02.07.2018

Wirbelsäulenverkrümmung Skoliose – Übungen und Operation gegen die Schmerzen

Eine Skoliose besteht schon im Kindesalter. Probleme verursacht sie häufig erst später.

Foto: iStock/microgen

Eine Skoliose besteht schon im Kindesalter. Probleme verursacht sie häufig erst später.

Wenn die Wirbelsäule nicht in Form ist, entstehen Verformungen und Schmerzen. Wie Übungen, Korsett und eine Operation gegen Skoliose helfen.

Sie ist eine meist im Wachstumsalter auftretende Krankheit und zeichnet sich durch eine verbogene und verdrehte Wirbelsäule aus: Woher die Skoliose kommt, welche Probleme sie Betroffenen bereitet und was diese dagegen tun können, lesen Sie in diesem Artikel.

Rückenproblem: Bei der Skoliose verdreht sich die Wirbelsäule

Bei einer Skoliose – die Bezeichnung stammt vom griechischen Wort skolios (= krumm) – ist die Wirbelsäule an einem oder mehreren Abschnitt(en) verkrümmt, weicht also bei der Ansicht von hinten (Frontalebene) von der Mittellinie ab. Neben dieser seitlichen Verkrümmung sind ein oder mehrere Wirbelkörper verdreht. Dadurch wird der gesamte Oberkörper asymmetrisch, und es kann zu Verformungen kommen (etwa Rippenbuckel). Beim Heranwachsen verstärkt sich das.

In den meisten Fällen tritt die Krankheit bereits im Kindesalter während der Wachstumsphase auf. Die Krankheit wird meist erst in Altersabschnitten festgestellt, in denen das Wachstum am stärksten ist – also mit etwa zehn, elf Jahren.

Die Symptome: So macht sich die Verformung bemerkbar

Die Verformung kann nicht durch Haltungsübungen ausgeglichen werden, sie ist chronisch und nimmt weiter zu, wenn sie nicht behandelt wird. Auch wenn eine Skoliose nicht sehr ausgeprägt ist, kann sie vor allem bei Erwachsenen und mit fortschreitendem Alter zu Beschwerden führen. Kennzeichnend sind:

  • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen

  • Verformungen des Oberkörpers

  • Einschränkung der Lungenfunktion

Gerade bei schweren Formen der Wirbelsäulenverformung ist die Skoliose dann auch noch äußerlich sichtbar. Neben Rippenbuckeln können auch Wulste an der Lende auftreten. Auch Beckenschiefstand oder eine einseitig hängende Schulter sind Anzeichen.

Für Skoliose ist die Ursache meist unbekannt

Skoliose haben etwa zwei Prozent der Schulkinder. Dabei sind leichtere Formen der Skoliose häufig, schwere Skoliose dagegen kommt eher selten vor. Meist lässt sich keine Ursache für die Wirbelsäulenverkrümmung finden, der Arzt spricht dann von idiopathischer Skoliose. Vermutlich ist sie unter anderem genetisch bedingt.

Angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule, Unfälle oder Muskel- sowie Nervenerkrankungen können Ursachen sein, werden aber nur in wenigen Fällen verantwortlich gemacht. So kann eine gestörte Nervenversorgung im Rücken Auslöser sein, wenn sie ein muskuläres Ungleichgewicht nach sich zieht (neuropathische Skoliose). Auch Abnutzungerscheinungen der Bandscheiben vor allem im Lendenwirbelbereich können eine Skoliose hervorrufen.

Skoliose-Behandlung so früh wie möglich beginnen

Dass die Wirbelsäule minimal verformt ist, kommt häufig vor, jedoch kann auch eine leichte Form der Skoliose gerade für Laien erst einmal schwer sichtbar bleiben oder nur mithilfe weiterer Untersuchungen erkannt werden. Ein Arzt kann nach einer körperlichen Untersuchung mit Röntgenaufnahmen Gewissheit erlangen.

Je früher bei Skoliose eine Behandlung einsetzt, umso erfolgreicher ist sie – vor allem weil sie sich in der Wachstumsphase durchaus schnell verschlimmern kann. Dabei werden verschiedene Therapiemethoden empfohlen, die sich nach dem Schweregrad der Erkrankung richten.

Krankengymnastik, Korsett oder Operation gegen Skoliose

Den Schweregrad der Skoliose bestimmt der Arzt anhand des sogenannten Cobb-Winkels. Er gibt das Ausmaß der Wirbelsäulenverkrümmung an. Je nach Cobb-Winkel sind demnach folgende Behandlungen empfohlen:

  • leichte Skoliose (Cobb-Winkel zwischen zehn und 20 Grad): Die Behandlung mit speziellen Übungen und Krankengymnastik reicht meist aus. Diese sollen verhindern, dass die Verkrümmung stärker wird. Dabei werden Muskeln gezielt aufgebaut. Damit gelingt es oft sogar, dass sich die Wirbelsäule wieder etwas aufrichtet und von den Muskeln gestützt auch in dieser Position verbleibt. Dennoch: Engmaschig kontrollieren lassen!

  • mittelschwere Skoliose (Cobb-Winkel zwischen 20 und 40 Grad): Die Therapie besteht in einem auf Maß angefertigtem Korsett, das auch nachts getragen werden sollte. Es kann verhindern, dass sich die Verkrümmung verstärkt und weitere Folgen nach sich zieht. Krankengymnastik sollte zusätzlich durchgeführt werden.

  • schwere Skoliose (Cobb-Winkel über 40 Grad): Eine Operation kommt hier als Behandlungsoption infrage, wenn Korsett und Übungen zu wenig nutzen. Dabei wird die Wirbelsäulenverkrümmung mit Metallimplantaten (Schrauben, Platten und Stäben) korrigiert, stabilisiert und teilweise versteift. Die Operation kann vom Rücken aus oder von vorne über Brust und Bauch erfolgen. Es handelt sich um einen Eingriff mit sehr hohem Aufwand, der am besten nur von einem erfahrenen Wirbelsäulen-Chirurgen durchgeführt werden sollte.

Ein ausführliches Beratungsgespräch sollte gerade vor einer OP erfolgen, denn die Folgen des Eingriffes lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Generell sollten Sie beim Verdacht auf Skoliose erst einmal einen Arzt aufsuchen. Der kann über die nötigen weiteren Behandlungsschritte aufklären, sofern diese nötig sein sollten.

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