08.09.2017

Schwangerschaftsrisiko Eileiterschwangerschaft – Symptome erst nach der 6. Woche!

Bei einem positiven Schwangerschaftstest kann es sich auch um eine Eileiterschwangerschaft handeln. Wir klären Sie über die Symptome von Eileiterschwangerschaften und ihre Risiken auf.

Foto: ©iStock/AtnoYdur

Bei einem positiven Schwangerschaftstest kann es sich auch um eine Eileiterschwangerschaft handeln. Wir klären Sie über die Symptome von Eileiterschwangerschaften und ihre Risiken auf.

Endlich schwanger – doch es ist eine gefährliche Eileiterschwangerschaft. Was Sie über die Anzeichen und OP wissen sollten.

 

Zuerst ist noch alles normal: Der Schwangerschaftstest ist positiv, die Regel bleibt aus, die Brüste spannen und in Blut und Urin steigt der HCG-Wert kontinuierlich. HCG steht für humanes Choriongonadotropin, das Hormon gilt als frühester Marker für eine Schwangerschaft.

Symptome von Eileiterschwangerschaften im Überblick

Etwa nach der sechsten bis neunten Woche können zusätzliche Eileiterschwangerschaft-Symptome auftreten. Bei diesen Alarmzeichen sollten Schwangere einen Arzt aufsuchen:

  • Bauchschmerzen
  • Unterleibsschmerzen auf einer Seite
  • Schmierblutungen
  • Berührungsschmerzen der Bauchdecke an einer Stelle

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Was genau ist eine Eileiterschwangerschaft?

Ausgelöst werden die genannten Beschwerden meist durch eine befruchtete Eizelle, die sich nicht in der Gebärmutter eingenistet hat, sondern im Eileiter heranwächst. Das trifft bei einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität) in 95 Prozent der Fälle zu. Sehr selten dagegen nistet sich das befruchtete Ei in folgenden Geweben und Organen ein:

  • Bauchhöhle (Bauchhöhlenschwangerschaft)
  • Eierstock
  • Gebärmutterhals

Weil im Eileiter und den anderen Organen kein Platz ist, wenn das Ei sich weiterentwickelt, kommt es zu Schmerzen. Und reißt etwa der Eileiter unter diesem Druck, droht eine lebensgefährliche Blutung.

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Eileiterschwangerschaft erkennen – mit HCG-Wert und Ultraschall

Der Arzt kann meist schon durch Abtasten erkennen, ob eine normale oder eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Mit Ultraschall stellt er fest, ob sich das Ei innerhalb der Gebärmutter befindet. Hohe HCG-Werte im Schwangerschaftstest, aber das Fehlen des befruchteten Eis im Uterus gilt als sicherer Beweis für eine Eileiterschwangerschaft.

OP bei Eileiterschwangerschaft ist heute Standard

Oft entdeckt der Arzt bei der Ultraschall-Untersuchung, an welcher Stelle sich das Ei eingenistet hat. Funktioniert das nicht, schafft eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) Klarheit. Dabei lässt sich das falsch platzierte Ei oft gleich herausnehmen. Je nach Ort der Fehleinnistung muss dann etwa ein Eileiter entfernt werden.

Daneben lässt sich die Eileiterschwangerschaft auch mit Medikamenten beenden, etwa dem Zellgift Methotrexat (MTX). Diese Methode wird der Arzt jedoch nur dann anwenden, wenn die Eileiterschwangerschaft noch keine Beschwerden verursacht, also im Rahmen einer Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung entdeckt wurde.

Durch die in Deutschland üblichen engmaschigen Untersuchungen der Schwangeren werden damit Eileiterschwangerschaften heute oft so früh erkannt, dass es noch zu keinen Eileiterschwangerschaft-Symptomen wie Schmerzen und Blutungen gekommen ist.

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Diese Vorsorgeuntersuchungen in der Frühschwangerschaft gelten auch als einer der Gründe dafür, dass heute doppelt so viele Eiterschwangerschaften diagnostiziert (zwei von 100 schwangeren Frauen) werden wie früher. Viele der fehlplatzierten Eizellen gehen nämlich spontan ab, bevor sie zu Problemen führen konnten und wurden deshalb vor Einführung dieser medizinischen Überwachung der Schwangeren gar nicht erkannt.

Doch allgemein ist Abwarten bei einer Eileiterschwangerschaft kein guter Rat: Treten Symptome von Eileiterschwangerschaften auf, ist rasche Behandlung unumgänglich, um das Leben der Frau nicht zu gefährden.

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