10.10.2016

IMMUNSCHWÄCHE Aids – alles über Symptome und HIV-Test

Foto: ©iStock/KatarzynaBialasiewicz

Aids könnte in einigen Jahren heilbar sein. Noch heißt es jedoch: sich schützen, auf Symptome achten und sich falls nötig auf HIV testen lassen.

Noch nie war die Medizin so nahe daran, Aids heilen zu können. Forscher haben einen Aids-Patienten mit neuen Wirkstoffen behandelt, wie britische Medien berichten. Die neue Aids-Therapie wirkt: Durch sie scheint das Virus aus dem Blut des Patienten verschwunden zu sein. Unklar ist jedoch, ob die Viren nicht wieder auftauchen und ob sie sich nur kurzzeitig unter der nachweisbaren Menge befinden.

Von einem Durchbruch in der Aids-Therapie wagen die Mediziner deshalb noch nicht zu sprechen. Weitere Tests, die mindestens noch fünf Jahre dauern könnten, müssen erst bestanden werden, bis das neue Medikament auf den Markt kommen könnte. Aufmerksam sein und sich beim Sex schützen ist deshalb immer noch lebenswichtig.

Immundefekt macht anfällig für Infektionen

Bei Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome, erworbenes Immunschwäche-Syndrom) handelt es sich um den Ausbruch einer Infektion mit HI-Viren. Moderne Medikamente, die lebenslang eingenommen werden müssen, können das Virus zwar in Schach halten. Daher ist Aids heute nicht mehr in dem Maße lebensbedrohlich wie noch vor 30 Jahren, als das Virus erstmals entdeckt wurde. Doch die antiviralen Medikamente sind aggressiv.

Zu den Nebenwirkungen kommen häufig lebensgefährliche Infektionen, die durch den Immundefekt entstehen. Grund dafür ist ein unwiderruflich lahmgelegtes Immunsystem durch zerstörte Abwehrzellen.

Aids-Symptome werden anfangs oft übersehen

Deshalb ist es am besten, sich vor Aids zu schützen. Tipps für Safer Sex und weitere Ansteckungsquellen liefert die Kampagne "Gib Aids keine Chance".

Trotz Aufklärungsmaßnahmen wie dieser infizieren sich pro Jahr in Deutschland noch über 3.000 Menschen mit HIV. Die Symptome treten wenige Tage bis zu sechs Wochen nach der Ansteckung mit HI-Viren auf und sind eher unspezifisch:

  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Hautausschlag
  • geschwollene Lymphknoten
  • Durchfall
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsabnahme

Oft meinen die Betroffenen, es handle sich um einen grippalen Infektoder um Pfeiffersches Drüsenfieber. Im Fall einer HIV-Infektion verschwinden die Symptome wieder und der Infizierte fühlt sich wieder gesund. Nach dieser Phase der Erholung treten später – je nachdem, wie gut das Immunsystem arbeitet – die Symptome erneut auf, diesmal heftiger.

Schnell und sicher auf HIV testen

Spätestens jetzt sollte ein HIV-Test durchgeführt werden. Dazu wird Blut entnommen und auf HIV-Antikörper untersucht. Der Körper bildet sie jedoch erst vier bis zwölf Wochen nach der Ansteckung. Mit 100prozentiger Sicherheit lässt sich also erst nach drei Monaten feststellen, ob eine HIV-Infektion vorliegt. Der Test ist kostenfrei und lässt sich anonym in Gesundheitsämtern durchführen, selbstverständlich aber auch beim Arzt Ihres Vertrauens.

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