Aktualisiert: 13.08.2019 - 15:39

Infektion im Intimbereich Scheidenpilz – lindern Hausmittel die unangenehmen Symptome?

Ein in Joghurt getauchter Tampon als Hausmittel gegen Scheidenpilz? Nicht die beste Idee. Was wirklich hilft, lesen Sie hier.

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Ein in Joghurt getauchter Tampon als Hausmittel gegen Scheidenpilz? Nicht die beste Idee. Was wirklich hilft, lesen Sie hier.

Scheidenpilz ist extrem lästig. Rasche Hilfe, etwa mit Hausmitteln, ist gefragt. Doch manche verschlimmern die Beschwerden nur.

Ein Scheidenpilz entsteht schnell – es muss nur das empfindiche Milieu in der Vagina der Frau ins Ungleichgewicht geraten, schon kann sich ein Pilz vermehren. Es gibt einige Hausmittel gegen Scheidenpilz, viele schwören darauf. Wir verraten, ob sie sinnvoll sind und wann Sie doch besser ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

Nicht spaßen mit Scheidenpilz: Hausmittel helfen nur bedingt gegen Symptome und Ursache

Die Symptome von Scheidenpilz, medizinisch Vaginalmykose, kennt fast jede Frau. Dazu zählen:

  • massiver Juckreiz im Genitalbereich
  • Brennen
  • weißer, krümeliger Ausfluss

Die Symptome sind nervig. Und auch wenn Hausmittel möglicherweise diese ein wenig einschränken können, so ist nicht gegeben, dass nicht auch die Ursache bekämpft wird und die Vaginalmykose dann nicht immer wieder auftritt.

Scheidenpilz-Anzeichen beruhen auf Ungleichgewicht der Scheidenflora

Ursache sind meist Pilze der Art Candida albicans, die in der natürlichen Scheidenflora vorkommen. Sie werden dort normalerweise von anderen, nützlichen Bakterien wie den Milchsäurebakterien (Laktobazillen) in Schach gehalten.

Gerät die Scheidenflora jedoch in eine Dysbalance und erhöht sich der pH-Wert des Scheidenmilieus – etwa durch die Einnahme von Antibiotika – vermehrt sich Candida albicans unkontrolliert. Das führt zu den typischen Symptomen einer Scheidenpilzinfektion.

Scheidenpilz – fünf bekannte Hausmittel und ob sie wirken

Vor allem wegen des starken Juckreizes versuchen betroffene Frauen dann, sich rasche Linderung zu verschaffen. Das soll mit bestimmten Hausmitteln funktionieren, etwa

  • probiotischem Joghurt als Auflage im Intimbereich oder mit einem Tampon, der in Joghurt getränkt wurde,
  • Spülungen mit Essigwasser,
  • Teebaumöl,
  • Sitzbädern mit Kräuterauszügen von Kamille, Ringelblüte, Eichenrinde oder
  • angeschnittenem Knoblauch, mit dem der äußere Intimbereich abgetupft wird.

Joghurt für die Scheidenflora?

In der Praxis haben sich diese Hausmittel jedoch alle nicht bewährt. Joghurt wäre dabei noch die beste Option. Seine Milchsäurebakterien unterstützen eine gesunde Scheidenflora. Doch Joghurt enthält viel zu wenig Milchsäure, um einen bereits bestehenden Scheidenpilz zu bekämpfen. Im besten Fall funktioniert das Joghurt-Tampon zur Vorbeugung von Scheidenpilz. Und zudem muss ansonsten auf Hygiene geachtet werden. Fremdkörper in der Vagina sind nie eine gute Idee und können nur noch mehr Probleme hervorrufen.

Essig und Teebaumöl reizen die Vagina

Essig soll das saure Milieu in der Scheide wiederherstellen. Doch auch verdünnt ist Essig viel zu aggressiv und kann die empfindliche Haut im Intimbereich reizen, was alles noch schlimmer macht.

Ähnlich sieht es mit Teebaumöl aus. Es ist zwar sonst ganz gut für die Haut und wirkt desinfizierend, ist aber zu aggressiv für die Genitalien. Außerdem sind Allergien möglich. Gleiches gilt für Knoblauch. In Laborversuchen zeigte sich zwar, dass er Candida abtötet. Lokal an der Scheide angewendet, wirkt er jedoch auch gegen nützliche Bakterien und reizt die Haut mit seinen ätherischen Ölen.

Diese Hausmittel können also die Scheidenpilzinfektion letztlich nicht heilen, sondern gegebenenfalls sogar schlimmer machen, weil sich auf gereizten Schleimhäuten die Pilze noch besser vermehren können.

Ebenso verzichten sollten Sie übrigens auf vermeintliches "vaginal cleansing" – so heißt es etwa, eine geschälte Salatgurke einzuführen, würde die Vagina reinigen. Das stimmt nicht und kann höchstens gefährlich werden. Zum Glück reinigt unsere Vagina sich nämlich sehr gut selbst. Auch auf aggressive Seifen oder Duschgele sollten Sie in diesem Bereich verzichten und besser nur mit Wasser oder zumindest nur mit einer speziellen Intimwaschlotion den äußeren Bereich waschen. Im Inneren des Körpers haben aber auch diese Waschlotionen nichts zu suchen!

Am besten: antimykotische Medikamente aus der Apotheke

Etwas anders verhält es sich mit Kräutersitzbädern, die zumindest die Symptome etwas angenehmer gestalten. Beseitigen können jedoch auch sie eine Scheidenpilzinfektion nicht, sondern wirken höchstens unterstützend. Diese Wirkung haben nur Antimykotika, also Salben und Vaginalzäpfchen, die Antipilzwirkstoffe enthalten. Die Mittel gegen Scheidenpilz gibt es rezeptfrei in der Apotheke – Sie sollten sie allerdings nur nach Rücksprache mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen anwenden, damit ausgeschlossen ist, dass keine andere Erkrankung im Geschlechtsbereich, etwa eine sexuell übertragbare Krankheit, dahintersteckt, die ähnliche Symptome hervorruft.

Mehr zum Thema Vagina lesen Sie auf unserer Themenseite.

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