Aktualisiert: 13.10.2020 - 11:00

Quälender Husten über Monate Keuchhusten bei Erwachsenen: Bringt die Impfung was?

Da reicht der Pieks in der Kindheit nicht aus: Auch für Erwachsene kann eine Auffrischung der Keuchusten-Impfung sinnvoll sein, denn die bakterielle Erkrankung kann auch später noch auftreten und kann schwere Komplikationen nach sich ziehen.

Foto: iStock.com/Jovanmandic

Da reicht der Pieks in der Kindheit nicht aus: Auch für Erwachsene kann eine Auffrischung der Keuchusten-Impfung sinnvoll sein, denn die bakterielle Erkrankung kann auch später noch auftreten und kann schwere Komplikationen nach sich ziehen.

Keuchhusten ist eine typische Kinderkrankheit – aber auch Erwachsene können erkranken. Bei ihnen zeigt sich Keuchhusten aber anders als bei Kindern; Komplikationen können drohen. Was Sie darüber wissen sollten, lesen Sie hier!

Keuchhusten ist eigentlich eine Krankheit, an der vor allem Kinder erkranken. Doch Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen, dass in den vergangenen Jahren immer weniger kleine Patienten Keuchhusten bekommen, im Gegenteil aber zunehmend Erwachsene. Die Erklärung für dieses Phänomen: 95 Prozent der Kinder erhalten inzwischen eine Grundimmunisierung gegen Pertussis, so der medizinische Fachausdruck für die Infektion. Die erste Impfung erfolgt als als Kombinationsimpfung ab dem zweiten Lebensmonat. Später sorgen Auffrischimpfungen bis zum Alter von 17 Jahren für weiteren Schutz.

Keuchhusten: Auch Erwachsene erkranken!
Keuchhusten: Auch Erwachsene erkranken!

Keuchhusten bei Erwachsenen: Die Impfung schützt nur rund zehn Jahre

Dagegen verfügen viele Erwachsen nicht über diesen Schutz – oder die Impfung liegt zu lange zurück. Denn der Keuchhusten-Impfschutz hält nur etwa zehn Jahre an, danach muss er aufgefrischt werden. Dies geschieht bei Erwachsenen meist in Kombination mit Tetanus und Diphtherie (Td-Impfung).

Symptome von Keuchhusten bei Kindern und Erwachsenen

Doch an Keuchhusten denken die wenigsten, wenn sie im Erwachsenenalter hartnäckigen Husten haben. Denn anders als bei Kindern fehlt bei ihnen häufig das Symptom, nach einem Hustenanfall keuchend nach Luft schnappen zu müssen – was der Infektionskrankheit ihren Namen verlieh.

Die Anzeichen von Keuchhusten sind je nach Stadium der Krankheit unterschiedlich:

  • Stadium 1 (Stadium catarrhale): Symptome wie bei einem grippalen Infekt, Schnupfen, Husten, etwas Fieber, Dauer etwa ein bis zwei Wochen.
  • Stadium 2 (Stadium convulsivum): Bei Kindern kommt es zu dem stakkatoartigen Husten mit Keuchen. Bei Erwachsenen ist der Husten eher weniger ausgeprägt, aber sehr hartnäckig. Diese Phase dauert vier bis sechs Wochen.
  • Stadium 3 (Stadium decrementi): Die anschließenden etwa vier Wochen oder mehr sind gekennzeichnet durch abklingenden Husten.

Insgesamt kann Keuchhusten also bis zu einem Vierteljahr dauern! Ansteckungsgefahr besteht dabei vor allem in den ersten Wochen der Erkrankung. Dann können die Bakterien der Art Bordetella pertussis, die Keuchhusten auslösen, per Tröpfcheninfektion (durch Husten, Niesen oder indirekt über Türgriffe und ähnliches) weitergegeben werden. Die Inkubationszeit (Ansteckungszeit) beträgt bei Keuchhusten sechs bis 20 Tage.

Keuchhusten trotz Impfung

Keuchhusten kann gerade bei Erwachsenen unter Umständen zu Komplikationen führen, etwa Lungen- oder Hirnhautentzündung (Meningitis). Tatsache ist allerdings auch, dass die Pertussis-Impfung nicht zu 100 Prozent vor der Infektion schützt. Die Auffrischimpfung ist für Erwachsene deshalb ebenso wichtig wie für Kinder. Vor allem Menschen, die (beruflich) viel mit kleinen Kindern zu tun haben sowie Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten ihren Impfschutz überprüfen und falls nötig auffrischen lassen.

Welche Impfungen auch für Erwachsene wichtig sind, lesen Sie auch bei uns.

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