03.02.2017

BELLENDER HUSTEN Pseudokrupp – wie ansteckend ist er wirklich?

Kinder aus Raucherhaushalten sind besonders gefährdet, Pseudokrupp-Anfälle zu erleiden. Frischluft hingegen lindert den Husten.

Foto: ©iStock/AzmanL

Kinder aus Raucherhaushalten sind besonders gefährdet, Pseudokrupp-Anfälle zu erleiden. Frischluft hingegen lindert den Husten.

Trockener Husten bis hin zur Atemnot: Meist sind es Kleinkinder und Babys, die Pseudokrupp bekommen. Doch auch Erwachsene sind gefährdet!

Plötzlich, meist nachts, kommt der Anfall: Trockener, bellender Husten quält, die Stimme wird heiser, das Einatmen anstrengend, im schlimmsten Fall tritt Atemnot auf. Wer schon einen Pseudokrupp-Anfall bei einem kleinen Kind miterleben musste, weiß, wie dramatisch das aussieht und wie sehr das betroffene Baby leidet.

Pseudokrupp – erste Hilfe und richtige Therapie

Weil trockene Luft den Anfall verschlimmert, gehört zu den Erstmaßnahmen bei einem Pseudokrupp-Anfall, für Luftbefeuchtung sorgen – also die Dusche laufen zu lassen oder feuchte Tücher aufzuhängen. Auch Lüften kann den Anfall zum Abklingen bringen. Vor allen Dingen aber wichtig: Nehmen Sie das Kind hoch und beruhigen Sie es.

Pseudokrupp verläuft zwar in den meisten Fällen ohne Komplikationen und der Anfall legt sich nach kurzer Zeit wieder. Manchmal besteht jedoch Erstickungsgefahr durch Atemnot – erkennbar daran, dass das Kind schwer nach Luft ringt. Dann sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen! Mit Kortison legt sich der Pseudokrupp-Anfall meist rasch wieder.

Pseudokrupp oder echter Krupp?

Doch auch wenn Pseudokrupp mild verläuft, sollte der bellende Husten auf jeden Fall von einem Arzt abgeklärt werden. Er kann für den Notfall Kortison-Zäpfchen und einen Inhalator verschreiben. Außerdem sind nur Fachleute in der Lage, Pseudokrupp, der bei den meisten Kindern harmlos verläuft, von dem lebensgefährlichen echten Krupphusten zu unterscheiden, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt.

Der echte Krupphusten tritt bei Diphtherie auf und wird durch Bakterien hervorgerufen. Die Infektion verengt die Atemwege, der Kehlkopf schwillt an und Erstickungsgefahr droht. Weil in Deutschland die meisten Kinder gegen Diphtherie geimpft sind, tritt diese hochansteckende und lebensgefährliche Erkrankung nur noch selten auf.

Ansteckung mit Pseudokrupp ist indirekt möglich

Doch wie sieht es mit dem Ansteckungsrisiko bei Pseudokrupp aus? Im Grunde handelt es sich dabei um keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Denn die eigentliche Ursache sind meist Virusinfektionen. Die wichtigsten Erreger im Überblick:

  • Erkältungsviren

  • Grippeviren

  • Masernviren

Pseudokrupp bei Erwachsenen selten

Eine Ansteckung mit diesen Viren ist auf jeden Fall möglich. Doch nur bei manchen kommt es dabei im Rahmen etwa einer Erkältung zu Pseudokrupp. Besonders gefährdet sind hier Babys und Kleinkinder, weil ihre Atemwege noch sehr schmal sind und deshalb leichter zuschwellen können.Die Größe der Atemwege ist auch die Erklärung dafür, warum Erwachsene nur sehr selten Pseudokrupp bekommen.

Pseudokrupp durch Luftverschmutzung und rauchende Eltern

Die Dauer des Pseudokrupp bei kleinen Kindern, beispielsweise im Rahmen einer Erkältung, ist sehr unterschiedlich. Manchmal kommt der Husten nur in einer Nacht, bei anderen Kindern tritt er eine Woche oder sogar länger auf.

Dabei spielen auch andere Risikofaktoren eine Rolle:

  • schlechte Luftqualität, etwa durch die Nähe zu einer vielbefahrenen Straße

  • Passivrauchen

Schadstoffe in der Luft, vor allem Feinstaub, aber auch Tabakrauch können die zarten Atemwege eines Kindes so schädigen, dass es ohne Krankheitserreger immer wieder Pseudokrupp-Anfälle bekommt. Eltern, die nicht auf Zigaretten verzichten wollen, sollten deshalb nicht in Wohnung und Auto rauchen.

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