20.11.2018

Aufgepasst! Die Symptome von Lungenkrebs zeigen sich erst spät

Lungenkrebs Symptome

Die Anzeichen bei Lungenkrebs sind oft unspezifisch, Vorsorgeuntersuchungen gibt es bislang nicht. Auf was Sie deshalb achten sollten!
Di, 20.11.2018, 16.38 Uhr

Lungenkrebs Symptome

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Lungenkrebs ist besonders tückisch, denn bis sich Symptome zeigen, ist die Krankheit bereits weit über das Anfangsstadium hinaus. Hier lesen Sie, welche Anzeichen Sie unbedingt ernst nehmen sollten.

Lungenkrebs – auch Lungen- oder Bronchialkarzinom genannt – ist hierzulande die dritthäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken in Deutschland über 50.000 Menschen an der Krankheit, die im frühen Stadium meistens keine Beschwerden verursacht. Das liegt daran, dass das Lungengewebe selbst keine Schmerzrezeptoren hat. Weil das Bronchialkarzinom eher langsam wächst und sich über Jahre entwickelt, zeigen sich die ersten Symptome spät – und sind meist wenig aussagekräftig. Hier erfahren Sie, was die typischen Symptome für Lungenkrebs sind.

Lungenkrebs: Achten Sie auf diese sieben Symptome!

Die wichtigsten Symptome bei Lungenkrebs:

  1. anhaltender Husten
  2. chronischer Husten, der bereits vom Arzt abgeklärt wurde, sich jetzt aber verschlimmert
  3. Kurzatmigkeit
  4. Gewichtsverlust
  5. Abgeschlagenheit
  6. Auswurf mit Blutbeimengungen
  7. Fieberschübe

Viele Raucher gehen bei Verdacht auf Lungenkrebs zu spät zum Arzt

Schon eine Zigarette am Tag schadet mehr als Sie denken, doch gerade regelmäßiges Rauchen verschlimmert die Situation drastisch. Die genannten Symptome werden insbesondere von Rauchern oft nicht ernst genommen. Viele haben sogenannten Raucherhusten, finden das ganz normal und übersehen dabei, dass es sich um ein Anzeichen der Lungenkrankheit COPD oder sogar Lungenkrebs handeln könnte. Fakt ist jedoch, dass 90 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs Raucher sind oder lange geraucht haben, wie der Krebsinformationsdienst warnt.

"Lungenkrebs wird bei fast allen Menschen durchs Rauchen ausgelöst. Durch die Schadstoffe wird die Müllabfuhr der Lunge behindert. Wenn man eine Zigarette raucht, dann bleibt die Müllabfuhr etwa acht Stunden stehen", erklärt Dr. Michael Barczok – seines Zeichens niedergelassener Lungenfacharzt in Ulm und Sprecher des Berufsverbands der Pneumologen – im Gespräch mit t-online.de und fügt hinzu, dass das auch der Grund sei, warum viele Raucher dann morgens Schleim abhusten. "Die letzte Zigarette liegt [am Morgen] lange genug zurück, sodass sich die Flimmerhärchen wieder erholt haben. Und dann husten sie häufig den Schleim ab. Durchs Rauchen werden die Flimmerhärchen erst gelähmt und mit der Zeit zerstört. Der Dreck bleibt irgendwann liegen."

Wenn also jemand morgens plötzlich hartnäckigen, schlimmer werdenden Husten bekommt, der sonst keinen hat, sollte das unbedingt ernst nehmen.

Neue Studie: Immer mehr Nichtraucher bekommen Lungenkrebs

Wenn auch das Rauchen der Hauptgrund für Lungenkrebs ist, ergab eine neue Studie der US-Wissenschaftler rund um Lorraine Pelosof von der Universität in Dallas, dass die Zahl der Lungenkrebs-Erkrankungen bei Nichtrauchern drastisch angestiegen ist. 13 Jahre lang wurden die Daten von rund 12.000 Patienten mit Lungenkrebs ausgewertet. Das Ergebnis: Die Anzahl an Lungenkrebs-Erkrankungen unter Nichtrauchern stieg von 10 auf 22 Prozent an!

Was zunächst sehr dramatisch klingt, wird von den Forschern allerdings auch in gewisser Weise relativiert. Der prozentuale Anteil an Nichtrauchern mit Lungenkrebs-Erkrankungen muss logischerweise steigen, da immer weniger Menschen rauchen.

Mögliche Anzeichen von Lungenkrebs rasch abklären lassen

Besagter auftretender Husten oder auch die anderen der oben genannten Anzeichen sollten zweifelsohne ein Grund sein, rasch zum Arzt zu gehen. Ein Screening für Lungenkrebs, wie es das bei Brustkrebs und Darmkrebs gibt, steht zwar noch nicht zur Verfügung, doch derzeit wird an einem neuem Bluttest geforscht, der bis zu 8 Krebsarten aufspüren soll – darunter eben auch Lungenkrebs. Bis dieser Test allerdings in der Praxis eingesetzt wird, dürfte es wohl noch eine Weile dauern. Bis dahin sollte man bei jedem der aufgeführten Symptome, das man bei sich wahrnimmt, einen Arzt aufsuchen. Zur Abklärung bieten sich etwa Röntgen, Computertomographie und falls nötig einer Lungenbiopsie (Gewebeentnahme) an. Falls sich der Verdacht bestätigt, wird der Lungenkrebs gezielt, je nach seiner Form und seinem Stadium, behandelt.

Lungenkrebs gezielt behandeln, Lebenserwartung steigern

Die häufigste Form von Lungenkrebs ist nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC – non small cell lung cancer). Dazu gehören:

  1. das Plattenepithelkarzinom (entsteht auf der Schleimhaut in den Bronchien)
  2. das Adenokarzinom (geht von drüsenartigen Zellen der Atemwege aus) sowie
  3. das großzellige Lungenkarzinom

Seltener ist der kleinzellige Lungenkrebs (SCLC – small cell lung cancer).

Bis vor wenigen Jahren war die Diagnose Lungenkrebs mit einer extrem eingeschränkten Lebenserwartung verbunden. Die meisten Patienten überlebten nicht einmal das nächste Jahr. Mit neu entwickelten Medikamenten hat sich die Therapie von Lungenkrebs erheblich verbessert.

Wirkstoffe, die den Krebs sozusagen aushungern (Angiogenesehemmer) und andere, die das Wachstum des Tumors blockieren (EGFR-Inhibitoren – die Abkürzung steht für Epidermal Growth Factor Receptors) haben die Überlebenszeit verlängert. Vor allem, wenn der Krebs noch nicht in Lymphknoten gestreut hat, sind die Heilungschancen hoch.

Lungenkrebs vorbeugen: Unbedingt mit dem Rauchen aufhören!

Es gibt viele gute Gründe, um das Rauchen aufzugeben – Lungenkrebs vorzubeugen ist nur einer davon, wenn auch ein besonders triftiger Grund. Seit Jahren kursiert bereits der Mythos, die Lunge könne sich erholen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Doch das stimmt nur partiell. "Es gibt bestimmte Dinge, die sich durchs Aufhören verbessern. Zum Beispiel die Sauerstoffversorgung im Blut, das Kohlenmonoxyd, das man beim Rauchen einatmet, kann den Körper nicht mehr belasten. Das Herzinfarktrisiko sinkt wieder, vor allem wenn man zusätzlich Sport treibt. Das Krebsrisiko verringert sich aber eigentlich nicht", so Dr. Michael Barczok. "Wer mit dem Rauchen aufhört und fünf Jahre danach noch keinen Lungenkrebs hat, kann hoffen, dass er durch das frühere Rauchen auch keinen bekommen wird. Denn die Zellen, die durchs Rauchen entstanden sein könnten, müssten inzwischen so groß geworden sein, dass man sie sehen kann."

Laut Experten kann man nur wenig Vorbeugendes unternehmen – außer rechtzeitig und so früh wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören. Wie das klappt, erfahren Sie hier.

Alle weiteren Ratgeber zum Thema Krebs finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite.

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