12.10.2016

AUFMERKSAMKEITSSTÖRUNG ADS ist nicht gleich ADHS: Diese sechs Symptome sind typisch

Mangelnde Affektkontrolle ist eines der typischen ADHS-Anzeichen.

Foto: © iStock/Upyanose

Mangelnde Affektkontrolle ist eines der typischen ADHS-Anzeichen.

Nervöse Kinder mit ADHS kennt fast jeder. Dabei ist die Variante ADS genauso häufig, auch unter Erwachsenen. Was Sie dazu wissen sollten!

Zappelphilipp-Kinder, die sich schlecht konzentrieren können und ständig den Unterricht stören, finden sich in fast jeder Klasse. Sie könnten an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden.

Daneben gibt es jedoch auch die Abkürzungen ADS, manchmal ADD. Sie stehen für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder auf englisch Attention Deficit Disorder.

Beide Krankheiten – ADHS und ADS/ADD – haben laut Definition mit massiven Konzentrationsproblemen zu tun. Typisch ist auch, dass Betroffene sich leicht ablenken lassen. Kein Wunder, dass ADHS und ADS häufig verwechselt werden. Vor allem früher wurden beide Begriffe gleichgesetzt.

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ADHS und ADS – der Unterschied

Beide Phänomene haben Aufmerksamkeitsstörungen und Impulsivität gemeinsam. Bei ADHS kommt Hyperaktivität dazu, die bei ADS fehlt. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom fallen deshalb oft nicht gleichermaßen auf wie Kinder mit ADHS, wirken eher verschlossen und gelten als Träumer.

ADHS wird aus diesen Gründen häufiger diagnostiziert. Kinder mit ADS dagegen erhalten oft gar keine oder späte Behandlung.

Nicht nur Kinder, auch viele Erwachsene haben mit den psychischen Störungen zu kämpfen. Die Folgen können gravierend sein. Menschen mit ADS oder ADHS schneiden in der Ausbildung oft schlechter ab, obwohl sie über normale Intelligenz verfügen. Sie sind häufiger in Unfälle verwickelt, haben Schwierigkeiten im Beruf sowie mit Familie, Partner und Freunden. Auch die Anfälligkeit für Süchte kann erhöht sein.

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Die sechs wichtigsten Symptome von ADS

Während zu den Symptomen von ADHS vor allem Unruhe und Hyperaktivität zählen, fallen bei ADS folgende Anzeichen auf – sowohl bei betroffenen Kindern als auch bei Erwachsenen:

  • Aufmerksamkeitsstörung – leichte Ablenkbarkeit, Konzentrationsschwäche, häufiges Verlegen oder Verlieren von Schlüssel, Portemonnaie und andere wichtigen Unterlagen

  • Affektlabilität – häufiger Stimmungswechsel zwischen normal und niedergeschlagen. Bereits kleine Auslöser können für Tage die Stimmung trüben.

  • Desorganisiertes Verhalten – Aufgaben und Probleme können nicht systematisch angegangen und gelöst werden. Arbeiten werden nicht am Stück fertiggestellt, sondern immer wieder liegen gelassen. Es entsteht der Eindruck von planlosem Arbeiten.

  • mangelnde Affektkontrolle – Neigung zu Reizbarkeit, Wutanfällen, typisch ist etwa Fluchen und Schimpfen beim Autofahren, auch bei geringem Anlass

  • Impulsivität – ständiges Dazwischenreden, ins Wort fallen und Antworten geben, bevor die Frage überhaupt zu Ende formuliert wurde, Ungeduld

  • Emotionale Überreaktivität – sich schnell gestresst und belästigt fühlen

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Was hilft Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom?

Treten mindestens drei dieser Symptome auf, liegt der Verdacht eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms nahe. Ansprechpartner bei den genannten Symptomen ist der Hausarzt oder besser ein Psychologe oder Psychiater. Nach ausführlicher Untersuchung und dem Ausschluss anderer psychischer Störungen wie dem Asperger-Syndrom oder Depressionenwird der Facharzt die Behandlung einleiten. Je nach Schweregrad sollten Medikamente eingesetzt werden, etwa Methylphenidat. Hilfreich ist auch eine Psychotherapie. Durch sie können Betroffene lernen, mit Stressoren besser umzugehen und ihre Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern.

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