27.01.2017

GUTE STRAHLEN, SCHLECHTE STRAHLEN Sonnenallergie – was tun und wie vorbeugen?

Auch im (Halb-)Schatten ist die Sonne noch stark genug, um unerwünschte Hautreaktionen hervorzurufen.

Foto: iStock/SrdjanPav

Auch im (Halb-)Schatten ist die Sonne noch stark genug, um unerwünschte Hautreaktionen hervorzurufen.

Juckender Ausschlag statt Bräune – Sonnenallergie tritt meist auf, wenn die Haut noch nicht an Sonne gewöhnt ist. Was dagegen hilft!

Die Haut reagiert auf Sonne nicht mit Bräune, sondern mit roten Flecken, juckenden Bläschen und kann sogar anschwellen: Sonnenallergie tritt vor allem im Winter auf, wenn Sie mit blasser, sonnenentwöhnter Haut zum ersten Mal wieder in die Sonne gehen – hierzulande im Frühling oder im Winter auf einer Fernreise.

Erste Hilfe bei Sonnenallergie

Als Sofortmaßnahmen können Sie bei Sonnenallergie Folgendes tun:

  • direktes Sonnenlicht meiden

  • Auflagen mit Quark kühlen und unterstützen die Heilung; auch Joghurt und Buttermilch eignen sich zur Selbstbehandlung bei Sonnenallergie.

  • unparfümierte Aloe-Vera-Produkte

  • Salben, Lotionen und Gels mit Antihistaminika oder Hydrokortison (beides rezeptfrei in der Apotheke) können die allergische Reaktion stoppen und das Abheilen beschleunigen.

Ist die Sonnenallergie ausgeprägt, können Antihistaminika auch eingenommen werden, wie der DAAB (Deutsche Allergie- und Asthmabund) empfiehlt. Im schlimmsten Fall, wenn die Haut stark anschwillt, verschreibt der Arzt stärkere Antihistaminika oder auch Kortison.

Sonnenallergie bei Kindern betrifft vor allem das Gesicht

Vor allem die Kleinen vertragen Sonne noch schlecht und reagieren häufig mit Sonnenallergie und Sonnenbrand. Besonders das Gesicht kann betroffen sein. Selbstbehandlung ist dann jedoch nicht ratsam; die Therapie jeder Hautveränderung sollte bei Kindern grundsätzlich durch den Kinderarzt erfolgen.

Die wichtigste Regel bei diesem Thema: Babys unter einem Jahr sollten niemals direkter Sonne ausgesetzt werden, selbst dann nicht, wenn sie mit Sunblocker eingerieben sind. Auch die Haut von Kleinkindern ist noch nicht stark genug, UV-Bestrahlung ohne Schäden auszuhalten. Wie inzwischen bekannt ist, sind vor allem UV-Schäden in der Kindheit einer der wichtigsten Risikofaktoren für Hautkrebs.

So kann man einer Sonnenallergie vorbeugen

Auch für Erwachsene gilt: Ohne Sonne kein Hautschaden wie Sonnenallergie und Sonnenbrand. Geben Sie Ihrer Haut die Chance, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen. Was außerdem sinnvoll ist:

  • Halten Sie sich so oft wie möglich im Schatten auf. Bedenken Sie dabei jedoch, dass auch im Baumschatten UV-Strahlen vorhanden sein können und helle Flächen das Sonnenlicht reflektieren.

  • Am Strand reflektiert auch der Sand UV-Strahlen, die Bestrahlung ist hier also besonders intensiv.

  • UV-A- und UV-B-Strahlen dringen sogar durch Wolken.

  • Benutzen Sie bei blasser Haut deshalb grundsätzlich UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF), auch wenn es wolkig ist oder Sie sich ausschließlich im Schatten aufhalten.

  • Wenn Sie schon mal eine Sonnenallergie hatten: Wählen Sie eine Sonnencreme mit hohem LSF, aber ohne Konservierungs- und Duftstoffe, die Ihre Haut zusätzlich reizen könnten.

Was genau ist eine Sonnenallergie?

Eigentlich handelt es sich dabei um keine echte Allergie, sondern meist um ein Sonnenekzem, medizinisch polymorphe Lichtdermatose (PLD). Warum UV-Strahlen diese Hautreaktion an Armen, Dekolleté, Bauch und Beinen auslösen, ist noch nicht geklärt. Vermutlich spielen Entzündungsbotenstoffe eine Rolle, die durch das Sonnenlicht geweckt werden.

Daneben gibt es weitere Hauterkrankungen, die im Zusammenhand mit UV-Strahlen auftreten, etwa:

  • Phototoxische Reaktion: Hier reagiert die Haut unter dem Einfluss der Strahlen mit einem anderen Stoff, etwa Bestandteile in Kosmetik. Dann spricht man von Mallorca-Akne. Tritt die Sonnenallergie vor allem dann auf, wenn Sie beim Sonnen im Gras liegen, können Pflanzenstoffe gemeinsam mit UV-Strahlung die Hautreaktion auslösen. Auch manche Medikamente haben die Nebenwirkung, die Haut empfindlicher gegenüber der Sonne zu machen. Dies betrifft beispielsweise Johanniskrautprodukte.

  • Lichturtikaria: Diese Form der Nesselsucht bildet sich unter dem Einfluss von Sonne und ist sehr selten. Typisch für Lichturtikaria: flächige Quaddeln, die stark jucken und sich ausbreiten.

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