18.11.2016

ORGAN IN GEFAHR Leberzirrhose: Ihre Symptome betreffen auch Haut und Haare

Haarausfall und sogenannte Lacklippen gehören zu den Anzeichen einer Leberzirrhose.

Foto: © iStock/ParfonovaIuliia

Haarausfall und sogenannte Lacklippen gehören zu den Anzeichen einer Leberzirrhose.

Alkohol, falsche Ernährung und Hepatitis können die Leber so stark schädigen, dass eine Zirrhose entsteht. Welche Symptome dafür typisch sind.

Die Leber ist erstaunlich regenerationsfähig. Auch nach jahrelangem Alkoholmissbrauch oder starken Medikamenten kann sich die Leber wieder vollständig erholen, wenn auf die Lebergifte verzichtet wird. Doch steht die Leber ständig unter Beschuss, verändert sie sich, die Leberzellen sterben ab. Damit bilden sich Narben und die Leber schrumpft. Deshalb wird Leberzirrhose auch als Schrumpfleber bezeichnet. Sie ist immer die Folge chronischer Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Fettleber.

Die Folgen dieses gefährlichen Leberschadens: Das größte Entgiftungsorgan des Menschen kann seine Aufgaben immer weniger erfüllen.

Anzeichen der Leberzirrhose treten erst spät auf

Wer seine Blut- und damit auch die Leberwerte nicht regelmäßig überprüfen lässt, merkt oft jahrelang nichts davon, dass er bereits eine

  • Fettleber,
  • Leberfibrose (Lebergewebe wird zu funktionslosem Bindegewebe) oder eine
  • Leberzirrhose im Frühstadium

hat. Denn diese tun in den ersten Stadien der Krankheit nicht weh.

Häufig ist eine Leberzirrhose deshalb schon weit fortgeschritten, bis sie erkannt wird. Die Anzeichen für das schleichende Versagen der Leber:

  • ständige Müdigkeit (Müdigkeit wird deshalb oft als „Schmerz der Leber“ bezeichnet)

  • Blähungen

  • Übelkeit

  • Schwitzen

  • Schmerzen und Druckgefühl im Oberbauch und unter der letzten Rippe rechts

  • Juckreiz

  • Haut verändert sich und wird grau-blaß bis gelblich

  • kleine, sternförmige Blutgefäße bilden sich direkt unter der Haut (Gefäßspinnen oder Spider naevi), vor allem im Gesicht und am Oberkörper

  • Nägel werden weiß (Weißnägel) und sind erhoben (Uhrglasnägel)

  • Haarausfall

  • Rötung der Handballen

  • „Lacklippen“, also sehr rote, glatte und trockene Lippen

  • beim Mann Potenzstörungen

  • bei der Frau Menstruationsstörungen

Heilbar oder nicht? Die Stadien der Leberzirrhose

Mittels Bluttest und Ultraschall kann der Arzt feststellen, ob ein Leberschaden vorliegt und wie viel gesundes Lebergewebe abgebaut wurde. Entsprechend wird Leberzirrhose in verschiedene Stadien eingeteilt.

Gängig ist der Child-Pugh-Score, immer öfter jedoch auch der MELD-Score:

  1. Child-Pugh Stadium A: Ist Alkohol Ursache der Zirrhose oder eine behandelbare Hepatitis, stehen die Heilungschancen hier gut.

  2. Child-Pugh Stadium B

  3. Child-Pugh Stadium C

In Child-Pugh B und C ist die Überlebenszeit stark eingeschränkt, falls keine Spenderleber das kranke Organ ersetzt. Die Lebertransplantation gilt als einzige, wirklich erfolgreiche Therapie der fortgeschrittenen Leberzirrhose.

Regelmäßig Leberwerte checken und Leberschaden frühzeitig entdecken

In Deutschland sind Lebererkrankungen wie die Leberzirrhose verantwortlich für rund 13 von 10.000 Todesfällen. Damit stehen sie immerhin auf Platz zehn der Todesursachen. Mehr als 50.000 Menschen in Deutschland sterben pro Jahr an Leberzirrhose, wie die Deutsche Leberstiftung betont, obwohl sich die Vorstufen der Lebervernarbung oft noch gut behandeln ließen. Zu nennen sind hier allen voran Alkoholmissbrauch, falsche Ernährung und Bewegungsmangel, die zu einer Fettleber führen. Wichtig ist zusätzlich, regelmäßig seine Leberwerte checken zu lassen, um eine Lebererkrankung rechtzeitig zu erkennen.

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