28.10.2016 - 15:28

NERV UNTER DRUCK Ischias: Wenn Rückenschmerzen bis in den Fuß schießen

Ischiasbeschwerden kennzeichnen Schmerzen, die bis in den Fuß ausstrahlen können.

Foto: iStock / ChesiireCat

Ischiasbeschwerden kennzeichnen Schmerzen, die bis in den Fuß ausstrahlen können.

Ischiasschmerzen sind noch schlimmer als ein Hexenschuss. Was man über den Nerv wissen sollte und welche Übungen helfen, wenn er eingeklemmt ist.

Der Ischiasschmerz kommt wie ein elektrischer Schlag ganz plötzlich, zieht sich von der Lendenwirbelsäule über das Gesäß bis in den Fuß. Betroffene sagen, das sei noch schlimmer als ein Hexenschuss, weil der Schmerz den halben Körper betreffen kann, vom Rücken bis in die Zehen reicht.

Ischias – der längste Nerv im Körper

Die Erklärung für den so ausgedehnten Ischiasschmerz: Der dafür verantwortliche Ischias, eigentlich Nervus ischiadicus, ist der längste Nerv im Körper. Dieser ist an seinem Ansatz, im Lenden-Kreuzbein-Nervengeflecht, fast kleinfingerdick, und wird dann, je weiter er über Oberschenkel und Waden nach unten in die Füße gelangt, immer schmaler. Ist er gereizt, etwa durch

oder sogar eingeklemmt, kann das zu massiven Problemen in all den genannten Bereichen führen. Mediziner sprechen dann von Ischialgie, umgangssprachlich werden die Beschwerden oft einfach als „Ischias“ bezeichnet.

>> Rücken entlasten

Diese Symptome kennzeichnen Ischiasbeschwerden

Dabei kommt es neben den bis in den Fuß ziehenden Schmerzen zu einer Reihe von typischen Symptomen:

  • Schmerzen verstärken sich beim Husten und Pressen
  • Schmerzen, wenn bei gebeugter Hüfte das Knie durchgestreckt werden soll
  • Muskelschwäche im betroffenen Bein
  • Kribbeln, pelziges Gefühl (Taubheitsgefühl)

Zum Arzt sollten Sie auf jeden Fall gehen, wenn Schwäche, Taubheitsgefühl und womöglich Lähmungserscheinungen auftreten. Sofortige Hilfe ist nötig, wenn Sie Probleme bei der Entleerung von Blase und/oder Darm beobachten.

Diese Übungen sind bei Ischiasschmerzen sinnvoll

Meistens ist Ischialgie harmlos, etwa wenn eine Verspannung die Ursache ist. Dann verschwinden die Schmerzen oft nach sechs bis acht Wochen von selbst. Unterstützen können Sie diesen Heilungsprozess, indem Sie den Ischias entlasten. Dabei helfen diese Übungen:

  • Stufenlagerung: Legen Sie sich auf den Rücken, die Unterschenkel werden durch einen Hocker so gestützt, dass sie mit den Oberschenkeln einen 90-Grad-Winkel bilden. Das entspannt vor allem die Nervenwurzel des Ischias im Lendenwirbelbereich.
  • Kutscherstellung: Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl, die Beine leicht geöffnet. Beugen Sie den Oberkörper nach vorne und lagern Sie die Ellbogen auf die Knie; Unterarme und Hände fallen entspannt zwischen die Beine. Lassen Sie nun Ihren Kopf locker nach vorne hängen und spüren Sie, wie sich Ihre Wirbelsäule entspannt und dehnt.
  • Inaktive Dehnung der Wirbelsäule: Stellen Sie sich zwischen zwei gleich hohe Tische. Stützen Sie sich rechts und links mit den Händen ab und lassen Sie Becken und Bein locker hängen, die Füße sollten nicht den Boden berühren.

Von Schmerztabletten bis Taping: Ischiasschmerzen behandeln

Ischiasschmerz spricht aber auch gut auf Wärme an. Weitere konservative Maßnahmen zur Behandlung der Nervenschmerzen sind Schmerzmittel und Krankengymnastik. Auch Kinesio Taping hat sich in manchen Fällen gegen Ischias bewährt. Die Klebebänder sollen die Schmerzsensoren beeinflussen und den Heilungsprozess anregen.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe