Aktualisiert: 09.03.2021 - 10:58

Bellender Husten Pseudokrupp: Ist der falsche "Krupp-Husten" ansteckend?

Ganz wichtig bei Kleinkindern mit Pseudokrupp-Anfall: in den Arm nehmen und beruhigen, damit sich Atemnot durch Panik gar nicht erst einstellen kann.

Foto: Getty Images/tatyana_tomsickova

Ganz wichtig bei Kleinkindern mit Pseudokrupp-Anfall: in den Arm nehmen und beruhigen, damit sich Atemnot durch Panik gar nicht erst einstellen kann.

Trockener Husten bis hin zur Atemnot: Meist sind Kleinkinder und Babys von Pseudokrupp betroffen. Doch auch Erwachsene sind gefährdet. Und dann ist es wichtig zu handeln.

Plötzlich, meist nachts, kommt der Anfall: Trockener, bellender Husten quält, die Stimme wird heiser, das Einatmen ist anstrengend, im schlimmsten Fall tritt Atemnot auf. Wer schon einen Pseudokrupp-Anfall bei einem kleinen Kind miterleben musste, weiß, wie dramatisch das aussieht und wie sehr das betroffene Baby leidet.

Der Pseudokrupp, der nicht zu verwechseln ist mit "echtem" Krupphusten, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Und wie das bei Kinderkrankheiten so ist, können sie im Erwachsenenalter umso dramatischer verlaufen. Aber egal ob Kind oder Erwachsener: Ein Arztbesuch ist hier immer ratsam, denn Pseudokrupp kann durchaus zu schweren Problemen führen.

Pseudokrupp: Erste Hilfe und richtige Therapie

Weil trockene Luft den Anfall verschlimmert, gehört zu den Erstmaßnahmen bei einem Pseudokrupp-Anfall, für Luftbefeuchtung sorgen – also die Dusche laufen zu lassen oder feuchte Tücher aufzuhängen. Auch Lüften kann den Anfall zum Abklingen bringen. Vor allen Dingen aber wichtig bei betroffenen Kleinkindern: Nehmen Sie das Kind hoch und beruhigen Sie es.

Pseudokrupp verläuft zwar in den meisten Fällen ohne Komplikationen, und der Anfall legt sich nach kurzer Zeit wieder. Manchmal besteht jedoch Erstickungsgefahr durch Atemnot – erkennbar daran, dass das Kind schwer nach Luft ringt. Dann sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen! Mit Kortison legt sich der Pseudokrupp-Anfall meist rasch wieder.

Pseudokrupp oder echter Krupp?

Doch auch wenn Pseudokrupp mild verläuft, sollte der bellende Husten auf jeden Fall von einem Arzt abgeklärt werden. Er kann für den Notfall Kortison-Zäpfchen und einen Inhalator verschreiben. Außerdem sind nur Fachleute in der Lage, Pseudokrupp, der bei den meisten Kindern harmlos verläuft, von dem lebensgefährlichen echten Krupphusten zu unterscheiden, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt.

Der echte Krupphusten tritt bei Diphtherie auf und wird durch Bakterien hervorgerufen. Die Infektion verengt die Atemwege, der Kehlkopf schwillt an, Erstickungsgefahr droht. Weil in Deutschland die meisten Kinder gegen Diphtherie geimpft sind, tritt diese hochansteckende und lebensgefährliche Erkrankung nur noch selten auf.

Ansteckung mit Pseudokrupp ist indirekt möglich

Doch wie sieht es mit dem Ansteckungsrisiko bei Pseudokrupp aus? Im Grunde handelt es sich dabei nämlich um keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Denn die eigentliche Ursache sind meist Virusinfektionen. Die wichtigsten Erreger im Überblick:

  • Erkältungsviren
  • Grippeviren
  • Masernviren

Ob eine Erkrankung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ebenfalls zu Pseudokrupp führen kann, ist bisher noch nicht wissenschaftlich geklärt. Doch auch bei Covid-19 zeichnet sich auftretender Husten meist durch seine trockene Beschaffenheit aus.

Pseudokrupp bei Erwachsenen ist selten

Besonders Pseudokrupp-gefährdet sind Babys und Kleinkinder, weil ihre Atemwege noch sehr schmal sind und deshalb leichter zuschwellen können. So kann es im Rahmen einer Erkältung immer mal schneller zu Krupp-ähnlichem Husten kommen. Die Größe der Atemwege ist auch die Erklärung dafür, warum Erwachsene nur sehr selten Pseudokrupp bekommen. Sollte er aber auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung dringend ratsam. Möglicherweise gibt es nämlich Probleme mit den Atemwegen, etwa eine unbekannte Verengung oder etwas, das auf die Atemwege drückt und sie damit blockiert. Gerade bei Atemproblemen ist ärztliche Hilfe IMMER nötig.

Kinderkrankheiten: besonders gefährlich für Erwachsene!

Pseudokrupp durch Luftverschmutzung und rauchende Eltern

Die Dauer des Pseudokrupp bei kleinen Kindern, beispielsweise im Rahmen einer Erkältung, ist sehr unterschiedlich. Manchmal kommt der Husten nur in einer Nacht, bei anderen Kindern tritt er eine Woche oder sogar länger auf.

Dabei spielen auch andere Risikofaktoren eine Rolle:

  • schlechte Luftqualität, etwa durch die Nähe zu einer vielbefahrenen Straße
  • Passivrauchen

Schadstoffe in der Luft, vor allem Feinstaub, aber auch Tabakrauch können die zarten Atemwege eines Kindes so schädigen, dass es ohne Krankheitserreger immer wieder Pseudokrupp-Anfälle bekommt. Eltern, die nicht auf Zigaretten verzichten wollen, sollten deshalb nicht in Wohnung und Auto rauchen. Es lohnt sich aber für jeden von uns, auf die Luftqualität zu achten. Sonst drohen im späteren Leben schwere Probleme, etwa eine Lungenfibrose – schlechte Luft schädigt die Lunge nämlich dauerhaft.

Probleme beim Atmen? Lunge reinigen: So detoxen Sie Ihr Atemorgan

Mehr zu den Themen Erkältung und Halsschmerzen finden Sie auf unseren Themenseiten

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe