13.12.2016

400.000 OPS PRO JAHR Nierensteine entfernen mit Laser und Klebstoff!

Genügend Flüssigkeit beugt Nierensteinen vor.

Foto: ©iStock/elenaleonova

Genügend Flüssigkeit beugt Nierensteinen vor.

Lösen Nierensteine Symptome wie Schmerzen oder sogar Koliken aus, müssen sie entfernt werden müssen. Dabei gibt es jetzt eine Verbesserung.

Nierensteine sind häufiger als gedacht. 400.000 Behandlungen zur Entfernung von Nierensteinen werden jährlich in Deutschland vorgenommen, veröffentlichte kürzlich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Zahl der Woche.

Stumme Nierensteine müssen oft nicht behandelt werden

Ob Nierensteine behandelt werden müssen oder eine leichte Lebensumstellung ausreicht, hängt davon ab, welche Beschwerden die Nierensteine auslösen. Sogenannte stumme Steine, die keine Schmerzen verursachen, werden oft zufällig bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung des Rückens oder Bauchraums entdeckt. Meist handelt es sich um kleine Exemplare.

Dann reichen meist einfache Maßnahmen und die Steinchen gehen von selbst mit dem Urin ab. Dazu gehören:

  • viel trinken,

  • ausreichende Bewegung und

  • der Verzicht auf Lebensmittel, die viel Oxalsäure enthalten und so die Steinbildung begünstigen – etwa Fleisch und Wurst, aber auch Rhabarber, Spinat, Rote Bete, Schokolade, schwarzer sowie grüner Tee

Symptome bei Nierensteinen und Nierenkolik

Anders ist das, wenn Nierensteine Symptome auslösen. Das können sein:

  • Harnwegsinfektion

  • Blut im Urin

  • starke Schmerzen, die im seitlichen Rücken (Flanke) beginnen und in den Unterbauch ausstrahlen

Diese Schmerzen können sich steigern, treten dann in Wellen auf und sind schier unerträglich. Dann spricht der Arzt von einer Nierenkolik.

Nierensteine entfernen: Wann und wie?

Meistens müssen in solchen Fällen die Nierensteine schnellstmöglich entfernt werden. Dazu gibt es mehrere Methoden:

  • Steinzertrümmerung durch Stoßwellen (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie): Dabei werden Druckwellen gezielt auf den Stein gerichtet. Er zerfällt und kann den Körper über den Urin auf natürlichem Weg verlassen. Diese Methode gilt als besonders erfolgreich (80 Prozent).

  • Minimalinvasive Steinbehandlung: Der Arzt schiebt winzige Behandlungsschläuche über einen Mini-Schnitt unterhalb der Rippen oder völlig ohne Einsatz des Skalpells über den Harnleiter zur erkrankten Niere. Dort wird der Stein per Laser zerstört, die Trümmer abgesaugt oder mit einem Greifer entfernt.

Neue Methode kann Nierensteine restlos entfernen

Sowohl bei Zertrümmerung als auch Endoskopie bestand jedoch das Risiko, dass Reste des Steins in Niere oder Harnleiter verbleiben, sich wieder vergrößern und erneut Schmerzen auslösen können. Forscher am Fraunhofer-Institut in Bremen haben deshalb jetzt einen Klebstoff entwickelt, der nach dem Lasern die Steinreste umschließt. Dieser Klumpen aus Kleber und Steinfragmenten ist sehr elastisch und kann mit den Fanginstrumenten sicher entfernt werden.

>> Nierenbeckenentzündung – Symptome ernst nehmen!

Die Ursachen: Wie entstehen Nierensteine?

Diese Risikofaktoren begünstigen, dass sich in Nieren und Harnleitern Steine bilden:

  • Gicht

  • zu viel Fleisch und Wurst

  • häufiger Verzehr oxalsäurereicher Lebensmittel

  • Bewegungsmangel (Bettlägerigkeit)

  • häufige Harnwegsinfektionen

  • schnelle Gewichtsabnahme und dabei zu wenig trinken – auch deshalb wird übrigens bei allen Schlankheitsdiäten darauf hingewiesen, viel zu trinken.

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