14.10.2019

Bei trägem Darm Hausmittel gegen Verstopfung – was hilft wirklich?

Reichlich Wasser trinken ist ein klassisches Hausmittel gegen Verstopfung. Was hilft noch?

Foto: iStock/elenaleonova

Reichlich Wasser trinken ist ein klassisches Hausmittel gegen Verstopfung. Was hilft noch?

Verstopfung geht mit Blähungen und Bauchschmerzen einher, begünstigt Hämorrhoiden und Fissuren. Was können Sie tun, wenn einfach nichts vorangeht?

Zu seltener, zu harter Stuhlgang, der oft mit Schmerzen verbunden ist: typische Anzeichen für Verstopfung. Der Arzt spricht von Obstipation, wenn der Stuhlgang seltener als dreimal die Woche erfolgt. Wir stellen Ihnen die effektivsten Hausmittel gegen Verstopfung vor: Das können Sie tun, wenn vor lauter Blähungen und Bauchschmerzen nichts mehr geht.

Ursachen für Verstopfung

Eigentlich handelt es sich bei Verstopfung nicht um eine Krankheit, sondern um ein Symptom. Meist ist die Ursache der Verstopfung harmlos:

  • falsche Ernährung, etwa zu viel Fastfood und zu wenig Ballaststoffe
  • mangelnde Bewegung
  • zu wenig Flüssigkeit, nicht genügend trinken
  • stressige Lebensphasen oder Veränderungen (psychosomatische Probleme)
  • Medikamente (etwa Antidepressiva, Schlafmittel, Mittel gegen Sodbrennen, Allergie oder Blasenschwäche)
  • Hormonelle Veränderungen im Zyklus können auch leichte Verstopfung hervorrufen

Zusätzlich spielen die Lebensumstände eine Rolle. So klagen viele schwangere Frauen über Verstopfung. Ursache sind auch hier Hormone, die zwar wichtig fürs Kind sind, jedoch die Darmbewegung (Peristaltik) verlangsamen.

Auch Babys sind nicht geschützt vor Verstopfung – vor allem in der Übergangsphase zwischen Stillen und Flaschennahrung zu Beikost, denn der Körper muss sich erst einmal an diese Ernährungsumstellung gewöhnen.

Nicht zuletzt ist Verstopfung auch ein besonders häufiges Gesundheitsproblem bei Senioren. Im Zuge der Alterung nimmt die Peristaltik ab, die Schleimhäute im Darm sind nicht mehr so funktionsfähig. Damit verlangsamt sich die Verdauung allgemein, das Risiko für Verstopfung steigt.

Die drei besten Hausmittel gegen Verstopfung

Gängige Hausmittel bei Verstopfung für Erwachsene:

  1. Wasser trinken: Trinken Sie schon vor dem Frühstück ein Glas lauwarmes Wasser mit Honig. Honig wirkt leicht abführend. Das Wasser, auf nüchternen Magen getrunken, kann im Darm einen Entleerungsreiz auslösen. Ähnlich kann lauwarmes Wasser mit dem Saft einer halben ausgepressten Zitrone wirken. Das gibt zusätzlich einen Vitamin-C-Kick.
  2. Ballaststoffe einnehmen: Beginnen Sie den Tag mit einem Becher Naturjoghurt, in den Sie einen Teelöffel Flohsamenschalen (Apotheke) einrühren. Warum Sie Flohsamenschalen anwenden sollten? Die Samen der Heilpflanze verfügen über eine enorme Quellkraft und enthalten wirkungsvolle Schleimstoffe, die den Darm sanft anregen und gleichzeitig pflegen. Aber auch andere Ballaststoffe, etwa Leinsamen, Chia-Samen und Weizenkleie tun gut. Wichtig bei jeder Form von Ballaststoffen: Trinken Sie dazu ausreichend, sonst wirken Ballaststoffe gegenteilig und verstopfen zusätzlich.
  3. Das richtige Obst und Gemüse essen: Essen Sie ballaststoffreiches Obst und Gemüse, etwa Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Pflaumen (auch Dörrpflaumen, in Wasser eingelegt), Kiwi, Weintrauben und Sauerkraut. Auch andere fermentierte Lebensmittel helfen der Darmflora.

Verstopfung bei Babys natürlich behandeln

Bei Kleinkindern reicht es meist schon, das Bäuchlein sanft im Uhrzeigersinn zu massieren. Pürierte Äpfel und Birnen bringen den Darm zusätzlich in Schwung. Auch ein Teelöffel Keimöl im Babybrei erleichtert den Stuhlgang. Vorsicht: Alle anderen Selbstbehandlungen sind bei Babys tabu und liegen ausschließlich in der Hand des Kinderarztes.

Verstopfung mit Abführmittel bekämpfen

Grundsätzlich ist es zwar besser, durch eine Lebensumstellung wie ballaststoffreiche Ernährung, viel Trinken und Bewegung eine chronische Verstopfung dauerhaft zu beseitigen. Manchmal geht es jedoch nicht ohne weitere Hilfe. Dazu bieten sich an:

  • Einlauf (Anwendung etwas kompliziert, bitte unbedingt Gebrauchsanweisung des Klistiers beachten, um Darmverletzungen zu vermeiden)
  • einfacher funktionieren Abführmittel (Laxanzien), etwa Osmotika, die viel Flüssigkeit im Stuhl halten und damit die problemlose Darmentleerung fördern. Wirkstoffe sind etwa Zuckerarten wie Milchzucker oder Zuckeralkohole wie Sorbit. Manche Abführmittel enthalten auch pflanzliche Wirkstoffe aus Aloe vera, Sennes oder Faulbaum. Am besten lassen Sie sich in der Apotheke oder vom Hausarzt beraten.

Abführmittel – egal ob pflanzliche oder synthetische – sollten jedoch immer in der niedrigsten Dosierung und nur kurzfristig angewendet werden, denn sie bringen auch immer Nebenwirkungen mit. Zudem gibt es gerade im Bereich der rezeptfreien Medikamente laut Stiftung Warentest auch welche, die gar nicht wirken.

Wenn es gar nicht voran gehen will: Hartnäckige Verstopfung sollte auf jeden Fall vom Arzt abgeklärt werden, vor allem wenn die bewährten Hausmittel gegen Verstopfung nicht anschlagen.

Videos zu Magen-Darm-Erkrankungen
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Wenn die Beschwerden stark werden: Ab zum Arzt!

Wenn Sie häufig oder längere Zeit unter einem trägen Darm leiden, sollten Sie Rücksprache mit einem Arzt halten. Dahinter können verschiedene Ursachen und auch Krankheiten stecken. Der Arzt kann dann weitere Untersuchungen wie etwa eine Darmspiegelung anordnen.

Verändert sich der Stuhlgang plötzlich und kommen zur Verstopfung noch Fieber, Übelkeit und Erbrechen oder starke Bauchschmerzen hinzu, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden – und zwar schnell! Es könnte ein Darmverschluss vorliegen, der möglichst schnell behandelt werden sollte.

Mehr zum Thema Verstopfung lesen Sie auf unserer Themenseite.

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