20.01.2017

RISIKO FÜR SPORTLER UND MUSIKER Tennisarm und -ellenbogen – Behandlung von Tapen bis OP

Büroarbeit erhöht das Risiko für eine Sehnenreizung im Ellbogen.

Foto: © iStock/Choreograph

Büroarbeit erhöht das Risiko für eine Sehnenreizung im Ellbogen.

Massive Schmerzen vom Ellenbogen bis in die Finger sind typisch für den Tennisarm. Welche Behandlungen sinnvoll sind – mit Übung.

Überlastung ist die Ursache für den sogenannten Tennisarm. Deshalb bekommen nicht nur Sportler diese schmerzhafte Sehnenreizung im Bereich des Ellenbogens, sondern auch Handwerker, Musiker, Reinigungskräfte und alle, die viel am Computer mit der Maus arbeiten. Der Tennisarm kann also durchaus eine Berufskrankheit sein.

Ständige monotone Bewegungen, aber auch plötzliche, zu hohe Kraftanstrengung, die den Unterarm überlastet und die Muskeln in diesem Bereich verkrampfen, können zu einem Tennisarm, medizinisch Epicondylitis radialis humeri, führen. Der Name bezieht sich auf den Epikondylus, das ist die lateinische Bezeichnung für den Sehnenansatz am Knochenvorsprung des Ellbogens. Korrekt handelt es sich beim Tennisarm daher eigentlich um einen Tennisellenbogen.

Symptome beim Tennisarm oder Tennisellenbogen

Typisch für diese Entzündung sind nicht nur stechende Schmerzen im Ellenbogen, sondern auch Schmerzen in der Hand und im Unterarm bei

  • den Bewegungen, die zur Sehnenüberlastung führten – also Fensterputzen, Schneeschippen, stundenlang mit der Maus arbeiten, Tennisspielen, Golfen, Kanufahren

  • dem Tragen schwerer Lasten

  • Händeschütteln

  • Aufschrauben von Gläsern

Vor allem der Druckschmerz im Bereich des Ellenbogens weist auf die Epicondylitis hin.

Anfangs treten die Schmerzen nur unter Belastung auf, später können sie auch in Ruhe spürbar werden. Spätestens dann sollten Sie zum Arzt gehen. Denn je früher die Behandlung beim Tennisarm einsetzt, umso kürzer dauert es, bis die Beschwerden verschwinden.

Allerdings müssen Sie trotzdem Geduld haben: Sogar mit Behandlung kann es drei Monate dauern, bis Sie wieder beschwerdefrei sind. Ohne Behandlung, wenn Sie den Ellenbogen nur entlasten, beträgt diese Zeitspanne mindestens ein Jahr.

Schmerzen durch Tennisarm – diese Behandlungen sind sinnvoll

Erfolgreich sind meist bereits folgende konservativen Maßnahmen gegen den Tennisellenbogen, wobei immer Entlastung dazugehört:

  • Kühlung

  • Muskeln lockern und Sehnenansatz entlasten mit Kinesio-Tape

  • schmerzlindernde medizinische Salben, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen

  • entzündungshemmende Schmerzmittel

  • Ultraschall und extrakorporale Stoßwellen sollen die Selbstheilung anregen

  • Physiotherapie – dabei dehnt der Therapeut mit Massage die verspannte Unterarmmuskulatur und nimmt damit den Druck auf den Sehnenansatz am Ellenbogen, zusätzlich Übungen, die einen ähnlichen Effekt aufweisen und die Sie selbst ausführen können.

  • Epikondylitis-Spange – die Orthese wird kurz unterhalb des Ellenbogens angelegt und übt einen leichten Druck auf den Unterarmmuskel aus. Die Zug-Spannung auf den Sehnenansatz wird damit gemildert. Viele Profisportler mit Tennisarm tragen die Epikondylitis-Spange, wenn sie trotzdem trainieren möchten.

Botox-Injektionen in den entzündeten Sehnenansatzbereich

Wenn diese konservativen Methoden keinen Erfolg haben und die Beschwerden sehr ausgeprägt sind, ist eine Operation möglich. Sie erfolgt ambulant und endoskopisch über einen oder zwei kleine Hautschnitte. Der Chirurg entfernt dabei geschädigte Sehnen- und Muskelteile und fixiert die Muskelfaszien (die feinen Hüllen der Muskeln) neu.

Tennisarm – Golferarm – Mausarm: Was ist das?

Oft werden diese drei Begriffe ähnlich verwendet. Das ist teilweise auch richtig, weil sie gleiche Auslöser und ein ähnliches Krankheitsbild haben. Die einzigen Unterschiede:

  • Tennsiarm: Sehnenansätze der Streckmuskulatur des Handgelenks und der Finger sind gereizt.

  • Golferarm: Sehnenansätze der Beugemuskulatur sind gereizt.

  • Mausarm: Überlastung geht von den Streckermuskeln der Finger aus, die Reizung der entsprechenden Sehnen kann sich bis in den Ellenbogen und die Schulter auswirken.

Wichtig, um diese Krankheiten zu vermeiden: Überlasten Sie Ihre Arme und Hände nicht, weder beim Sport noch in der Arbeit. Ausgleichsgymnastik und Entspannungsübungen helfen dabei.

Dem Tennisarm vorbeugen mit einer simplen Übung

Diese einfache Dehnübung hilft dabei, keinen Tennisellenbogen zu bekommen:

  1. Halten Sie beide Arme vor Ihrem Körper ausgestreckt nach unten.

  2. Beugen Sie nun die Hand, die für einen Tennisarm gefährdet ist, nach hinten.

  3. Nehmen Sie mit der anderen Hand die Finger der ersten Hand und ziehen Sie diese leicht nach hinten, halten Sie diese Dehnung zehn bis 20 Sekunden.

  4. Der Unterarm sollte dabei immer gestreckt sein.

  5. Führen Sie dann die Übung so aus, dass die Finger zur Handfläche hingezogen werden.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen