spezialisten: den Internisten, Angiologen (Facharzt für Innere Medizin und zusätzlich Facharzt für Gefäßleiden) oder gleich an den Phlebologen – einen Arzt, der zusätzlich zu seiner Facharztausbildung eine Weiterbildung auf dem Gebiet der Venenerkrankungen hat.

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