13.12.2016

BRUSTKREBS-PATIENTIN DOREEN LANGE Diagnose Brustkrebs: "Ich muss und ich kann damit leben"

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Tapfere Frau: Trotz erschütternder Diagnose ist die Brandenburgerin positiv geblieben.

Foto: © Andreas Friese

Tapfere Frau: Trotz erschütternder Diagnose ist die Brandenburgerin positiv geblieben.

70 000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich an Brustkrebs. 70 Prozent von ihnen können Ärzte heilen, bei rund 30 Prozent kommt der Krebs mit Metastasen zurück. Doreen Lange ist eine von ihnen.

In Kooperation mit Pfizer

Manche nennen es Wissenschaft, andere Schicksal. Denn ob wir gesund bleiben oder nicht, hängt nun mal leider auch mit unseren Genen zusammen. Einige haben Glück. Sie können sich schlecht ernähren, rauchen und trinken, erreichen aber trotzdem ein hohes Alter.

Andere, wie Doreen Lange, erfahren schon im Alter von 39 Jahren, dass sie Brustkrebs haben und sind nicht einmal überrascht. „Schon meine Mutter und meine Tante waren daran erkrankt“, erzählt die Brandenburgerin. „Ich gehörte also zur Risikogruppe und wurde deshalb auch engmaschig überwacht, der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt.“ Die besten Voraussetzungen also für Heilung. Tatsächlich gelang es den Ärzten zunächst auch erfolgreich, den Krebs mithilfe einer Chemotherapie zu bekämpfen.

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Die Blutwerte ließen nichts Gutes ahnen

Vier Jahre lang sah es so aus, als hätte sie die Krankheit besiegt. Doch dann traten wieder Probleme auf. „Ich litt plötzlich unter ziemlich heftigen Druckschmerzen im Bereich der Leber“, erzählt die heute 43-Jährige, die in der Nähe von Berlin wohnt. „Ich ging zum Arzt und schon die Analyse der Blutwerte ließ nicht Gutes ahnen. Im CT haben sie dann Metastasen in Knochen und Leber gefunden und aufgrund meiner familiären Vorgeschichte wusste ich auch gleich, was das für mich bedeutet.“

Als „triple-negativ“ bezeichnen Onkologen ihre Krebsform. Denn je nach genetischem Profil werden Tumore in der Brust heute in unterschiedliche Klassen eingeteilt. „Triple- oder dreifach-negativer Brustkrebs ist leider sehr aggressiv und trifft vor allem jüngere Frauen“, sagt Professorin Diana Lüftner, Oberärztin am Zentrum für Tumortherapie der Berliner Charité. „Wenn so eine Erkrankung metastasiert, ist eine Heilung leider nicht mehr möglich. Aber natürlich versuchen wir alles, um den Betroffenen so gut es geht zu helfen.“

Manche Therapien sind sehr belastend

Bei der Wahl der Therapie kommt es vor allem auf die biologischen Eigenschaften der Krebszellen an. „Wir untersuchen das Gewebe und versuchen so herauszufinden, welche Art von Brustkrebs vorliegt und welche medikamentöse Behandlung bei welcher Patientin den größten Erfolg verspricht. Unser Ziel ist es, ein Fortschreiten der Krankheit möglichst lange aufzuhalten“, sagt die Onkologin. „Das geschieht natürlich in enger Absprache mit der Betroffenen. Die Lebensqualität spielt eine entscheidende Rolle. Manche Therapien sind durchaus belastend.“

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Patienten und Onkologen hoffen jetzt nach vielen Jahren des Stillstandes auf neue Behandlungsmöglichkeiten. „Endlich tut sich auch was für Frauen mit hormonabhängigem, metastasiertem Brustkrebs“, sagt Professor Lüftner. „Aus Studien wissen wir, dass die neuen Therapiemöglichkeiten deutlich weniger Nebenwirkungen haben. Wir hoffen, die Lebenszeit der Betroffenen bei gleichzeitig guter Lebensqualität erheblich verlängern zu können.“ Der Trick bei den neuen Therapien „liegt darin, die Teilung der Tumorzellen so zu stören, dass die Zellen am Schluss ohne Teilung absterben.“

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Für Doreen Lange, deren Brustkrebs auf diese neue Therapieform nicht anspricht, stand zunächst noch eine weitere Chemotherapie an. „Damit wollten die Ärzte meine Lebermetastasen zum Schrumpfen bringen. Und das hat auch ganz gut funktioniert“, erzählt sie. „Außerdem bekomme ich alle drei Wochen eine Infusion mit immunstimulierenden Substanzen.“ Mit den Nebenwirkungen der Medikamente kommt sie ganz gut zu Recht. Hin und wieder muss sie ein Schmerzmittel nehmen. Aber das macht sie nur, wenn es nicht anders geht. Besondere Freude bereitet ihr die Physiotherapie und vor allem die Aquagymnastik. „Im Wasser fühle ich mich immer besonders wohl“, sagt die Mutter einer 23-jährigen Tochter.

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Das Zusammensein mit anderen hilft

Außerdem besucht sie schon seit der ersten Diagnose vor sieben Jahren regelmäßig eine Selbsthilfegruppe. Ein- oder zweimal monatlich trifft sie sich mit anderen Betroffenen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass viele Patientinnen nicht zu diesen Treffen gehen, weil sie Angst haben, dass sich dann alles nur um die Krankheit dreht“, sagt Doreen Lange. „Aber das ist gar nicht der Fall. Wir machen Ausflüge, tauschen uns aus. Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber mir tun diese Zusammensein immer sehr gut. Denn ich bin mit Menschen zusammen, die genau wissen, was in mir vorgeht.“

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