24.11.2016

Mehr als nur Schnupfen Nasennebenhöhlenentzündung: Diese Hausmittel helfen

Den festsitzenden Schleim bei einer Nebenhöhlenentzündung kann eine Inhalation, z.B. mit Kamille oder Salzwasser, lösen.

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Den festsitzenden Schleim bei einer Nebenhöhlenentzündung kann eine Inhalation, z.B. mit Kamille oder Salzwasser, lösen.

Schnell wird aus Schnupfen eine Nasennebenhöhlenentzündung. Welche Symptome typisch sind und welche Hausmittel verhindern, dass sie chronisch wird.

Schnupfen bei Erkältung ist meistens harmlos und nach wenigen Tagen vorbei. Wenn Viren und Bakterien, die den Schnupfen auslösen, jedoch die Schleimhäute stark anschwellen lassen, kann der Schleim nicht mehr abfließen. Das Sekret staut sich in den Nebenhöhlen und die Krankheitserreger vermehren sich ungehindert. Eine Nasennebenhöhlenentzündung entsteht, der Arzt bezeichnet das als Sinusitis. Manchmal breitet sich die Entzündung zusätzlich in die Stirnhöhlen und Kieferhöhlen aus. Auch Allergiker können betroffen sein.

Die akute Entzündung der Nasennebenhöhlen kann unbehandelt im schlimmsten Fall umliegende Bereiche wie Augen oder Gehirnhaut befallen.

Jeder Mensch hat übrigens vier Nasennebenhöhlen: Knöcherne Hohlräume im Schädel, zu unterscheiden in die Kieferhöhle, die Siebbeinzellen, die Stirnhöhle und die Keilbeinhöhle. Typischerweise dauert eine Nebenhöhlenentzündung bei Erwachsenen rund zwei Wochen.

Typische Symptome der Nasennebenhöhlenentzündung

Doch woran merken Sie, ob es sich um einen einfachen Schnupfen oder eine Nasennebenhöhlenentzündung handelt? Beim Schnupfen ist meist nur die Nase zeitweise verstopft, der Schnupfen (Nasensekret) ist in der Regel weißlich. Die Anzeichen einer Nasennebenhöhlenentzündung dagegen sind:

  • anhaltend verstopfte Nase
  • Nasensekret ist dicklich, manchmal grünlich-gelb
  • Geschmackssinn ist eingeschränkt, Sie können fast nichts schmecken und riechen
  • Schmerzen im Gesicht – vor allem an den Wangen
  • Schmerzen verstärken sich, wenn Sie den Kopf nach unten neigen oder sich bücken
  • Klopfschmerzen an den Wangen (beim leichten Klopfen auf die Wangenknochen tritt heftiger Scherz auf)

Besonders der Druckschmerz in der betroffenen Nebenhöhle wird als unangenehm erlebt.

Kommt dazu noch Fieber und fühlen Sie sich stark angeschlagen, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen. Das gilt auch, wenn sich die Beschwerden nach einer Woche Selbstbehandlung nicht gebessert haben.

Sieben Hausmittel bei Nasennebenhöhlenentzündung

Ist die Sinusitis noch nicht allzu weit fortgeschritten, so dass noch keine Medikamente notwendig sind, können Sie mit Hausmitteln versuchen, den zähen Schleim zum Ablaufen anzuregen – denn das ist das, was geschehen muss, damit sich die Nebenhöhlen wieder beruhigen können.

  1. Trinken Sie viel, am besten Kräutertee mit Heilpflanzen, die die Schleimhäute abschwellen lassen und Sekret verflüssigen. Dazu eignen sich die gängigen Husten- und Erkältungstees, die unter anderem Süßholz, Spitzwegerich und Eibisch enthalten.
  2. Inhalieren Sie den Dampf von warmem Salzwasser. Verwenden Sie dazu eine isotonische Kochsalzlösung aus der Apotheke oder bereiten Sie das Inhalat selbst zu; als Faustregel gilt ein gestrichener Teelöffel Salz (fünf Gramm) auf gut einen halben Liter heißes Wasser.
  3. Mit diesem Rezept lässt sich auch eine Lösung für die Nasenspülung herstellen, wenn Sie Fertigprodukte aus der Apotheke nicht zur Hand haben. Spülen Sie die Nase mit der lauwarmen Kochsalzlösung. Verwenden Sie zum Spülen am besten eine Nasendusche oder ziehen Sie das Salzwasser abwechselnd in das eine und andere Nasenloch und schnäuzen Sie es sanft wieder heraus.
  4. Zur Dampfinhalation eignen sich als Zusatz auch ätherische Öle etwa aus Kamille, Eukalyptus oder Minze. Allerdings verträgt nicht jeder diese Heilpflanzen. Für Kinder und Schwangere sind sie nichts!
  5. Pflanzliche Wirkstoffe, die die Symptome lindern, sind außerdem die sogenannten Senfölglukoside. Sie finden sie in Kohl, Brokkoli oder Kapuzinerkresse Allerdings sollten Sie dabei keine zu hohen Dosen zu sich nehmen, um eine Kropfbildung zu vermeiden.
  6. Setzen Sie sich täglich unter die medizinische Rotlichtlampe und bestrahlen damit die Nasenenebenhöhlen.
  7. Wenn Sie Auflagen machen möchten, sollten Sie beachten, dass in der Phase des akuten Druckschmerzes kalte Quarkauflagen auf Stirn oder Wangen hilfreich sind. Einige Tage später, im Verlauf der Entzündung, eignen sich dagegen warme Auflagen mehr. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, einen Waschlappen aufzulegen, der mit warmem Zitronenwasser getränkt wurde.

Gut für die Durchblutung der oberen Atemwege ist auch ein ansteigendes Fußbad: Dazu stellen Sie Ihre Knöchel in etwa 34 Grad warmes Wasser und lassen binnen 20 Minuten immer heißeres Wasser einlaufen. Nach dem Abtrocknen sollten Sie warme Strümpfe anziehen und eine halbe Stunde ruhen.

Ganz wichtig: Möglichst viel Ruhe gönnen

Damit die Nasennebenhöhlenentzündung möglichst rasch vergeht, können Sie Ihren Körper umfangreich unterstützen. Neben den bereits genannten natürlichen Heilmitteln werden Ihnen vor allem Ruhe und Entspannung helfen. Legen Sie sich also möglichst oft hin und vergessen Sie nicht, ausreichend zu trinken. Zusätzlich können Sie sich – wenn Sie fieberfrei sind – ein kurzes Vollbad mit einem Zusatz aus Menthol-, Eukalyptus-, Thymian- oder Fichtennadelöl gönnen. So werden die Durchblutung gefördert und die Nasensekrete gelockert.

Weiterhin helfen rezeptfreie Mittel mit ätherischen Ölen (auch hier gilt wieder: Schwangere und Kinder sollten darauf verzichten, wenn nicht anders angegeben. Fragen Sie dazu am besten in der Apotheke nach. Auch wenn Sie eine Überempfindlichkeit gegen ätherische Öle haben, sollten Sie hier vorsichtig sein und besser auf Rotlicht und Salzwasser zurückgreifen). Besonders für unterwegs sind solche meist in Tablettenform daherkommenden Arzneimittel praktisch. Hilfreich sind zudem Medikamente mit Eisenkraut-, Enzian-, Holunder-, Sauerampfer- und Schlüsselblumenextrakten.

Wird's nicht besser: Arzt konsultieren

Wenn es doch synthetische Medikamente sein sollen: Denken Sie daran, dass abschwellende Nasensprays nur wenige Tage am Stück genommen werden dürfen. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können allenfalls kurzfristig bei der Linderung der Kopfschmerzen helfen. Ist die Sinusitis nach zwei bist drei Tagen nicht besser oder auch dann, wenn Sie es vorher nicht mehr aushalten, ist der Gang zum Arzt anzuraten.

Etwa jeder siebte Erwachsene hat einmal im Jahr eine Sinusitis, berichtet der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Die Nasennebenhöhlenentzündung dauert ein bis zwei Wochen. Wenn sie nicht richtig ausheilt, kann sie immer wieder aufflammen. Es kommt also zu sogenannten rezidivierenden Infektionen.

Geschieht das mehr als viermal in einem Jahr, ist aus der akuten Nasennebenhöhlenentzündung eine chronische geworden. Sie ist schwieriger zu behandeln als die akute Infektion. Greifen Antibiotika und abschwellende Nasentropfen dann nicht, ist eine Operation nötig. Manchmal liegt es auch an der Nase selbst, wenn die Infektion immer wieder auftritt, etwa wenn die Nasenscheidewand verkrümmt ist oder sich Nasenpolypen gebildet haben.

Selbst induzierte Entzündung vermeiden und Vorsorge treffen

Bei Erkältungen die Nase schnauben hilft – sollte aber vorsichtig passieren. Denn wer zu stark versucht, das Sekret aus der Nase zu drücken, kann es geradezu in die Nebenhöhlen katapultieren. Um sich möglichst sanft die Nase zu putzen, halten Sie sich mit einem Finger ein Nasenloch zu und befördern dann mit möglichst geringem Druck das Sekret aus dem anderen Nasenloch ins Taschentuch. Danach wird zum anderen Nasenloch gewechselt, während das nun freiere zugehalten wird. Zusätzlich helfen auch diverse Hausmittel bei Erkältungen, so dass die Beschwerden schnell wieder abklingen und keine Sinusitis entstehen kann.

Biathlon-Weltmeisterin Marie Heinrich hat uns auch Tipps gegen Erkältung zusammengetragen. Und noch mehr zum Thema Erkältung lesen Sie auf unserer Themenseite.

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