17.10.2017

Tumoren an Haut, Lunge, Darm Krebs: Leben zwischen Angst und Hoffnung

Die Diagnose Krebs ist ein Einschnitt im Leben. Doch viele Tumorarten sind inzwischen gut behandel- bis heilbar.

Foto: ©iStock/prudkov

Die Diagnose Krebs ist ein Einschnitt im Leben. Doch viele Tumorarten sind inzwischen gut behandel- bis heilbar.

Krebs ist noch immer eine Angstdiagnose – denn es gibt extrem aggressive Arten. Doch wir haben auch drei gute Nachrichten zum Thema für Sie!

Fast jeder kennt persönlich jemanden, der Krebs hat oder hatte – in der eigenen Familie, unter Freunden, Kollegen und Nachbarn. Dieser subjektive Eindruck, dass die Zahl der Krebsfälle zunimmt, stimmt: Die Diagnose Krebs wird immer häufiger gestellt. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, laut Robert-Koch-Institut sterben in Deutschland pro Jahr 220.000 Menschen daran. Die aggressivsten Krebsarten sind dabei

  • Lungenkrebs: Etwa die Hälfte der Erkrankten überlebt das Bronchialkarzinom nicht. Besonders besorgniserregend: Während bei Männern die Zahl der Betroffenen sinkt, weil immer weniger Männer rauchen, steigt die Anzahl der Frauen – weil die Nicht-Rauchen-Appelle bei vielen Frauen anscheinend wirkungslos verhallen.
  • Leberkrebs: Rund ein Drittel überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht.
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs: Dieser Tumor hat momentan noch die geringsten Aussichten auf Heilung. Ursache dafür ist auch, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs meist erst sehr fortgeschritten erkannt wird – zu spät für eine wirkungsvolle Therapie.

Krebs behandeln mit Ultraschall und Insektengift

Doch gerade bei Krebs wird weltweit in Laboratorien und Kliniken daran geforscht, noch wirksamere Therapien zu entwickeln. Drei aktuelle Entdeckungen sind dabei besonders erwähnenswert:

  1. Prostatakrebs – hochintensiv fokussierter Ultraschall (HIFU) zerstört Krebszellen in der Prostata und schont das umliegende Gewebe. Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz, die bei den gängigen Therapien häufig in Kauf genommen werden müssen, entfallen. Der Ultraschall wird derzeit in Studien geprüft, etwa am Universitätsklinikum Heidelberg.
  2. Brustkrebs – aktuell wird ein Medikament geprüft, das bei Frauen, die durch das mutierte Gen BRCA1 ein hohes, erbliches Risiko für Brustkrebs haben, vor der Entwicklung von Brustkrebszellen schützen soll. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.
  3. Insektengift gegen Krebs – das Gift einer brasilianischen Wespenart greift Krebszellen an, verschont jedoch gesunde Zellen. Das haben Laborversuche gezeigt. Die Forscher hoffen, auf Basis des Toxins ein Mittel zu entwickeln, das gegen jegliche Art von Krebs helfen könnte.

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Tumor-Marker zur Früherkennung?

Dr. Johannes Wimmer ist Arzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, TV-Moderator und Experte für digitale Arzt-Patienten-Kommunikation.

Frage: Ein Tumor-Marker ist bei mir zu hoch. Bedeutet das automatisch, dass ich Krebs habe?

Nein. Tumor-Marker entstehen zwar, wenn Krebs im Körper ist, sie können aber auch durch andere Ursachen, die nichts mit Krebs zu tun haben, erhöht sein. Sie zeigen Entzündungen im Körper an. Auch bei Rauchern oder Schwangeren können diese Laborwerte ansteigen. Daher sind Tumor-Marker auch nicht so gut zur Krebsfrüherkennung geeignet. Die Ergebnisse würden zu viele gesunde Menschen unnötig beunruhigen. Zur Beobachtung des Verlaufs von Tumorerkrankungen und für die Krebsnachsorge sind sie aber sehr wichtig. Fallen die Werte zum Beispiel ab, heißt das, die Behandlung schlägt an.

Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob er weitere Untersuchungen vorschlägt oder ob es genügt, die Blutwerte im Blick zu behalten.

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