24.11.2016

TAPFERES BABY Diagnose: Speiseröhren-Lunge - So kämpft sich Emma ins Leben

Mama Mareike weicht keine Sekunde von ihrem tapferen Baby.

Foto: privat

Mama Mareike weicht keine Sekunde von ihrem tapferen Baby.

Erst dreimal weltweit gelang es Ärzten, die Fehlbildung der Speiseröhren-Lunge zu korrigieren. Dann wagten sie auch bei Emma (6 Monate) aus Hagen den komplizierten Eingriff. Die Geschichte eines beeindruckend starken Mädchens...

Schmerzhafter kann der Start ins Leben kaum beginnen. Die ersten vier Monate auf der Welt verbringt Baby Emma ausschließlich auf der Kinderintensivstation - erst in Herdecke, dann in Bochum, später in Berlin-Buch.

Die Kleine kam im April mit der seltenen und schweren Fehlbildung „Speiseröhren-Lunge“ auf die Welt. Ihre Speiseröhre war an der echten Lunge und am Magen angeschlossen. Dadurch floss Magensäure und Muttermilch in die Lunge. Das Mädchen bekam kaum Luft.

Die Ärzte brechen die Rippen, um an die winzige Baby-Lunge zu kommen

„Es war ein Albtraum“, erzählt ihre Mama, Mareike Bergmann (34). „Ich habe jeden Tag gebetet und wusste nie, welche Hiobsbotschaft mich nun wieder erwartet.“ Während sie mit Emma im Krankenhaus bleiben muss, kümmert sich zu Hause in Hagen Ehemann Daniel (36) um Emmas Schwester Lotta (3). „Das war kaum zu schaffen, denn Lotta braucht auch viel Betreuung, sie leidet an einer schweren Nahrungsmittelallergie“, sagt Mareike.

Für ihre kleine Emma gibt es nur eine Hoffnung: eine Hochrisiko-Operation, die bis dahin erst dreimal geglückt ist. Weltweit sind von der seltenen Erkrankung weniger als 50 Fälle bekannt.

>> Kennen Sie die Symptome des Lungenleidens COPD?

Für die Operation wird Emma von Bochum in die Helios Klinik nach Berlin-Buch verlegt. Die Familie zieht in das Ronald McDonald Haus, eine Unterkunft für die Angehörigen schwer kranker Kinder. Baby Emma wird auf die komplizierte OP vorbereitet. Mehrere Male simuliert das Ärzteteam rund um den Chefarzt Prof. Klaus Schaarschmidt die Behandlung, damit bloß kein Fehler passiert.

Bevor es losgeht, bekommt Emma starke Schmerz- und Beruhigungsmittel. Um an die winzige Lunge zu kommen, müssen ihr drei Rippen gebrochen werden. Neun Stunden wird das Mädchen schließlich operiert - Millimeterarbeit an dem winzigen Organ. Eine Tortur für die ganze Familie. „Diese Stunden werde ich nie vergessen“, sagt Mareike Bergmann und ihre Augen füllen sich mit Tränen. Zu nah ist noch das Erlebte.

Ihr kleines Baby übersteht die OP! Aber es gibt immer wieder Komplikationen. Und sie muss noch einen Medikamentenentzug durchmachen.

Emma gluckst und lacht fröhlich

Anfang Juni wird Emma mit dem Hubschrauber endlich zurück nach Bochum in die Klinik transportiert. Seit Ende Juni sind Mareike und Emma nun zu Hause in Hagen. „Ohne meine Familie, Freunde und einen Arbeitgeber, der es meinem Mann oft ermöglichte, zu uns nach Berlin zu kommen, hätten wir das nie geschafft“, erzählt Mareike. Und Emma? Die Heldin gluckst und lacht. Die verheilten Operationsnarben sind unter dem Strampler versteckt. Was für ein tapferes Mädchen. Ein kleines großes Wunder.

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Die Artikel erschien ursprünglich in der Die aktuelle BILD der FRAU Nr. 45.

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