19.10.2017

Quälender Husten über Monate Keuchhusten: Darum sollten sich Erwachsene impfen lassen!

Die Impfung gegen Keuchhusten hält maximal rund zehn Jahre vor. Deshalb erkranken immer mehr Erwachsene an der vermeintlichen Kinderkrankheit.

Foto: iStock/Wavebreakmedia

Die Impfung gegen Keuchhusten hält maximal rund zehn Jahre vor. Deshalb erkranken immer mehr Erwachsene an der vermeintlichen Kinderkrankheit.

Bei Erwachsenen zeigt sich Keuchhusten anders als bei Kindern; Komplikationen können drohen. Was Sie darüber wissen sollten, lesen Sie hier!

Keuchhusten ist eigentlich eine typische Kinderkrankheit. Doch Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass in den vergangenen Jahren immer weniger kleine Patienten Keuchhusten bekommen, im Gegenteil aber zunehmend Erwachsene. Die Erklärung für dieses Phänomen: 95 Prozent der Kinder erhalten inzwischen eine Grundimmunisierung gegen Pertussis, so der medizinische Fachausdruck für die Infektion. Die erste Impfung erfolgt als als Kombinationsimpfung ab dem zweiten Lebensmonat. Später sorgen Auffrischimpfungen bis zum Alter von 17 Jahren für weiteren Schutz.

Keuchhusten-Impfung schützt nur rund zehn Jahre

Dagegen verfügen viele Erwachsen nicht über diesen Schutz – oder die Impfung liegt zu lange zurück. Denn der Keuchhusten-Impfschutz hält nur etwa zehn Jahre an, danach muss er aufgefrischt werden. Dies geschieht bei Erwachsenen meist in Kombination mit Tetanus und Diphtherie (Td-Impfung).

Symptome von Keuchhusten bei Kindern und Erwachsenen

Doch an Keuchhusten denken die wenigsten, wenn sie im Erwachsenenalter hartnäckigen Husten haben. Denn anders als bei Kindern fehlt bei ihnen häufig das Symptom, nach einem Hustenanfall keuchend nach Luft schnappen zu müssen – was der Infektionskrankheit ihren Namen verlieh.

>> Pseudokrupp – wie ansteckend ist er wirklich?

Die Anzeichen von Keuchhusten sind je nach Stadium der Krankheit unterschiedlich:

  • Stadium 1 (Stadium catarrhale): Symptome wie bei einem grippalen Infekt, Schnupfen, Husten, etwas Fieber, Dauer etwa ein bis zwei Wochen.

  • Stadium 2 (Stadium convulsivum): Bei Kindern kommt es zu dem stakkatoartigen Husten mit Keuchen. Bei Erwachsenen ist der Husten eher weniger ausgeprägt, aber sehr hartnäckig. Diese Phase dauert vier bis sechs Wochen.

  • Stadium 3 (Stadium decrementi): Die anschließenden etwa vier Wochen oder mehr sind gekennzeichnet durch abklingenden Husten.

Insgesamt kann Keuchhusten also bis zu einem Vierteljahr dauern! Ansteckungsgefahr besteht dabei vor allem in den ersten Wochen der Erkrankung. Dann können die Bakterien der Art Bordetella pertussis, die Keuchhusten auslösen, per Tröpfcheninfektion (durch Husten, Niesen oder indirekt über Türgriffe und ähnliches) weitergegeben werden. Die Inkubationszeit (Ansteckungszeit) beträgt bei Keuchhusten sechs bis 20 Tage.

Keuchhusten trotz Impfung

Keuchhusten kann gerade bei Erwachsenen unter Umständen zu Komplikationen führen, etwa Lungen- oder Hirnhautentzündung (Meningitis). Tatsache ist allerdings auch, dass die Pertussis-Impfung nicht zu 100 Prozent vor der Infektion schützt. Die Auffrischimpfung ist für Erwachsene deshalb ebenso wichtig wie für Kinder. Vor allem Menschen, die (beruflich) viel mit kleinen Kindern zu tun haben sowie Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten ihren Impfschutz überprüfen und falls nötig auffrischen lassen.

>> Impfung – wichtig auch für Erwachsene

Warum Kinderkrankheiten nicht nur für Kinder gefährlich sind? Sie erfahren es in unserem Video:

Warum Kinderkrankheiten nicht nur für Kinder gefährlich sind

Kinderkrankheiten sind längst nicht nur bei Kindern ein Thema - auch immer mehr Erwachsene leider an Maser, Mumps, Keuchhusten und Co. Wir zeigen, warum das gefährlich werden kann.
Mi, 06.12.2017, 11.24 Uhr

Kinderkrankheiten sind längst nicht nur bei Kindern ein Thema - auch immer mehr Erwachsene leider an Maser, Mumps, Keuchhusten und Co. Wir zeigen, warum das gefährlich werden kann.

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