08.09.2016

INFEKTION IM INTIMBEREICH Scheidenpilz – lindern Hausmittel die nervigen Symptome?

Starkes Jucken und mehr Ausfluss als sonst sind typische Symptome einer Scheidenpilzinfektion.

Foto: © iStock/grinvalds

Starkes Jucken und mehr Ausfluss als sonst sind typische Symptome einer Scheidenpilzinfektion.

Scheidenpilz ist extrem lästig. Rasche Hilfe, etwa mit Hausmitteln, ist gefragt. Doch manche verschlimmern die Beschwerden nur.

Die Symptome von Scheidenpilz, medizinisch Vaginalmykose, kennt fast jede Frau. Dazu zählen:

  • massiver Juckreiz im Genitalbereich

  • Brennen

  • weißer, krümeliger Ausfluss

Scheidenpilz-Anzeichen beruhen auf Ungleichgewicht der Scheidenflora

Ursache sind meist Pilze der Art Candida albicans, die in der natürlichen Scheidenflora vorkommen. Sie werden dort normalerweise von anderen, nützlichen Bakterien wie den Milchsäurebakterien (Laktobazillen) in Schach gehalten.

Gerät die Scheidenflora jedoch in eine Dysbalance und erhöht sich der pH-Wert des Scheidenmilieus – etwa durch die Einnahme von Antibiotika – vermehrt sich Candida albicans unkontrolliert. Das führt zu den typischen Symptomen einer Scheidenpilzinfektion.

Scheidenpilz – fünf bekannte Hausmittel und ob sie wirken

Vor allem wegen des starken Juckreizes versuchen betroffene Frauen dann, sich rasche Linderung zu verschaffen. Das soll mit bestimmten Hausmitteln funktionieren, etwa

  • probiotischem Joghurt als Auflage im Intimbereich oder mit einem Tampon, das in Joghurt getränkt wurde

  • Spülungen mit Essigwasser

  • Teebaumöl

  • Sitzbädern mit Kräuterauszügen von Kamille, Ringelblüte, Eichenrinde

  • angeschnittenem Knoblauch, mit dem der äußere Intimbereich abgetupft wird

Joghurt für die Scheidenflora?

In der Praxis haben sich diese Hausmittel jedoch alle nicht bewährt. Joghurt wäre dabei noch die beste Option. Seine Milchsäurebakterien unterstützen eine gesunde Scheidenflora. Doch Joghurt enthält viel zu wenig Milchsäure, um einen bereits bestehenden Scheidenpilz zu bekämpfen. Im besten Fall funktioniert das Joghurt-Tampon zur Vorbeugung von Scheidenpilz.

Essig und Teebaumöl reizen die Vagina

Essig soll das saure Milieu in der Scheide wiederherstellen. Doch auch verdünnt ist Essig viel zu aggressiv und kann die empfindliche Haut im Intimbereich reizen, was alles noch schlimmer macht.

Ähnlich sieht es mit Teebaumöl aus. Es wirkt zwar desinfizierend, ist aber zu aggressiv für die Genitalien. Außerdem sind Allergien möglich. Gleiches gilt für Knoblauch. In Laborversuchen zeigte sich zwar, dass er Candida abtötet. Lokal an der Scheide angewendet, wirkt er jedoch auch gegen nützliche Bakterien und reizt die Haut mit seinen ätherischen Ölen.

Diese Hausmittel können also die Scheidenpilzinfektion letztlich nicht heilen, sondern gegebenenfalls sogar schlimmer machen, weil sich auf gereizten Schleimhäuten die Pilze noch besser vermehren können.

Etwas anders verhält es sich mit Kräutersitzbädern. Beseitigen können jedoch auch sie eine Scheidenpilzinfektion nicht. Diese Wirkung haben nur Antimykotika, also Salben und Vaginalzäpfchen, die Antipilzwirkstoffe enthalten. Die Mittel gegen Scheidenpilz gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

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