29.09.2016

SCHMERZEN IN DEN BEINEN Haben Sie die Schaufensterkrankheit? Dann ab zum Arzt!

Was im Volksmund als Schaufensterkrankheit so harmlos klingt, ist eine schwere Durchblutungsstörung der Beine.

Foto: iStock/PeopleImages

Was im Volksmund als Schaufensterkrankheit so harmlos klingt, ist eine schwere Durchblutungsstörung der Beine.

Die Schaufensterkrankheit ist eine Durchblutungs-Störung in den Beinen. Wird sie nicht richtig behandelt, kann sie lebensgefährlich sein.

Wissen Sie was die Schaufensterkrankheit ist? Nein, nein, das ist nicht, dass Sie bei jedem Schaufenster gucken müssen, welche neuen Modetrends es gibt. Die Schaufensterkrankheit ist eine Durchblutungs-Störung in den Beinen - und sie ist nicht ungefährlich.

Unter der Schaufensterkrankheit versteht man eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Dabei entstehen Ablagerungen in den Arterien, es kommt zu Engstellen, die die Durchblutung behindern. Die Beinmuskeln werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind Schmerzen beim Gehen oder Treppensteigen.

>> Ein Schlaganfall lässt sich vermeiden

Betroffene müssen immer wieder stehenbleiben, damit die Beinmuskeln entlastet werden. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, schaffen Erkrankte nur noch kurze Strecken ohne Gehpause, z. B. nur von einem Schaufenster zum nächsten – daher wird pAVK im Volksmund auch Schaufensterkrankheit genannt.

Schätzungen zufolge ist jeder vierte Patient über 55 Jahre von der Krankheit betroffen. Männer leiden häufiger als Frauen an pAVK. Risikofaktoren, die eine pAVK begünstigen sind neben des Alters und der erblichen Veranlagungen vor allem ein ungesunder Lebensstil. Dazu gehören Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Auch Erkrankungen wie Diabetes, ein zu hoher Cholesterinspiegel oder Bluthochdruck zählen zu den Risikofaktoren.

Die Schaufensterkrankheit kann lebensbedrohlich sein

pAVK ist eine ernstzunehmende Krankheit, unbehandelt schreitet sie schnell voran und kann sogar lebensbedrohlich sein. Jährlich sterben in Europa mehr Menschen an den Folgen einer Arterienverkalkung (Fachbegriff: Arteriosklerose) als an Krebserkrankungen. Bei einer pAVK können Blutgerinnsel entstehen, außerdem wird die Wundheilung beeinträchtigt. Durch Gefäßverschlüsse drohen offene Beine oder sogar der Verlust von Gliedmaßen.

Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, dann haben pAVK-Patienten zudem ein stark erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. In diesem Stadium wird die pAVK umgangssprachlich auch als Raucherbein bezeichnet.

Weitere Folgekrankheiten der Schaufensterkrankheit können beispielsweise Potenz-Störungen, Bluthochdruck, Nierenschwäche oder ein Darminfarkt sein.

Daran erkennen Sie, ob Sie an der Schaufensterkrankheit leiden?

Anfangs ist die pAVK schmerzlos. Treten Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig: Je früher die Schaufensterkrankheit behandelt wird, desto besser. Anzeichen, dass Sie möglicherweise an pAVK leiden, können unter anderem ein Kälte- und Schwächegefühl in den Beinen, Muskelschmerzen bei Belastung, zunehmende Einschränkung der Gehstrecke durch Belastungsschmerz oder Kälte und Blässe des betroffenen Beins sein.

So können Sie sich gegen die Schaufensterkrankheit schützen

Das Erkrankungsrisiko kann durch mehr Bewegung, eine gesunde Ernährung und den Verzicht des Rauchens gesenkt werden. Sollte das nicht reichen, können Medikamente wie Blutfettsenker oder Blutdrucksenker helfen. Ist die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten, dann hilft meist nur noch eine Operation. Die Schaufensterkrankheit sollte daher auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen und in jedem Fall so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden.

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