26.01.2017

STÄNDIG VERDAUUNGSBESCHWERDEN Reizdarm: Elf Symptome und ihre Ursache

Neues aus der Forschung zum „nervösen Darm“.

Foto: iStock/gbh007

Neues aus der Forschung zum „nervösen Darm“.

Woher kommen die so extrem unterschiedlichen Anzeichen eines Reizdarmsyndroms? Neues aus der Forschung zum „nervösen Darm“.

Beim Reizdarm von einem Volksleiden zu sprechen, trifft zu: Mindestens zwölf Millionen Menschen sind betroffen. Doch während andere Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck häufig angesprochen werden, wird das Thema Reizdarm meist verschwiegen. Denn die Symptome des Colon irritabile – so die medizinische Bezeichnung für Reizdarm – sind unangenehm bis peinlich und deshalb ist der Reizdarm immer noch ein Tabuthema.

Dabei können die Anzeichen eines Reizdarms individuell sehr unterschiedlich sein:

  • unbestimmte Bauchschmerzen

  • Krämpfe im Bereich von Magen und Darm

  • Blähbauch

  • Völlegefühl

  • Blähungen

  • plötzlich einsetzender Durchfall

  • chronischer Durchfall

  • Verstopfung

  • Durchfall und Verstopfung im Wechsel

  • Stuhlveränderungen, etwa Schleim im Stuhl

  • Schmerzen treten oft vor dem Stuhlgang auf und bessern sich nach der Entleerung.

Zusätzlich haben viele Betroffenen chronische Schmerzen, wie der Berufsverband Deutscher Internisten berichtet, etwa im Rücken-, Gelenk- oder Kopfbereich.

So vermeiden Sie einen Blähbauch:

Blähbauch vermeiden

Das sind blähende Lebensmittel

Blähbauch vermeiden

Beschreibung anzeigen

Reizdarm nicht mit Morbus Crohn verwechseln!

Viele dieser Symptome treten bei jedem mal auf, bleiben aber die Ausnahme. Von einem Reizdarm-Syndrom spricht der Arzt erst, wenn die Beschwerden mindestens drei Monate anhalten und andere Ursachen, etwa Morbus Crohnoder Laktose-Unverträglichkeit ausgeschlossen werden können. Nicht zuletzt kann auch Darmkrebs anfangs zu ähnlichen Symptomen führen.

Reizdarm hat keine organischen Ursachen

Zwar ist der Reizdarm keine gefährliche Erkrankung, weil ihm keine organischen Ursachen zugrundeliegen. Doch können ausgeprägte Symptome die Lebensqualität Betroffener stark einschränken. Reizdarmpatienten berichten etwa, dass sie sicherheitshalber immer in der Nähe einer Toilette bleiben, ihren Einkauf, die Fahrt zur Arbeit und die Unternehmungen in der Freizeit darauf abstimmen. Viele versuchen auch, ihre Ernährung streng danach auszuwählen, dass sie auf keinen Fall schwer verdaulich ist oder Blähungen auslösen könnte.

Der Ursache des Reizdarms auf der Spur

Über die wahren Ursachen des Reizdarmsyndroms weiß die Medizin bislang wenig. Eine Störung der Darmflora mit einer Übermacht schädlicher Bakterien im Vergleich zu den nützlichen Darmbakterien soll eine Rolle spielen.

Schwedische Wissenschaftler haben vor kurzem entdeckt, worin die so unterschiedlichen Magen- und Darmbeschwerden begründet liegen könnten: in den Genen. In einer Studie fanden sie heraus, dass bei Reizdarm ein bestimmtes Gen defekt ist. Dieses enthält die Erbinformation für ein Enzym, das im Darm Stärke und Zucker spaltet. Fehlt das Enzym, kommt es zu Durchfall, Verstopfung, Schmerzen.

Die Forscher hoffen nun, dass ihre Entdeckung die Basis für ein neues Medikament gegen Reizdarm bilden könnte und man in Zukunft ähnlich wie bei Laktoseintoleranz einfach das fehlende Enzym in Form von Tabletten einnimmt. Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Schmerzen wären dann Geschichte!

Mehr zum Thema Verstopfung

Seite