22.09.2016

ANZEICHEN UND TESTS Zöliakie: Was sind die Symptome von Glutenunverträglichkeit?

Das Gluten in Weizen, Hafer und Roggen bereitet Zöliakie-Patienten Probleme.

Foto: ©iStock/lisaaMC

Das Gluten in Weizen, Hafer und Roggen bereitet Zöliakie-Patienten Probleme.

Viel mehr Menschen als bisher angenommen haben Zöliakie. Welche Anzeichen typisch sind und welche Tests zeigen, ob Sie Gluten nicht vertragen.

Jeder 100. Deutsche hat Zöliakie, leidet also unter einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber Gluten, dem Klebereiweiß in Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer. Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) geht damit von zehnmal mehr Erkrankten aus, als frühere Statistiken vermuten ließen.

Demnach ist Zöliakie in Deutschland stark unterdiagnostiziert und viele Betroffene wissen nicht, dass ihre Verdauungsprobleme durch die Glutenunverträglichkeit zustande kommen. Denn die Symptome müssen nicht immer ausgeprägt sein oder können zeitweise verschwinden und dann wiederkehren.

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Symptome der Glutenunverträglichkeit bei Kindern

Außerdem treten oft nur einzelne Symptome auf, die je nach Alter abweichen. Auch Infektionen, das Abwehrsystem, Ernährungsgewohnheiten und die Umwelt können die Anzeichen dieser erblichen Autoimmunerkrankung beeinflussen.

Typische Symptome der Zöliakie bei Kleinkindern sind:

  • Blähungen

  • Bauchschmerzen

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Müdigkeit

  • Wachstumsstörungen

Diese Symptome treten etwa ab dem dritten Monat auf, wenn Beikost gegeben wird. Dabei handelt es sich oft um Weizen-, Grieß- und Haferbrei – also glutenhaltige Lebensmittel.

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Zöliakie kann sich jedoch auch erst nach einigen Jahren zeigen. Die Anzeichen bei Kindern sind:

  • Bauchschmerzen

  • Verstopfung

  • Knochenschmerzen

  • Gelenkentzündungen

  • psychische Auffälligkeiten

  • Wachstumsverzögerung

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So zeigt sich Glutenunverträglichkeit bei Erwachsenen

Oft treten die Symptome der Zöliakie aber auch erst zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf:

  • Durchfall mit Fettstühlen

  • Blähungen

  • Völlegefühl

  • Knochenschmerzen

  • Gewichtsabnahme

  • Osteoporose

  • Eiweißmangel

  • Menstruationsstörungen

  • chronische Magenschleimhautentzündung

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Zöliakie erkennen – diese Tests sind wichtig

Um zu erfahren, ob tatsächlich eine Glutenunverträglichkeit vorliegt, gibt es zwei Testmöglichkeiten. Das sind:

  1. Bluttest auf bestimmte Antikörper, die bei Zöliakie gebildet werden. Allerdings sind diese kein sicherer Beweis für Glutenunverträglichkeit.

  2. Biopsie des Dünndarms: Mit dieser Gewebeentnahme lassen sich Veränderungen der Dünndarmschleimhaut identifizieren, die bei Zöliakie typisch sind. Dieser Test gilt als besonders aussagekräftig.

Ein zusätzlicher, sicherer Hinweise auf Zöliakie ist, wenn die Symptome unter glutenfreier Diät zurückgehen.

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Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie

Zöliakie kann bisher nicht geheilt werden. Die beste Behandlung besteht daher darin, Gluten zu meiden. Allerdings ist das in der Praxis gar nicht so einfach, denn viele Fertigprodukte enthalten Gluten. Das Klebereiweiß steckt in manchen Verdickungsmitteln und Zusatzstoffen.

Kein Gluten enthalten auf jeden Fall:

  • Reis

  • Hirse

  • Mais

  • Buchweizen

  • Amaranth

  • Kartoffeln

  • Gemüse

  • Obst

Selbst kochen und seine Lebensmittel gezielt aussuchen ist deshalb die beste Möglichkeit, eine glutenfreie Diät durchzuhalten. Stichwort Diät: Glutenfreie Ernährung ist übrigens keine Schlankheitskur, wie oft zu lesen ist. Auch von glutenfreien Lebensmittel können Sie zunehmen, wenn Sie zu viel davon essen.

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