16.09.2016 - 14:19

OHRENSCHMERZEN Mittelohrentzündung: Die Symptome bei Kindern und Erwachsenen

Wenn ein (Klein-)Kind sich ständig ans Ohr fasst, kann das auf Mittelohrentzündung hinweisen.

Foto: ©iStock/allgord

Wenn ein (Klein-)Kind sich ständig ans Ohr fasst, kann das auf Mittelohrentzündung hinweisen.

Starke Ohrenschmerzen sind oft Symptom der Mittelohrentzündung, bei Babys können aber auch andere Anzeichen auftreten. Worauf Sie achten sollten!

Zuerst Schnupfen, dann Mittelohrentzündung: Manche Menschen sind ganz besonders anfällig dafür. Mittelohrentzündung, medizinisch Otitis media acuta, entsteht, wenn Erkältungsviren die Schleimhaut von Nase und Rachen attackieren. Dabei verändert sich die natürliche Bakterienbesiedelung der Schleimhäute.

Durch dieses Ungleichgewicht vermehren sich krankmachende Bakterien wie etwa Streptococcus pneumoniae. Die Erreger breiten sich über die Ohrtrompete, die Verbindung zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr aus. Die Folge: eine bakterielle Infektion des Mittelohrs.

Kinder und Babys leiden häufig an Ohrenschmerzen

Vor allem Babys und Kleinkinder sind gefährdet, Mittelohrentzündung zu bekommen. Denn bei ihnen ist die Ohrtrompete (Eustach'sche Röhre oder Tube) kurz und nicht so eng wie bei Erwachsenen. Die Bakterien können schneller vom Rachen ins Mittelohr aufsteigen. Deshalb ist Otitis media acuta bei Kindern unter sechs Jahren eine der häufigsten Erkrankungen.

Doch auch wenn es sich um die gleiche Krankheit handelt: Die Symptome der Mittelohrentzündung sind bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich. Sie sollten auf jeden Fall beachtet werden, denn unbehandelt kann die Mittelohrentzündung zu Komplikationen führen, so etwa:

  • Hirnhautentzündung,
  • Schwerhörigkeit sowie
  • Lähmung der Gesichtsnerven

Diese Anzeichen verraten eine Mittelohrentzündung beim Baby/Kleinkind

  • hohes Fieber
  • allgemeine Beschwerden, viele kleine Kinder klagen etwa über Bauchweh
  • Babys greifen sich unwillkürlich ständig an das erkrankte Ohr („Ohrzwang“)
  • Appetitlosigkeit
  • Absonderung von Ohrensekret (anfangs geruchlos, eher wässrig, später schleimig)

Anzeichen für eine Mittelohrentzündung bei Erwachsenen

  • starker Schmerz, der pulsiert und eines oder beide Ohren betrifft
  • Hörminderung auf dem betroffenen Ohr
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Druckempfindlichkeit hinter dem Ohr
  • Ohrenlaufen

Das Sekret, das aus den Ohren läuft, ist der sogenannte Paukenerguss. Die Flüssigkeit bildet sich im Rahmen der Entzündung und sammelt sich in der Paukenhöhle im Mittelohr, wenn die Ohrtrompete zugeschwollen ist. Dadurch entsteht hoher Druck.

Der einzige Abfluss nach außen ist dann durch das Trommelfell möglich – über winzige stecknadelkopfgroße Öffnungen, die sich bei dem starken Druck bilden. Manchmal entsteht auch ein Riss im Trommelfell, durch welchen das Sekret ablaufen kann.

Ohrentropfen oder Hausmittel: Was tun bei Mittelohrentzündung?

Starke Ohrenschmerzen und Ohrenlaufen sollte immer der HNO-Arzt abklären. Anders als früher werden jedoch nicht immer gleich Antibiotika verordnet. Fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente eignen sich, solange der Allgemeinzustand des Patienten gut ist. Ohrentropfen sollten Sie nur nach Anweisung des Arztes verwenden.

Zusätzlich unterstützen einige Hausmittel die Selbstheilung bei Mittelohrentzündung:

  • Wärmebehandlung mit Rotlicht
  • Säckchen mit warmen, abgekochten Zwiebeln
  • Traubenkernkissen

Impfen gegen Mittelohrentzündung?

Übrigens kann die Pneumokokken-Impfung, die Säuglingen ab zwei Monaten empfohlen wird, das Risiko für Mittelohrentzündung deutlich senken. Die Pneumokokken-Impfung soll vor allem Lungen- und Hirnhautentzündung verhindern – die von den gleichen Bakterien ausgelöst werden wie die Mittelohrentzündung.

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