15.11.2016

FAST JEDE ZWEITE FRAU IST BETROFFEN Keine Angst vor Myomen

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Inzwischen ist eine Operation nicht mehr die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Myomen.

Foto: © iStock/Aldo Murillo

Inzwischen ist eine Operation nicht mehr die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Myomen.

Viele Frauen machen sich Sorgen, wenn der Gynäkologe eine der gutartigen Wucherungen in der Gebärmutter entdeckt – doch dank moderner, schonender Therapien sind Myome gut behandelbar.

In Kooperation mit Gedeon Richter

Die Diagnose „Myome“ kommt häufiger vor, als man denkt: Etwa 40 Prozent aller Frauen zwischen 35 und 55 Jahren haben die gutartigen Wucherungen, die sich aus den Muskelzellen der Gebärmutter entwickeln. Nicht immer verursachen sie Beschwerden, die behandelt werden müssen. Doch je nach Lage und Größe können sie in manchen Fällen zu deutlichen Beschwerden, wie z.B. starken oder verlängerten Menstruationsblutungen oder Druckgefühlen im Unterbauch führen. Dann sollten sie behandelt werden.

Myomtablette kann eine OP verhindern

Früher rieten Ärzte vielen Betroffenen in solchen Fällen zur Hysterektomie, der Entfernung der Gebärmutter. Mittlerweile gibt es bei diesen OPs allerdings einen rapiden Abwärtstrend: Innerhalb von sieben Jahren ist die Zahl in Deutschland um ein Drittel zurückgegangen – denn selbst bei starken Beschwerden gibt es immer mehr wirksame und die Gebärmutter erhaltende Therapien.

So ist seit einiger Zeit eine medikamentöse Therapie verfügbar, mit der viele verletzende Eingriffe vermieden werden können: die Myomtablette (mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat), die in 12-wöchigen Intervallen eingenommen wird. Sie blockiert das Progesteron. Da es für das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und von Myomen mitverantwortlich ist, schrumpfen die Wucherungen. Beschwerden wie mittlere bis starke Blutungen sowie Schmerzen verschwinden oder lassen nach. Durch die zeitlich unbeschränkte Therapie in Tablettenform lassen sich Operationen dauerhaft verhindern – nach den Wechseljahren bilden sich die Myome durch den Abfall des Hormonspiegels dann meist von selbst zurück.

Neben der Tabletten-Therapie gibt es noch invasive operative und radiologische Verfahren. Ein operatives Entfernen der Myome erfolgt heute meist endoskopisch. Dabei wird zwar unter Vollnarkose operiert, aber minimal-invasiv. Bei einer Endoskopie erfolgt die OP entweder über kleine Schnitte durch den Bauchraum (Laparoskopie) oder durch die Vagina und den Gebärmutterhals (Hysteroskopie). Trotz des minimal-invasiven Eingriffs bestehen bei jeder OP post-operative Risiken und die Gefahr von Verwachsungen.

Eine relativ neue radiologisch gestützte Methode ist die Embolisation. Hier werden die Blutgefäße zum Myom durch eingespritzte Plastikkügelchen verschlossen. Das Myom erhält keine Nährstoffe und keinen Sauerstoff mehr und „verhungert“. Ebenso ist eine Behandlung durch fokussierten Ultraschall möglich. Die Wellen sorgen mit punktgenauer Hitze dafür, das Myom-Gewebe abstirbt und vom körpereigenen Immunsystem abgebaut wird.

Welche Therapie infrage kommt, hängt von der Art der Beschwerden und der Myome sowie von der jeweiligen Lebenssituation der betroffenen Frau ab. Bei den radiologisch gestützten Therapien etwa sollte die Familienplanung z.B. schon abgeschlossen sein, da der Erhalt der Fruchtbarkeit nicht gesichert ist. Bei der medikamentösen Therapie kann man nach Absetzen der Myomtablette hingegen wieder schwanger werden.

Wie werden Myome diagnostiziert?

Gynäkologe Dirk-Toralf Baerens aus Ilsede weiß, wie Frauen und Ärzte die Geschwulste erkennen:

Merken viele Frauen, dass sie Myome haben?

Nein, oft haben Frauen keine Symptome oder denken bei diesen nicht sofort an Myome. Selbst wenn sie unter sehr starken Regelblutungen leiden und pro Menstruation nicht wie normal zehn, sondern bis zu 50 Tampons verbrauchen. Das liegt häufig daran, dass sie es nicht anders kennen.

Welche Beschwerden sollten aufhorchen lassen?

Je nachdem wie groß ein Myom ist und wo es sitzt, kann es verschiedene Beschwerden verursachen. Etwa Schmerzen bei der Regel oder beim Sex, eine verlängerte Regel, häufiges Wasserlassen. Auch hinter einem unerfüllten Kinderwunsch können Myome stecken.

Wie stellt der Arzt fest, ob man tatsächlich betroffen ist?

Häufig bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung. Hier kann der Arzt beim Abtasten große Myome spüren. Eine Vergrößerung der Gebärmutter weist ebenfalls auf die gutartigen Geschwulste hin. Die genaue Lage und Größe der Myome stellt er dann mit einer Ultraschalluntersuchung fest. Eine Gebärmutter- oder Bauchspiegelung ist in der Regel nicht nötig.

Wo Myome wachsen können

Myome können an verschiedenen Stellen der Gebärmutter entstehen und verursachen je nach Lage unterschiedliche Beschwerden. Zu starken Regelblutungen kommt es z. B. bei Myomen, die unter der Gebärmutterschleimhaut sitzen.

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