Aktualisiert: 23.03.2021 - 13:59

Ansteckende Genitalinfektion Feigwarzen: Mit Creme behandeln oder lieber entfernen lassen?

Feigwarzen werden ausgelöst von HPV-Viren. Da diese Viren je nach Art auch Krebsformen auslösen können, ist eine Untersuchung beim Arzt immer eine gute Idee.

Foto: Getty Images/Pornpak Khunatorn; Canva.com [M]

Feigwarzen werden ausgelöst von HPV-Viren. Da diese Viren je nach Art auch Krebsformen auslösen können, ist eine Untersuchung beim Arzt immer eine gute Idee.

Die ansteckenden Feigwarzen jucken und werden vor allem beim Sex übertragen. Welche Behandlung hilft und warum die Warzen gar nicht so harmlos sind!

Genitalwarzen sind meist nur so klein wie ein Stecknadelkopf, können aber durchaus auch mehrere Zentimeter groß werden. Meist treten sie in Gruppen auf und tun zwar nicht weh, jucken jedoch und stören oft erheblich. Eine Art der Genitalwarzen sind die Feigwarzen – und die sind unter Umständen gar nicht harmlos. Denn sie entstehen aufgrund eines Virus, das je nach Art auch Krebserkrankungen auslösen kann. Zudem sind sie hochansteckend.

Hilfe, Feigwarzen! So wird man sie los
Hilfe, Feigwarzen! So wird man sie los

Feigwarzen: Diese Symptome sind typisch

Bei Feigwarzen handelt es sich um eigentlich gutartige Wucherungen der Haut bzw. Schleimhaut. Neben Jucken sind weitere typische Symptome von Feigwarzen, die medizinisch Condylomata acuminata oder einfach nur Kondylome heißen:

  • Die Warzen sind flach, werden nach und nach dicker und laufen nach oben spitz zu.
  • Die Farbe ist unterschiedlich, kann von weiß über rötlich bis grau-braun reichen.
  • Manchmal sondern die Warzen eine Flüssigkeit ab.

Feigwarzen bilden sich an Scheide und Schamlippen sowie am Penis, aber auch im Analbereich.

Auslöser der ansteckenden Geschlechtskrankheit sind humane Papillomviren (HPV), die über kleinste Hautverletzungen die Infektion hervorrufen können. Hier spielt auch die Intimrasur eine Rolle. Oft wird dabei die Haut minimal geschädigt, Viren können eindringen.

Auslösende Viren sind vor allem für Frauen gefährlich

Obwohl Feigwarzen zwar lästig, aber an sich eigentlich harmlos sind, können sie doch ein gefährliches Potenzial bergen, das vor allem Frauen trifft: Es gibt über 100 Arten von HP-Viren. Einige von ihnen lösen nur Genitalwarzen aus, andere, die Hochrisiko-HPV-Typen jedoch, erhöhen zusätzlich das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten rund um den Intimbereich sowie auch in Mund, Rachen und Kehlkopf.

Hochrisiko-HPV-Typen sind allerdings nur selten auch Auslöser von Feigwarzen. Diese werden meist von den Typen mit geringem Krebsrisiko ausgelöst.

Risiko Riesenkondylome: Vorsicht Hautkrebs

In seltenen Fällen können sich mehrere Feigwarzen aber auch zu einem sogenannten Riesenkondylom entwickeln, auch genannt "Buschke-Löwenstein-Tumor" oder Condylomata gigantea. Diese blumenkohlartige Wucherung ist dann nicht mehr harmlos, sondern kann das Gewebe zerstören. Dadurch verändern sich Gewebezellen so, dass mitunter eine Form eines Plattenepithelkarzinoms, einer Hautkrebsgeschwulst, entstehen kann. Dies ist dann definitiv Arztsache.

Ansteckung vor allem beim Geschlechtsverkehr

Mit Feigwarzen können Sie sich beim Geschlechtsverkehr anstecken – wie das auch bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten der Fall ist. Kondome helfen dabei, je nachdem, wo die Feigwarzen sitzen, nur teilweise. Aber auch zusammen zu baden oder ein Handtuch gemeinsam zu benutzen, kann zur Ansteckungsquelle werden. Nach drei Wochen bis acht Monaten bilden sich die Hautwucherungen – so lange kann die Inkubationszeit bei Feigwarzen betragen, warnt der Berufsverband der Frauenärzte.

Feigwarzen behandeln: Teebaumöl, Creme, vereisen oder operieren?

Gegen Feigwarzen gibt es keine kausale Therapie. Die Viren selbst, die Auslöser der Kondylome, lassen sich im Körper nicht zerstören – nur ihre Folgen, etwa die Genitalwarzen. Dazu gibt es mehrere Optionen, darunter frei verkäufliche Salben, Cremes und etwa Produkte mit Teebaumöl. Allerdings ist es nicht sinnvoll, bei Feigwarzen selbst zu experimentieren. Es gibt verschreibungspflichtige Cremes dagegen, etwa mit den Wirkstoffen

  • Imiquimod oder
  • Podophyllotoxin

Wichtig dabei: Nach dem Auftragen immer gründlich die Hände mit Seife waschen. Benutzte Wäsche wandert sofort in die Waschmaschine.

Lassen Sie Hautveränderungen im Genitalbereich zur Sicherheit immer von Ihrem Gynäkologen oder einem Dermatologen abklären. Er kann Feigwarzen auch auf andere Weise entfernen:

  • Kältetherapie (Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff vereist die Kondylome, sodass sie abfallen)
  • operative Maßnahmen, etwa mit dem Laser

Die Erfolgsquoten bei der Behandlung mit den medizinischen Salben ist hoch. Sie wirken besonders gut, wenn die Genitalwarzen zum ersten Mal aufgetreten sind. Ansonsten haben Kondylome die Tendenz, immer wiederzukommen.

HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs und Feigwarzen

Das Risiko, einmal im Leben Feigwarzen zu entwickeln, beträgt für Mann und Frau rund zehn Prozent. Bis zu drei Viertel aller Menschen sind latent mit bestimmten Typen von HPV infiziert, ohne offensichtlich erkrankt zu sein. Dabei gilt übrigens: Wer Feigwarzen hat, ist nicht einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt. Das kommt, wie schon erwähnt, stark auf die Art des HPV-Virus an, mit dem man infiziert ist. Da man aber selbst ohne Test nicht weiß, mit welcher Virenart man infiziert ist, ist Vorsicht natürlich besser als Nachsicht.

Den sichersten Schutz vor Feigwarzen bietet die HPV-Impfung. Diese Impfung schützt gegen Gebärmutterhalskrebs. Studien zeigen, dass in Ländern, in denen junge Mädchen diese Impfung routinemäßig erhalten, auch die Fälle von Feigwarzen deutlich sinken. Die HPV-Impfung rettet Leben – doch das wissen zu wenige. Die Impfung wird mittlerweile neben jungen Mädchen auch für Jungen empfohlen.

Übrigens sind Feigwarzen nicht zu verwechseln mit Dellwarzen oder den schmerzhaften Dornwarzen. Wie Sie diese richtig behandeln lassen, lesen Sie auch bei uns.

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