05.10.2018

GENITALE INFEKTION Feigwarzen: Mit Creme behandeln oder entfernen?

Bemerken Sie bei sich Symptome von Feigwarzen, ist es unabdingbar, sofort mit den Beschwerden zum Gynäkologen zu gehen und keine falsche Scham zu haben. Ihr Arzt wird mit Ihnen die optimale Therapie besprechen.

Foto: iStock/mediaphotos

Bemerken Sie bei sich Symptome von Feigwarzen, ist es unabdingbar, sofort mit den Beschwerden zum Gynäkologen zu gehen und keine falsche Scham zu haben. Ihr Arzt wird mit Ihnen die optimale Therapie besprechen.

Die ansteckenden Feigwarzen jucken und werden beim Sex übertragen. Welche Behandlung hilft und warum die Warzen gar nicht so harmlos sind!

Genitalwarzen sind so klein wie ein Stecknadelkopf, können aber auch mehrere Zentimeter groß werden. Meist treten sie in Gruppen auf und tun zwar nicht weh, jucken jedoch und stören oft erheblich. Eine Art der Genitalwarzen sind die Feigwarzen – und die sind unter Umständen gar nicht mal so harmlos. Denn sie enstehen aufgrund eines Virus.

Feigwarzen: Diese Symptome sind typisch

Neben Jucken sind weitere typische Symptome von Feigwarzen, die medizinisch Condylomata acuminata oder einfach nur Kondylome heißen:

  • Die Warzen sind flach, werden nach und nach dicker.

  • Die Farbe ist unterschiedlich, kann von weiß über rötlich bis grau-braun reichen.

  • Manchmal sondern die Warzen eine Flüssigkeit ab.

Feigwarzen bilden sich an Scheide und Schamlippen sowie am Penis, aber auch im Analbereich.

Auslöser der ansteckenden Geschlechtskrankheit sind humane Papillomviren (HPV), die über kleinste Hautverletzungen die Infektion hervorrufen können. Hier spielt auch die Intimrasur eine Rolle. Oft wird dabei die Haut minimal geschädigt, Viren können eindringen.

Kondylome sind vor allem für Frauen gefährlich

Obwohl Feigwarzen zwar lästig, aber eigentlich harmlos sind, können sie doch ein gefährliches Potenzial besonders für Frauen bergen: Es gibt über 100 Arten von HP-Viren. Einige von ihnen lösen nur Genitalwarzen aus, andere jedoch erhöhen zusätzlich das Risiko für Gebärmutterhalskrebs.

Mit Feigwarzen anstecken können Sie sich wie mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Aber auch zusammen Baden oder die gemeinsame Handtuchbenutzung können zur Ansteckungsquelle werden. Nach drei Wochen bis acht Monaten bilden sich die Hautwucherungen – so lange kann die Inkubationszeit bei Feigwarzen betragen, warnt der Berufsverband der Frauenärzte.

Feigwarzen behandeln: Teebaumöl, Creme, vereisen oder operieren?

Gegen Feigwarzen gibt es keine kausale Therapie. Die Viren selbst, die Auslöser der Kondylome, lassen sich im Körper nicht zerstören – nur ihre Folgen, wie die Genitalwarzen. Dazu gibt es mehrere Optionen, darunter frei verkäufliche Salben, Cremes und etwa Produkte mit Teebaumöl. Allerdings ist es nicht sinnvoll, bei Feigwarzen selbst zu experimentieren. Es gibt verschreibungspflichtige Cremes dagegen, etwa mit den Wirkstoffen

  • Imiquimod oder

  • Podophyllotoxin

Lassen Sie Hautveränderungen im Genitalbereich zur Sicherheit immer von Ihrem Gynäkologen oder einem Dermatologen abklären. Er kann Feigwarzen auch auf andere Weise entfernen:

  • Kältetherapie (Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff vereist die Kondylome, sodass sie abfallen)

  • operative Maßnahmen, etwa mit dem Laser

Die Erfolgsquoten bei der Behandlung mit den medizinischen Salben ist hoch. Sie wirken besonders gut, wenn die Genitalwarzen zum ersten Mal aufgetreten sind. Ansonsten haben Kondylome die Tendenz, immer wiederzukommen.

HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs und Feigwarzen

Das Risiko, einmal im Leben Feigwarzen zu entwickeln, beträgt für Mann und Frau rund zehn Prozent. Bis zu drei Viertel aller Menschen sind latent mit bestimmten Typen von HPV infiziert, ohne offensichtlich erkrankt zu sein.

Den sichersten Schutz vor Feigwarzen bietet die HPV- Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Studien zeigen, dass in Ländern, in denen junge Mädchen diese Impfung routinemäßig erhalten, auch die Fälle von Feigwarzen deutlich sinken.

Übrigens sind Feigwarzen nicht zu verwechseln mit Dellwarzen oder den schmerzhaften Dornwarzen. Wie Sie diese richtig behandeln lassen, lesen Sie auch bei uns.

Seite