08.12.2016

WUNDSTARRKRAMPF Tetanus – so wichtig ist die Impfung!

Wie die meisten Impfungen kann auch die Tetanusimpfung zu Nebenwirkungen führen.

Foto: iStock/naumoid

Wie die meisten Impfungen kann auch die Tetanusimpfung zu Nebenwirkungen führen.

Tetanus verläuft oft tödlich, nur eine Impfung schützt! Was Sie darüber wissen sollten, alles zu Nebenwirkungen und der Auffrischimpfung: hier.

Ein auf den ersten Blick harmloser Kratzer oder ein winziger Stich an den Stacheln einer Rose – und das Risiko einer tödlichen Infektion besteht. Über kleinste Hautverletzungen können gefährliche Bakterien eindringen: Clostridium tetani. Die Erreger von Tetanus (Wundstarrkrampf) kommen weltweit vor. Sie überleben in der Erde jahrelang, stammen aus Fäkalien von Tieren, vor allem Pferden.

Tetanus-Symptome im Überblick

Einmal im Körper produzieren die Bakterien ein tödliches Gift, das die Nerven schädigt. Frühestens einen Tag, manchmal aber auch Monate nach der Infektion zeigen sich folgende Symptome:

  • die Muskeln um die Eintrittspforte herum sind angespannt und verhärten sich.

  • Muskelkrämpfe, die im Gesicht und Nacken beginnen und sich dann auf den gesamten Körper ausbreiten. Typischerweise kommt es zu einem fixierten Lächeln – Risus sardonicus oder Teufelsgrinsen – sowie zu einer Überstreckung des Rückens nach hinten.

Setzt nicht schon bei den ersten Anzeichen eine intensive Behandlung ein, erfasst die Verkrampfung auch die Atemmuskulatur und das Herz.

Zur Therapie von Tetanus gehören zwei Maßnahmen:

  1. Injektion von Tetanus-Immunglobulin, um das Gift zu neutralisieren.

  2. starke Antibiotika, um die Tetatusbazillen abzutöten und damit die Produktion des Nervengifts zu beenden.

Trotz dieser Behandlung überleben zehn bis 20 Prozent der Betroffenen die Infektion mit Tetanus nicht, wie das Robert Koch Institut (RKI) warnt.

Tetanusimpfung besser als Behandlung

Deshalb ist es auf jeden Fall besser, Wundstarrkrampf gar nicht erst zu bekommen. Die sicherste Schutzmaßnahme ist die Tetanus-Impfung.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt deshalb bereits für Säuglinge ab der neunten Lebenswoche eine Immunisierung aufzubauen, die dreimal aufgefrischt werden sollte – mit vollendetem drittem, viertem und elftem Lebensmonat. Die Impfung wird in Muskeln am Po, Oberschenkel oder Oberarm gesetzt.

Bewährt hat sich dabei die Kombinationsimpfung mit einem Sechsfachimpfstoff, der gleichzeitig gegen Diphterie, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Hepatitis B und Hib (Haemophilus influenza Typ b) schützt.

Allerdings schützt diese Grundimmunisierung nicht ein Leben lang vor Wundstarrkrampf. Erwachsene sollten deshalb ihren Tetanusschutz im Abstand von etwa zehn Jahren immer wieder auffrischen.

Nebenwirkungen der Tetanusimpfung

Wie die meisten Impfungen kann auch die Tetanusimpfung zu Nebenwirkungen führen. Relativ häufig ist etwa eine leichte Schwellung an der Einstichstelle der Impfung, die jedoch schnell wieder abklingt. Selten kommt es zu Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, leichtem Anstieg der Körpertemperatur, Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Auch diese Nebenwirkungen legen sich zügig wieder.

Impfgegner führen zwar ins Feld, dass Tetanus-Infektionen bei uns äußerst selten sind – im Gegensatz zu Ländern wie Afrika. Doch gerade, weil die Behandlungschancen bei Ausbruch der Krankheit nicht optimal sind und weil der Nutzen der Impfung ihre Nebenwirkungen bei weitem überwiegt, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob bei Ihnen eine Auffrischimpfung gegen Tetanus sinnvoll wäre oder Sie sogar eine Grundimmunisierung brauchen.

Mehr zum Thema Impfung

Seite