24.11.2016

METASTASIERTER BRUSTKREBS Gemeinsam den Schock der Brustkrebs-Diagnose überwinden

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Es gibt viele Hilfsangebote und Selbsthilfegruppen, damit Betroffene ihren Weg nicht alleine gehen müssen.

Foto: ©iStock/Henk Badenhorst

Es gibt viele Hilfsangebote und Selbsthilfegruppen, damit Betroffene ihren Weg nicht alleine gehen müssen.

Eine schreckliche Nebenwirkung der Krankheit: Ein Großteil der Patientinnen fühlt sich allein gelassen. Dabei reichen schon kleine Aufmerksamkeiten aus, um das Leben für die betroffenen Frauen leichter zu machen.

In Kooperation mit Pfizer

Es ist für jede Frau ein Albtraum. Dieser furchtbare Augenblick, wenn sie vielleicht beim Duschen plötzlich spürt: Da ist etwas in meiner Brust. Eine Verhärtung oder ein Knubbel. Mit rund 70000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs der häufigste Tumor bei Frauen. Dank der stark verbesserten Behandlungsstrategien kann ein Großteil der Betroffenen auf Heilung hoffen.

Doch bei jeder dritten Brustkrebspatientin gelingt das nicht. Ihr Krebs kommt wieder und streut Metastasen, in anderen Organen oder in Knochen. Betroffene müssen sich dann nicht nur mit einer lebensbedrohlichen Krankheit auseinandersetzen, sondern auch mit einem Umfeld, das nicht weiß, wie es damit umgehen soll. Laut einer Umfrage glauben 51 Prozent der Patientinnen, von der Gesellschaft nicht wahrgenommen zu werden. Höchste Zeit, das zu ändern.

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Unheilbar krank: Das macht hilflos

„Die Angst vor der Erkrankung ist einfach riesengroß“, sagt Eva Schumacher-Wulf, Chefredakteurin des Brustkrebsmagazins „Mamma mia“ und selbst vor ein paar Jahren an Brustkrebs erkrankt. „Patientinnen in einem frühen Stadium wollen möglichst nicht mit der metastasierenden Form der Erkrankung konfrontiert werden und bei gesunden Menschen ist es die Unsicherheit. Sie wissen einfach nicht, wie sie sich verhalten sollen.“ Reaktionen, die verständlich und menschlich sind.

Doch wie geht man mit Frauen um, die eine unheilbare Krebserkrankung haben? „Der vielleicht beste Weg ist es, auf eine Patientin zuzugehen und offen zu sagen, dass man nicht weiß, wie man damit umgehen soll und ob sie nicht einen Tipp hat“, rät die Chefredakteurin, deren Magazin gerade sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert hat. „In den allermeisten Fällen sind die Patientinnen dankbar für die Aufmerksamkeit und geben dann auch entsprechende Tipps.“

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Darüber hinaus ist es zudem möglich, konkrete Hilfe anzubieten. Denn zu den häufigsten Nebenwirkungen der Therapien gehört das Fatigue-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine extreme Müdigkeit. Betroffenen fallen dann selbst die einfachsten Dinge unglaublich schwer. Man kann also beim Einkauf helfen, den Rasen mähen, die Fenster putzen oder mal auf das Kind aufpassen. Angst davor, sich aufzudrängen, muss niemand haben. „Patientinnen haben ja die Möglichkeit zu sagen: Danke für das liebe Angebot, im Moment komme ich noch ganz gut klar. Aber ich würde mich freuen, wenn ich darauf zurückkommen darf.“

Mamma Mia – Zeitschrift für Frauen mit Brustkrebs

Seit September 2006 erscheint „Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin“ vierteljährlich. Auch im Internet gibt es ein Angebot. Für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs wurde eine eigene Webseite angelegt.

Brustkrebs: Zahlen und Fakten

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Rund 80 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre. Bei 30 Prozent aller Betroffenen treten im Laufe der nächsten Jahre erneut Krebszellen auf. Nur eine von vier Frauen hiervon überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.

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Die vier Tumorarten:

  1. Knapp 40 Prozent der Betroffenen gehören zum Typ Luminal A. Auf ihren Krebszellen befinden sich Rezeptoren für die Hormone Östrogen und Progesteron. Der Krebs schreitet langsam voran und, einmal besiegt, ist das Rückfallrisiko eher gering. Zu den Therapien gehören Operation, Strahlen- und Antihormontherapie.

  2. Zwischen 20 und 30 Prozent gehören zum Typ Luminal B. Dieser Krebs ist aggressiver. Zusätzlich zur OP, Strahlen- und Hormontherapie kann auch eine Chemotherapie nötig sein.

  3. Bei 5 bis 10 Prozent tragen die Tumorzellen einen Rezeptor für einen sogenannten HER2- Wachstumsfaktor. Neben OP, Bestrahlung, Chemotherapie kommen hier auch Medikamente zum Einsatz, die den HER2-Rezeptor blockieren.

  4. Fehlen alle Rezeptoren, liegt ein dreifach negativer (triple-negativer) Brustkrebs vor. Neben OP und Bestrahlung wird hier eine intensivierte Chemotherapie durchgeführt. Selbsthilfegruppen: Austausch mit Menschen, die einen verstehen

Selbsthilfegruppen: Austausch mit Menschen, die einen verstehen

Studien zeigen, dass eine Selbsthilfegruppe für die allermeisten Patientinnen eine wertvolle Hilfe sein kann. „Es ist der Austausch mit den Betroffenen“, sagt Dr. Sylvia Brathuhn, Vorsitzende des Bundesverbandes Frauenselbsthilfe nach Krebs. „Es ist zutiefst förderlich, mit Menschen über Ängste, Gefühle und Bedürfnisse zu reden, die wissen, was in einem vorgeht. Denn sie haben es ja selbst erlebt.“

Wie wichtig Selbsthilfegruppen sind, zeigt der Umstand, dass ein Brustzentrum nur dann zertifiziert wird, wenn eine Gruppe vorhanden ist. In diesen interdisziplinären Einrichtungen arbeiten Ärzte unterschiedlicher Fachabteilungen zusammen, um für Patientinnen die individuell besten Behandlungsmöglichkeiten zu erreichen.

Der Brustkrebs hat diese berühmten Frauen getroffen

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