20.10.2016

VORBOTEN Brustschmerzen: Angina pectoris – Frauen haben andere Symptome!

Plötzlich starke Brustschmerzen und ein Engegefühl: Dabei kann es sich um Angina pectoris handeln.

Foto: ©iStock/Patrick Heagney

Plötzlich starke Brustschmerzen und ein Engegefühl: Dabei kann es sich um Angina pectoris handeln.

Ein Angina-pectoris-Anfall ist oft Vorbote eines Herzinfarkts. Schnelle Therapie ist wichtig. Welche Symptome bei Frauen ein Alarmsignal sind.

Plötzliche Schmerzen in der Brust, Brustenge und Atemnot verunsichern zutiefst. Die Angst, dass es sich um die Vorboten eines Herzinfarkts handeln könnte, steht im Raum. Tatsache ist, dass ein sogenannter Angina pectoris-Anfall oft einem Herzinfarkt vorangeht. Doch was ist Angina pectoris genau? Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt so viel wie „Enge“ und „Brust“.

Die für Angina pectoris typische Brustenge wird von Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße verursacht, die im Rahmen einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) auftreten. Auslöser für den Durchblutungsmangel ist Arteriosklerose durch Fett- und Kalkablagerungen in den Gefäßen.

Erst instabile Angina pectoris, dann Herzinfarkt

Dabei gibt es zwei Formen der Angina pectoris:

  1. Stabile Angina pectoris bedeutet, dass Beschwerden wie etwa Atemnot nur unter Belastung auftreten, also bei Stress, Kälte oder körperlicher Anstrengung wie Treppensteigen – und sich danach wieder legen.

  2. Von instabiler Angina pectoris sprechen Ärzte, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten und stärker werden, bereits in Ruhe vorhanden sind oder sich Angina-Pectoris-Anfälle verschlimmern. Das bedeutet, dass die Herzkranzgefäße sich noch weiter verengt haben. Kommt es zu einem völligen Verschluss, führt das zu einem Herzinfarkt.

Angina-pectoris-Symptome bei der Frau

Nur wenn diese Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen rechtzeitig mit der entsprechenden Therapie behoben wird, lässt sich das Herzinfarkt-Risiko abwenden.

Die Symptome eines Angina-pectoris-Anfalls sollten Sie deshalb kennen und ernst nehmen. Die allgemein bekannten Anzeichen wie Brustenge und Schmerzen, die bis in den Kiefer und Arm ausstrahlen können, gelten jedoch vor allem für Männer. Bei Frauen fehlt oft der Brustschmerz. Dafür können andere Symptome im Rahmen der Angina pectoris auftreten:

  • plötzliche unerklärliche Müdigkeit

  • Magenbeschwerden wie Sodbrennen und Übelkeit

  • Kurzatmigkeit

Bei Verdacht auf einen Angina-pectoris-Anfall sollten Sie sofort einen Arzt rufen. Als erste Hilfe gelten Nitropräparate wie Nitroglycerin. Diese Medikamente erweitern als Spray oder Kapsel verabreicht sofort die Blutgefäße. Das Herz wird wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Verschiedene operative Maßnahmen wie

  • Ballondilatation (das verengte Gefäß wird aufgedehnt)

  • Einsetzen eines Stents (weitet das Gefäß und stützt es dauerhaft) sowie das

  • Legen eines Bypasses (verengte Blutgefäße werden künstlich umgangen, etwa mit einem Teilstück einer Arterie der Brust)

ermöglichen wieder eine optimale Blutversorgung des Herzens.

Mit 665.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr in Deutschland ist die Koronare Herzerkrankung mit ihrem Symptom Angina pectoris die häufigste Herzerkrankung, wie die Deutsche Herzstiftung meldet. Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten und Operation haben die Prognose bei Angina pectoris stark verbessert. Ausschlaggebend ist aber die schnelle Hilfe bei einem akuten Angina-pectoris-Anfall – und dazu ist es wichtig, die Symptome zu kennen, auch die weniger typischen, wie sie vor allem bei Frauen auftreten können.

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