15.11.2016

Lungenknötchen Sarkoidose – rätselhafte Symptome in Lunge, Haut und Augen

Reizhusten, geschwollene Lymphknoten und Gewichtsverlust können auf Sarkoidose hindeuten.

Foto: ©iStock/Nicolas McComber

Reizhusten, geschwollene Lymphknoten und Gewichtsverlust können auf Sarkoidose hindeuten.

Sarkoidose wird oft viel zu spät erkannt, weil die Krankheit wenig bekannt ist. Was Sie darüber wissen sollten und welche Symptome möglich sind.

Wer denkt bei Reizhusten und Symptomen wie bei einer Erkältung oder Grippe schon an eine Krankheit, die zu bleibenden Lungenschäden führen kann? Auch Ärzte ziehen manchmal nicht in Betracht, dass die Ursache dieser Beschwerden Sarkoidose sein könnte.

Was ist Sarkoidose?

Bei Sarkoidose, medizinisch Morbus Boeck, handelt es sich um eine Entzündung, die bestimmte Organe und Gewebe im ganzen Körper betreffen kann (Multisystemerkrankung). Sarkoidose kann akut, meist jedoch chronisch auftreten.

Zu 90 Prozent, so berichtet die Deutsche Sarkoidose Vereinigung, betrifft die Erkrankung die Lunge (Lungensarkoidose). Es entstehen entzündliche Knötchen, sogenannte Granulome, ausgelöst vermutlich durch eine Fehlfunktion des Immunsystems.

Das Gefährliche daran: Die Granulome vernarben. Ist diese Narbenbildung sehr ausgeprägt, kann die Funktion des betroffenen Organs erheblich eingeschränkt werden. So kann Lungensarkoidose in eine Lungenfibrose übergehen. Das bedeutet, dass Großteile der Lunge bleibend vernarben und somit ihre Funktion einbüßen.

Diese Anzeichen verraten Lungensarkoidose

Typisch für Lungensarkoidose sind folgende Symptome:

  • zunehmender Reizhusten,

  • Krankheitsgefühl,

  • geschwollene Lymphknoten

  • Atemnot und

  • Gewichtsverlust.

Symptome für Sarkoidose der Augen und Haut

Bei chronischer Sarkoidose sind häufig auch Augen (60 Prozent) und Haut (25 Prozent) betroffen. Die Regenbogenhaut im Auge entzündet sind (Uveitis). Erstes Symptom ist dabei Lichtempfindlichkeit. Die Augen schmerzen bei hellem Licht. Außerdem können sich Bindehaut und Tränendrüsen entzünden.

Ist die Haut beteiligt, zeigt sich das in folgenden Symptomen:

  • Auf der Haut bilden sich viele, kleine Granulome,

  • die Nasenspitze schwillt an, die Haut verfärbt sich leicht violett (Lupus pernio) oder

  • das Unterhautfettgewebe entzündet sich (Erythema nodosum, Knotenrose), was sich in roten, schmerzhaften Knoten unter der Haut zeigt.

Diagnostik und Therapie bei Sarkoidose

Je nach Beschwerden wird der Arzt die betroffenen Organe genau untersuchen. Bei Lungensarkoidose funktioniert das mithilfe von Röntgen und manchmal auch einer Biopsie. Blutuntersuchungen helfen dabei zu erkennen, wie ausgeprägt die Entzündung ist, und andere Erkrankungen wie etwa Krebs auszuschließen.

In den meisten Fällen lässt sich Sarkoidose mit Kortison gut behandeln. Dabei ist eine ausreichend lange und hohe Dosis wichtig, um die Krankheit zum Stillstand zu bringen und bleibende Organschäden zu verhindern.

In Deutschland leiden rund 40.000 Menschen an Sarkoidose. Vor allem die akute Form hat eine sehr günstige Prognose: Die Beschwerden verschwinden in 90 Prozent der Fälle. Beim chronischen Verlauf kommt die Krankheit immerhin bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen zum Stillstand. Wichtig dafür ist die frühzeitige Diagnose, damit eine wirkungsvolle Therapie starten kann.

Krankheiten, die Ärzte häufig in Deutschland diagnostizieren

Seite