06.01.2017

TUMORVORSORGE Darmkrebs: Warum Sie nicht erst auf Symptome warten sollten

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und bei Frauen.

Foto: iStock/KatarzynaBialasiewicz

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und bei Frauen.

Darmkrebs hat typische Anzeichen. Doch wenn sie auftreten, ist der Tumor oft schon fortgeschritten. Mehr über Frühsymptome und Vorsorge.

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und bei Frauen sogar die zweithäufigste nach Brustkrebs. Und das kolorektale Karzinom, wie Darmkrebs in der Fachsprache heißt, macht besonders viel Angst – vor allem, weil ein künstlicher Darmausgang (medizinisch Kolostoma, Stoma, Anus praeter) nötig werden kann.

Dank verbesserter Operationstechniken ist heute jedoch ein dauerhaftes Stoma immer seltener notwendig, wie der Deutsche Krebsinformationsdienst (dkfz) berichtet.

Vier frühe Anzeichen von Darmkrebs, die Sie beachten sollten

Doch auch wenn die Therapien bei Darmkrebs immer besser werden – die besten Heilungschancen bestehen, wenn der Tumor möglichst früh entdeckt wird. Dabei ist in erster Linie die Vorsorgeuntersuchung wichtig. Sinnvoll ist aber auch, auf den eigenen Körper zu hören und Veränderungen zu registrieren, die vielleicht im Zusammenhang mit einer Vorstufe von Darmkrebs stehen könnten.

Darmspiegelung und Stuhltest werden erst ab 50 Jahren empfohlen, denn Darmkrebs gilt bisher noch als Alterserkrankung. Doch schon Jahrzehnte vorher kann sich etwa ein Darmpolyp, die häufigste Vorstufe von Darmkrebs, gebildet haben. Wird er zeitnah entfernt, entsteht erst gar kein Karzinom.

Achten Sie deshalb auf folgende Anzeichen, die durch Veränderungen im Darm auftreten können und von einem Arzt abgeklärt werden sollten:

  1. Die Stuhlgewohnheiten verändern sich – plötzlich kommt es öfter zu Verstopfung oder zu Durchfall als früher, oder Durchfall und Verstopfung wechseln sich häufig ab.

  2. Stuhlauffälligkeiten – dem Stuhl ist Schleim beigemengt, frisches Blut (rot) oder altes Blut (schwarz) führt zu einer Farbveränderung des Stuhls oder der Stuhl ist nur noch kleinfingerdick, weil ein Tumor den Darm verengt.

  3. Verdauungsbeschwerden wie häufige Blähungen

  4. immer wieder Übelkeit, Bauchschmerzen, Darmkrämpfe

Diese Symptome können von Polypen, Darmkrebs, aber auch anderen Krankheiten stammen. Die Darmspiegelung bringt Klarheit. Im Falle eines Polypen ist die Koloskopie nicht nur Diagnosemittel, sondern kann therapeutisch genutzt werden; der Polyp wird währenddessen entfernt!

Darmkrebs-Früherkennung: Das ist zu beachten

Etwa jeder 20. Mensch erkrankt im Leben am kolorektalen Karzinom, die Heilungschancen bei frühzeitiger Erkennung liegen aber sehr hoch.

Die Kosten für das Screening, empfohlen ab 50, werden von den Krankenkassen übernommen. Neben einem ausführlichen Gespräch über eventuell vorliegende Risikofaktoren werden im Rahmen der Vorsorge zwei Untersuchungen durchgeführt: der Papierstreifen- oder Hämoccult-Test und die Darmspiegelung (Koloskopie).

Was den zeitlichen Ablauf der Vorsorgeuntersuchungen betrifft, haben Betroffene ohne Risikofaktoren folgende Ansprüche:

Ab dem Alter von 50 Jahren: Papierstreifentest (Okkultblut-Test, z.B. Hämoccult-Test)

Dies ist ein jährlicher Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl. Der Test umfasst drei Testbriefchen, auf die drei aufeinanderfolgende Stühle aufgetragen werden. Nachteilig ist, dass viele andere Ursachen ebenfalls zu Blutbeimengungen im Stuhl führen können. Ein positives Testergebnis macht in der Regel eine Darmspiegelung erforderlich. Da ein bestehender Darmkrebs nicht immer mit einer Blutung einhergehen muss, schließt ein negativer Test das Vorliegen von Darmkrebs aber nicht sicher aus.

Ab einem Alter von 55 Jahren: Darmspiegelung (Koloskopie)

Mit spätestens 55 Jahren wird empfohlen, eine Darmspiegelung durchführen zu lassen, mit Anspruch auf eine zweite Darmspiegelung im Abstand von zehn Jahren. Die Koloskopie ist die endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms. Sie ist nicht nur die genaueste Untersuchung, sondern ermöglicht neben der Entnahme von Gewebsproben (Biopsien) auch die sofortige Entfernung von möglichen Krebsvorstufen. Daher bietet diese Untersuchung eine sehr große Sicherheit. Wer an diesem Screening teilnimmt, muss keine Stuhltests mehr machen.

Wenn die Darmspiegelung nicht wahrgenommen wird, kann alle zwei Jahre aber ein weiterer Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl erfolgen.

Liegen bereits Risikofaktoren vor – wie zum Beispiel ein Darmkrebs-Fall in der Familie –, sollte mit den Vorsorgeuntersuchungen bereits vor dem 55. Lebensjahr begonnen werden. Auch bei Anzeichen wie Blut im Stuhl oder bei häufigen Durchfällen ist es empfehlenswert, Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen, um eine Darmkrebs-Erkrankung auszuschließen.

Nicht erst bis zu den späten Stadien von Darmkrebs warten

Ist Darmkrebs bereits weit fortgeschritten, verstärken sich diese Anzeichen. Wenn das Karzinom dann häufig blutet, entwickelt sich Blutarmut. Zusätzlich verliert der Betroffene an Gewicht. Oft haben sich in diesem Stadium bereits Metastasen gebildet, etwa in der Leber.

Darmkrebsvorsorge mit den entsprechenden Untersuchungen ist deshalb wichtig. Aber Sie sollten auch bei Veränderungen der Verdauung und des Stuhls aufmerksam werden, damit Darmkrebs und seine Vorstufen so frühzeitig wie möglich entdeckt werden. Dann liegen die Heilungschancen bei weit über 90 Prozent, fast so gar bei 100 Prozent.

Mehr Informationen zur Darmkrebsvorsorge lesen Sie im Interview mit Gastroenterologie-Fachärztin Dr. Dagmar Mainz.

Wenn Sie sich vor Krebs schützen wollen, sollten Sie auf eine gesunde Lebensweise achten. Vitamin D zum Beispiel schützt vor Brust- und Darmkrebs. Und auch Bewegung zur Vorbeugung sowie während der Krebsbehandlung kann helfen, Symptome zu lindern und sogar Leben retten.

Mehr zum Thema Krebs sowie zur Verstopfung lesen Sie auf unseren Themenseiten.

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