02.12.2016

FEHLBILDUNGEN BEI BABYS Toxoplasmose in der Schwangerschaft: gefährlicher als gedacht!

Schlecht gewaschener Salat, aber auch Katzenkot und kontaminierte Erde sind Ansteckungsquellen für Toxoplasmose in der Schwangerschaft!

Foto: ©iStock/mediaphotos

Schlecht gewaschener Salat, aber auch Katzenkot und kontaminierte Erde sind Ansteckungsquellen für Toxoplasmose in der Schwangerschaft!

Toxoplasmose in der Schwangerschaft ist wesentlich häufiger als bisher angenommen. Die wichtigsten Antworten rund um die Infektion und den Test.

Rund ein Prozent aller Schwangeren ist mit Toxoplamose infiziert, 345 Neugeborene kommen deshalb pro Jahr in Deutschland mit Fehlbildungen zur Welt – das sind 15-mal so viele wie die bisher gültigen Schätzungen nennen. So lautet das beunruhigende Ergebnis einer Studie mit mehr als 6.000 Deutschen. Doch was ist Toxoplasmose genau und warum ist sie für das Ungeborene so gefährlich?

>> Hässliche Dehnungsstreifen? Ein Tattoo kann helfen!

Darüber ist eine Ansteckung mit Toxoplasmose möglich

Bei Toxoplasmose handelt es sich um eine Infektion mit Parasiten der Art Toxoplasma gondii. Bevorzugter Wirt dieser Spezies sind Katzen, aber auch Schweine und andere Schlachttiere. Die Toxoplasmose-Erreger kommen in den Zellen der Tiere vor, werden außerdem mit ihrem Kot ausgeschieden. In der Erde überleben die Erreger viele Monate. Es besteht also eine zweifache Ansteckungsgefahr:

  1. direkt über nicht ausreichend durchgegartes oder rohes Fleisch von infizierten Tieren

  2. indirekt über Kontakt mit kontaminierter Erde: Dieses Risiko besteht etwa, wenn eine Katze in den Garten ein Häufchen setzt und die Erreger dann bei der Gartenarbeit über die Hände in den Mund gelangen.

Auch schlecht gewaschenes Obst und Gemüse, das mit infiziertem Kot in Berührung gekommen ist, stellt eine Infektionsquelle dar. Selbstverständlich sollten Schwangere außerdem auf keinen Fall die Katzentoilette säubern.

>> Ringelröteln in der Schwangerschaft: Was tun?

Toxoplasmose-Symptome werden meistens übersehen

Die Studie zeigt, dass etwa die Hälfte aller Erwachsenen bereits Kontakt mit Toxoplasmose hatte. Die Infektion ist in der Regel harmlos, zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung zeigen sich manchmal

  • Fieber

  • Müdigkeit

  • Muskelschmerzen

  • Durchfall

Nach wenigen Tagen ist die Infektion vorbei und es kommt zu keinen Folgen. Danach ist man lebenslang immun gegen Toxoplasmose.

>> Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Werte kontrollieren

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann Toxoplasmose jedoch dramatische Folgen fürs das Baby haben. Der Parasit kann über die Plazenta das Ungeborene erreichen. Je nach Stadium der Schwangerschaft drohen Fehlgeburt oder bleibende Nerven- und Augenschäden beim Kind. Diese Risiken bestehen vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft.

Wird während der Schwangerschaft eine Toxoplasmose-Infektion festgestellt, gibt es zur Behandlung verschiedene Antibiotika, etwa Spiramycin, Pyrimethamin oder Sulfadiazin.

>> 9 Krankheiten, die eine Schwangerschaft heilen kann

Wie sinnvoll ist der Test auf Toxoplasmose?

Eine Impfung gegen Toxoplasmose ist nicht möglich. Um schwangeren Frauen mehr Sicherheit zu bieten, sehen Länder wie etwa Frankreich ein Schwangeren-Screening auf Toxoplasma-gondii-Antikörper vor. Damit lässt sich feststellen, ob die Frau bereits Toxoplasmose hatte und damit immun ist oder womöglich frisch infiziert. In Deutschland wird der Test jedoch nicht von allen Kassen übernommen. Die Kosten belaufen sich auf rund 15 Euro.

Ergibt die Blutuntersuchung, dass die Frau eine akute Toxoplasmose-Infektion hat, kann rechtzeitige Behandlung die Risiken für das Ungeborene deutlich verringern, worauf das Robert-Koch-Institut hinweist.

>> Modisch und schwanger - geht das? Das sind die 7 Must-Haves

Mehr zum Thema Schwangerschaft

Seite