Aktualisiert: 25.09.2020 - 10:00

Glaukom und Katarakt Grüner und Grauer Star: Das ist der Unterschied

Bei Grünem Star helfen Augentropfen, die den Augeninnendruck senken. Bei Grauem Star müssen dagegen härtere Saiten aufgezogen werden. Wo genau die Unteschiede liegen.

Foto: iStock.com/AlexRaths

Bei Grünem Star helfen Augentropfen, die den Augeninnendruck senken. Bei Grauem Star müssen dagegen härtere Saiten aufgezogen werden. Wo genau die Unteschiede liegen.

Sie heißen zwar ähnlich, doch Grüner und Grauer Star sind zwei ganz unterschiedliche Augenkrankheiten, die auch verschieden behandelt werden müssen. In einem Fall ist sogar eine Operation notwendig.

Grüner Star und Grauer Star: ähnliche, klangvolle Namen, aber zwei ganz verschiedene Augenkrankheiten – doch beide sind tückisch. Von der langsamen Sehverschlechterung merken die Betroffenen in beiden Fällen lange nichts. Aber was sind die Unterschiede bei Grünem Star und Grauem Star?

Beim Grünen Star, medizinisch Glaukom, wird das Sehfeld immer kleiner. Weil diese Entwicklung meist langsam voranschreitet und das andere Auge die Sehschwäche bis zu einem gewissen Maß ausgleicht, wird der Grüne Star oft erst spät entdeckt. Beim Grauen Star, der auch Katarakt heißt, leiden Patienten hingegen unter einer fortschreitenden Trübung der Linse.

Grauer & Grüner Star - Das sind die wichtigsten Unterschiede
Grauer & Grüner Star - Das sind die wichtigsten Unterschiede

Grüner und Grauer Star haben unterschiedliche Ursachen

Während sich die Augenlinse beim Grauen Star nach und nach eintrübt, schwindet auch die Sehintensität. Grelle Farben werden etwa immer blasser wahrgenommen. Später erscheint die Umwelt wie hinter einer Milchglasscheibe,die Sehstärke nimmt ab. Der Graue Star ist eine typische Alterserkrankung und bildet sich meist ab etwa 60 Jahren.

Im Gegensatz dazu kann der Grüne Star schon jüngere Menschen treffen. Ursache ist meist ein erhöhter Augeninnendruck. Er entsteht, wenn sich Kammerwasser staut, das im Auge ständig gebildet wird und das Auge versorgt. Schuld daran ist meist, dass der Abflusskanal für das Kammerwasser nicht mehr richtig funktioniert. Manchmal entwickelt sich ein Glaukom aber auch, wenn die Seh- und Nervenzellen im Auge nicht mehr gut genug durchblutet werden, etwa als Folge von Diabetes oder Bluthochdruck.

Auch, wenn die Krankheit schleichend voranschreitet, gibt es doch gewisse Symptome des Grünen Stars, die Sie ernst nehmen sollten. Vor allem bei blinden Flecken oder auffälligen Einschränkungen im Sehfeld sollten Sie aufmerksam werden. Das kann im Alltag nämlich schnell gefährlich werden – wer an einem Glaukom leidet, nimmt mit der Zeit nur noch das wahr, auf das der Blick fixiert ist – nicht mehr das, was "im Augenwinkel" passiert.

Flecken im Sehfeld können aber auch auf sogenannte Glaskörperflocken, sozusagen fusselähnliche Erscheinungen, zurückzuführen sein. Ein Abklären mit dem Augenarzt kann hier helfen.

Augeninnendruck senken beim Grünen Star!

Ist der Augeninnendruck dauerhaft zu hoch, schadet das dem Sehnerv und dem Augenhintergrund. Erblindung droht. Die einzige Behandlung, die das verhindern kann, besteht darin, den Augeninnendruck zu normalisieren. Das funktioniert meist mit speziellen Augentropfen, die den Ablauf des Kammerwassers aktivieren.

Die Augentropfen müssen täglich und über Jahre hinweg angewendet werden. Helfen sie nicht oder werden sie nicht vertragen, kann eine Laserbehandlung oder eine Augenoperation den Abflusskanal optimieren.

Grauer Star – so erfolgreich ist die Augenoperation

Beim Grauen Star führt früher oder später kein Weg an der Operation vorbei, soll die Sehkraft wiederhergestellt werden. Ist die Linsentrübung beim Grauen Star vorangeschritten (der Star ist "reif"), lässt sich die Linse operativ entfernen und an ihre Stelle wird eine Kunstlinse eingesetzt. Die Staroperation erfolgt meist ambulant und gehört heute zu den Routine-Eingriffen am Auge. Auch bei hoch betagten Menschen gibt es kaum Komplikationen.Was bei der Operation eines Grauen Stars passiert, lesen Sie hier.

Weitere Formen: Schwarzer Star und weißer Star

Star ist übrigens ein Sammelbegriff für verschiedene Augenkrankheiten. Neben dem Grauen und dem Grünen Star gibt es noch zwei weitere:

  • Schwarzer Star, medizinisch Amaurose, war früher die Bezeichnung für absolute Blindheit infolge von Grauem oder Grünem Star, Makuladegeneration oder Retinopathie.
  • Der weiße Star oder Leukom beschreibt eine deutliche, weiße Narbe auf der Hornhaut, etwa nach einer Infektion oder durch ein Geschwür.

Das Wort Star im Zusammenhang mit Augenerkrankungen hat übrigens nichts mit dem Singvogel zu tun. Es kommt vom althochdeutschen Wort "star" für starr, also dem starren Blick, wie er für blinde Menschen typisch ist.

Weitere hilfreiche Infos zu Augenkrankheiten finden Sie auf unserer Themenseite.

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