02.09.2016

AUGENLEIDEN GLAUKOM UND KATARAKT Grüner und Grauer Star – hilft nur eine Operation?

Bei Grünem oder Grauem Star schwindet die Sehkraft.

Foto: ©iStock/KatarzynaBialasiewicz

Bei Grünem oder Grauem Star schwindet die Sehkraft.

Sie heißen zwar ähnlich, doch Grüner und Grauer Star sind ganz unterschiedliche Augenkrankheiten, die auch verschieden behandelt werden müssen.

Grüner und Grauer Star sind tückisch. Von der langsamen Sehverschlechterung merken die Betroffenen lange nichts. Beim Grünen Star, medizinisch Glaukom, wird das Sehfeld immer kleiner. Weil diese Entwicklung meist langsam voranschreitet und das andere Auge die Sehschwäche bis zu einem gewissen Maß ausgleicht, wird der Grüne Star oft erst spät entdeckt.

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Grauer Star: Sehkraft schwindet durch Linsentrübung

Beim Grauen Star (Katarakt) dagegen trübt sich die Augenlinse nach und nach ein. Grelle Farben werden nicht mehr in ihrer Intensität wahrgenommen. Später erscheint die Umwelt wie hinter einer Milchglasscheibe,die Sehstärke nimmt ab. Der Graue Star ist eine typische Alterserkrankung und bildet sich meist ab etwa 60 Jahren.

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Grüner und Grauer Star haben unterschiedliche Ursachen

Im Gegensatz dazu kann der Grüne Star schon jüngere Menschen treffen. Ursache ist ein erhöhter Augeninnendruck. Er entsteht, wenn sich Kammerwasser staut, das im Auge ständig gebildet wird und das Auge versorgt. Schuld daran ist meist, dass der Abflusskanal für das Kammerwasser nicht mehr richtig funktioniert.

Augeninnendruck senken beim Grünen Star!

Ist der Augeninnendruck dauerhaft zu hoch, schadet das dem Sehnerv und dem Augenhintergrund. Erblindung droht. Die einzige Behandlung, die das verhindern kann, besteht darin, den Augeninnendruck zu normalisieren. Das funktioniert meist mit speziellen Augentropfen, die den Ablauf des Kammerwassers aktivieren.

Die Augentropfen müssen täglich und über Jahre hinweg angewendet werden. Helfen sie nicht oder werden sie nicht vertragen, kann eine Laserbehandlung oder eine Augenoperation den Abflusskanal optimieren.

Grauer Star – so erfolgreich ist die Augenoperation

Ist die Linsentrübung beim Grauen Star vorangeschritten (der Star ist „reif“), lässt sich die Linse operativ entfernen und an ihre Stelle wird eine Kunstlinse eingesetzt. Die Staroperation erfolgt meist ambulant und gehört heute zu den Routine-Eingriffen am Auge. Auch bei hoch betagten Menschen gibt es kaum Komplikationen.

Weitere Formen: Schwarzer Star und weißer Star

Dabei ist Star ein Sammelbegriff für verschiedene Augenkrankheiten. Neben dem Grauen und dem Grünen Star gibt es:

  • Schwarzer Star, medizinisch Amaurose, war früher die Bezeichnung für absolute Blindheit infolge von Grauem oder Grünem Star, Makuladegeneration oder Retinopathie.
  • Der weiße Star oder Leukom beschreibt eine deutliche, weiße Narbe auf der Hornhaut, etwa nach einer Infektion oder durch ein Geschwür.

Das Wort Star im Zusammenhang mit Augenerkrankungen hat übrigens nichts mit dem Singvogel zu tun. Es kommt vom althochdeutschen Wort „star“ für starr, also starrer Blick, wie er für blinde Menschen typisch ist.

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