10.02.2020 - 13:25

Bei Belastung oder in Ruhe Knieschmerzen: Das hilft Ihnen ganz schnell!

Gerade beim Treppenlaufen kommt es je nach Belastung schnell mal zu stechenden Knieschmerzen. Wann Sie die Symptome ernst nehmen sollten – und was dann zu tun ist.

Foto: iStock/YakobchukOlena

Gerade beim Treppenlaufen kommt es je nach Belastung schnell mal zu stechenden Knieschmerzen. Wann Sie die Symptome ernst nehmen sollten – und was dann zu tun ist.

Knieschmerzen quälen – zum Beispiel beim Sport, Treppensteigen oder sogar auf Schritt und Tritt. Was kann hinter den Beschwerden stecken? Wir sind der Sache nachgegangen.

Knieschmerzen gehören zu den häufigsten Gelenkproblemen überhaupt. Meist treten sie beim Beugen des Gelenks, beim Treppensteigen oder -herunterlaufen, aber auch beim Joggen auf. Selbst in Ruhelage kann das Knie schmerzen. Jeder vierte Erwachsene leidet darunter, unter den über 60-Jährigen ist sogar jede zweite Frau und jeder dritte Mann von Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Knies betroffen, wie die Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) berichtet.

Knieschmerzen beim Treppensteigen deuten auf Kniearthrose hin

Bei der Suche nach den Ursachen kommt es ganz darauf an, wo und wann das Symptom auftritt – etwa ob der Schmerz in Ruhe, auf der Treppe oder bei sportlicher Belastung ins Knie schießt.

Machen die Schmerzen vor allem beim Treppensteigen abwärts zu schaffen, liegt das häufig an einer Arthrose mit Gelenkbeschwerden im Knie (Gonarthrose). Denn Knieschmerzen beim Treppengehen sind das erste Anzeichen für die Abnutzung im Kniegelenk mit Knorpelabbau. Darauf weist eine britische Studie hin.

Das Gute dabei: Arthrose lässt sich mit richtiger Ernährung in Schach halten oder vorbeugen.

Daneben kommen Läsionen der beiden Kreuzbänder infrage. Diese verbinden im Inneren des Kniegelenks Schienbein und Oberschenkelknochen. Auch eine Schleimbeutel-Entzündung (Bursitis) kann sich anfangs durch Knieschmerzen beim Treppensteigen äußern.

Rheuma & Co.
Rheuma & Co.

Innen, außen, hinten oder vorne? Mögliche Ursachen für Knieschmerzen

Je nachdem, ob die Schmerzen eher an der Innen- oder an der Außenseite des Kniegelenks auftreten, kommen unterschiedliche Ursachen in Betracht:

Knieschmerzen an der Innenseite (medialer Knieschmerz)

  • Meniskus-Schaden: Im Knie gibt es zwei Menisken. Das sind halbmondförmige, flache Knorpel, die die Gelenkflächen schützen und reibungsloses Biegen ermöglichen sollen. Innen sitzende Knieschmerzen weisen auf einen Innenmeniskus-Schaden hin.
  • Sehnenschäden am sogenannten Kniebeuger, einem Muskel, der die Kniebewegungen ermöglicht
  • Fehlstellung durch einseitig abgenutzte oder unpassende Schuhe oder Knick-Senkfuß-Fehlstellung

Knieschmerzen an der Außenseite (lateraler Knieschmerz)

  • Auch hier kann ein lädierter Meniskus Ursache sein, etwa ein Riss im Meniskus, allerdings handelt es sich in diesem Fall oft um einen Außenmeniskus-Schaden.
  • Verschleißerscheinungen der Sehnen durch Überlastung, typisch für das sogenannte Läuferknie
  • Fehlstellung durch abgelaufene Laufschuhe oder andere Fehlstellungen.

Schmerzt das Knie dagegen vorne, ist dies in der Regel auf die Kniescheibe zurückzuführen.

Das Knie ist angeschwollen ohne Verletzung?

Häufig treten Knieschmerzen gemeinsam mit einer Schwellung auf, obwohl vorher kein Sturz oder ähnliches stattgefunden hat. Dann sollte auch an die Möglichkeit gedacht werden, dass es sich um einen Gichtanfall handeln könnte, wie der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) betont.

Generell werden Knieschmerzen nur manchmal von anderen Symptomen begleitet. Zu den Anzeichen gehören neben Schwellungen und Rötungen zum Beispiel ein Gefühl von Instabilität oder Blockade im betroffenen Kniegelenk. Möglich ist auch, dass sich das umliegende Gewebe erwärmt.

Das sollten Sie bei Schmerzen im Kniegelenk tun

Wichtig bei Knieschmerzen ist auf jeden Fall, nicht zu lange mit einem Besuch beim Arzt zu warten. Zwar können Salben, Gele und Kühlung des Kniegelenks oft helfen. Bestehen die Beschwerden jedoch länger oder treten unter Belastung – wie beim Treppensteigen oder Joggen – immer wieder auf, sollten Sie sie von einem Orthopäden abklären lassen.

Sofort zum Arzt gehen sollten Sie bei Knieschmerzen, wenn:

  • ein oder beide Knie plötzlich anschwellen, starke Schmerzen auftreten, und zwar mit oder ohne vorhergehende Verletzung,
  • zusätzlich Fieber auftritt, das Knie sich rötet,
  • deutliches Krankheitsgefühl, eventuell Hautausschlag dazukommen.

Die Ursache dieser Knieschmerzen kann dann nämlich eine bakterielle Gelenkentzündung sein, die sofort behandelt werden sollte. Bei der Diagnose verlässt sich der Arzt neben dem Gespräch auf Bewegungstests, die Aufschluss über mögliche Auslöser der Knieschmerzen geben. Falls nötig, schließen sich daran bildgebende Untersuchungen an, die zum Beispiel Verletzungen offenbaren können.

Krankheiten, die Ärzte häufig in Deutschland diagnostizieren – klicken Sie sich durch:

Behandlung von Knieschmerzen: Von Physio bis OP

Als Therapiemöglichkeiten schlagen Fachleute gegebenenfalls eine Physiotherapie vor oder verschreiben bestimmte Medikamente gegen die Knieschmerzen. In seltenen Fällen kommt ein operativer Eingriff infrage, etwa eine Spiegelung des Kniegelenks (Arthroskopie) oder ein künstliches Kniegelenk.

Bei der Arthroskopie wird ein Endoskop in die Gelenkhöhle geführt. Entweder nutzt man sie dann zur Diagnose, oder aber es wird gleich eine minimalinvasive Behandlung vorgenommen, etwa Gewebe entfernt. Dass die Arthroskopie bei Arthrose hilft, ist allerdings nicht zu Genüge wissenschaftlich belegt. Auch übernehmen Krankenkassen den Eingriff nicht mehr. Zudem ist man nach einem Eingriff nicht – wie oft erhofft – direkt wieder fit. Eventuell wird sogar zu viel gutes Gewebe und Knorpel entfernt, was zu weiteren Problemen führen kann. Ein gezielter Muskelaufbau, der am besten frühzeitig begonnen wird, hilft besser.

Ein künstliches Kniegelenk sollte nur in Fällen in Betracht gezogen werden, in denen ein Leben ohne Schmerzen und Probleme wirklich nicht mehr möglich ist – und auch dann nur nach reiflicher Überlegung. Denn ein künstliches Knie braucht zum einen Monate zum Verheilen, die Prothese ist nicht ewig haltbar und funktioniert zudem nicht wie ein normales Knie. Betroffene müssen also danach mit Einschränkungen leben.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen