14.09.2017

Nicht nur Schmerzen Magengeschwür: Auf diese Symptome sollten Sie achten!

Mo, 15.04.2019, 16.57 Uhr

Bild der Frau Gastritis Dr. Wimmer

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Magenschmerzen bei leerem Bauch oder aber nach dem Essen: Die Anzeichen eines Magengeschwürs können sehr verschieden ausfallen.

Eine der häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen ist das Magengeschwür (medizinisch Ulcus ventriculi). Es kann schnell entstehen, zumeist dann, wenn die Magensäure die Magenschleimhaut angreift, da diese nicht mehr ausreichend geschützt ist. Die Gründe dafür können vielfältig sein – ebenso, wie die auftretenden Symptome.

Magengeschwür? Diese Symptome sind typisch

Mit Sicherheit feststellen lässt sich das Geschwür durch eine Magenspiegelung, die wenige Minuten dauert und mit Schlummernarkose eine unproblematische Untersuchung ist. Doch es gibt verschiedene Symptome, die auf ein Magengeschwür hinweisen können – vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum, also mehrere Monate, immer wieder auftreten:

  • Druckgefühl im Magen, vor oder nach dem Essen

  • Brennen im Magen

  • Bauchschmerzen, oft stechend oder dumpf, meist im Oberbauch

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Appetitlosigkeit

  • Gewichtsabnahme

  • Teerstuhl aufgrund von Blutungen

Besonders stark können Symptome nach dem Konsum von Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten oder stark gewürzten Speisen auftreten.

Fatal: Bei etwa zehn Prozent aller Magengeschwüre kommt es zu keinem dieser Anzeichen. Erst, wenn die Magenkrankheit fortgeschritten ist und Komplikationen wie Magenbluten entstehen, wird das Geschwür entdeckt.

Ursachen für Magengeschwür: nicht nur Stress!

Ausgelöst wird ein Magengeschwür oft durch verschiedene Faktoren. Am Anfang steht immer ein Ungleichgewicht zwischen Magensäure und neutralisierendem Magensaft. Der Magen ist also übersäuert. Die Säure greift die Magenschleimhaut an, eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) bildet sich. Breitet sich diese Entzündung in tiefere Schichten des Magens aus, handelt es sich um ein Magengeschwür.

Bei einer Magenschleimhautentzündung sollten Sie auf die richtige Ernährung achten:

Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung

Bei einer Magenschleimhautentzündung beruhigt die richtige Ernährung den Magen und mildert die Symptome. Erfahren Sie, was Sie jetzt essen sollten, und was nicht.

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Als weitere Risikofaktoren spielen bei der Entstehung eines Magengeschwürs wichtige Rollen:

  • Rauchen

  • hoher Alkoholkonsum

  • häufige Einnahme von bestimmten Medikamenten, etwa manchen Schmerzmitteln

  • Stress und andere psychische Faktoren

  • die Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori: Diesen Erreger kann selbst die aggressive Magensäure nicht besiegen.

Behandlung setzt auf Säurestopper

Musste ein Magengeschwür früher oft operiert werden, gibt es heute Medikamente, die die Magensäure gezielt stoppen. Diese heißen Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpen-Inhibitoren, PPI) und enthalten die Arzneistoffe Omeprazol oder Pantoprazol. Durch ihren Wirkmechanismus wird die Schleimhaut nicht weiter geschädigt, das Magengeschwür kann langsam abheilen.

Antazida, Medikamente, die die Magensäure neutralisieren, wirken im Vergleich zu PPI wesentlich kürzer und werden deshalb seltener empfohlen. Mittel gegen zu viel Magensäure müssen in der Regel über Monate eingenommen werden, manchmal sogar dauerhaft, wenn sich die übermäßige Bildung der Magensäure nicht wieder legt.Was Sie bei einem Reizmagen sonst noch über Säureblocker wissen sollten, lesen Sie auch bei uns.

Wurde als Ursache des Magengeschwürs eine Besiedelung mit dem Magenkeim Helicobacter pylori festgestellt, können entsprechende Antibiotika die Bakterien eliminieren. Die Antibiotika-Behandlung dauert in der Regel eine Woche.

Sonderform mit Ähnlichkeit: das Zwölffingerdarmgeschwür

Auch im an den Magen angrenzenden Zwölffingerdarm kann aufgrund von Übersäuerung ein Geschwür auftreten. Die Symptome sind ähnlich, treten aber nicht nach dem Essen auf, wie beim Magengeschwür, sondern bei nüchternem Magen, zum Beispiel nachts. Hier kann Essen die Beschwerden sogar mindern. Auch Zwölffingerdarmgeschwüre können zu Blutungen neigen, die sich durch Teerstuhl oder blutiges Erbrechen offenbaren. Auch diese Geschwüre werden mit Säureblockern behandelt.

Magengeschwür ist Risikofaktor für Magenkrebs und andere Probleme

Rund fünf bis zehn Prozent der über 50-Jährigen in Deutschland haben oder hatten schon mal ein Magengeschwür. Auch wenn ein Magengeschwür abgeheilt ist – es kann immer wieder entstehen, etwa wenn ungesunde Lebensgewohnheiten wie rauchen und Alkohol trinken nicht geändert wurden. Wichtig: Nehmen Sie Erkrankungen wie Gastritis und Magengeschwüre durch Helicobacter pylori ernst – diese Leiden erhöhen das Risiko, Magenkrebs zu entwickeln. Außerdem besteht die Gefahr eines Magendurchbruchs, wenn ein Geschwür nicht behandelt wird. Dabei gelangt der Mageninhalt in den Bauchraum, das Bauchfell entzündet sich. Extrem starke Schmerzen deuten darauf hin, es muss sofort operiert werden, da ein Magendurchbruch sonst tödlich enden kann.

Befindet sich ein Magengeschwür am unteren Ausgang des Magens und heilt dort ab, kann sich der Ausgang verengen. Dadurch gelangt die Nahrung im Magen nicht mehr problemlos in den Darm, so dass sich Betroffene häufiger übergeben müssen. Diese Komplikation nennt man Stenose.

Bei einer Magenschleimhautentzündung etwa können Sie Ihre Ernährung anpassen und den Magen so wieder ins Gleichgewicht bringen.

Mehr zu den Themen Verdauung und Krebs können Sie auf unseren Themenseiten nachlesen.

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