19.11.2018

Stiller Killer Hypertonie Bluthochdruck – Symptome erkennen, zu hohen Blutdruck senken

Bluthochdruck-Symptome sind oft unspezifisch, oft sind sie nicht spürbar. Genau das macht die Hypertonie so gefährlich.

Foto: © iStock/Izabela Habur

Bluthochdruck-Symptome sind oft unspezifisch, oft sind sie nicht spürbar. Genau das macht die Hypertonie so gefährlich.

Wer seine Blutdruckwerte nicht regelmäßig kontrolliert, merkt oft nicht, wenn er gefährlichen Bluthochdruck hat. Auf was Sie achten sollten...

Millionen Deutsche haben Bluthochdruck (Hypertonie), ohne davon zu wissen. Dabei ist unbehandelter Bluthochdruck mit einem hohen Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt verbunden. Auch ein Aneurysma kann sich dadurch bilden oder Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) – wenn nicht der zu hohe Blutdruck dauerhaft gesenkt wird. Das Fatale aber: Die Erkrankung wird oft sehr spät erst entdeckt, denn Bluthochdruck-Symptome sind oft unspezifisch und treten manchmal erst nach einiger Zeit auf.

Bluthochdruck: An diese Symptome sollten Sie denken

Anders als viele Krankheiten tut Bluthochdruck nicht weh und führt zu Beginn zu keinen spürbaren Veränderungen. Allerdings gibt es Anzeichen, bei denen man sicher nicht gleich an Bluthochdruck denkt, die jedoch Symptome der Hypertonie sein können:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Unruhe sowie das Gefühl, schnell "auf 180" zu sein
  • häufiges Nasenbluten
  • manchmal ein geplatztes Äderchen im Auge
  • Ohrgeräusche
  • Potenzprobleme
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Herzklopfen
  • Herzrhythmusstörungen (Herzstolpern)

Oft ist es aber auch so, dass man sich erst einmal quicklebendig fühlt, wenn der Blutdruck etwas erhöht ist. Erst mit der Zeit kommen oben genannte Bluthochdruck-Symptome auf.

Blutdruck senken bei Werten über 140 zu 90

Diese Symptome sollten am besten mit einem Arzt besprochen werden. Ob Bluthochdruck vorliegt, lässt sich aber auch selbst feststellen: Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, etwa in der Apotheke oder mit einem selbst gekauften Blutdruckmessgerät – aber auch nicht zu oft. Wie Sie Ihren Blutdruck richtig messen, erfahren Sie bei uns. Sollten Sie hohen Blutdruck bei sich messen, ist die Rücksprache mit einem Arzt dennoch Pflicht.

Blutdruck richtig messen

Blutdruck richtig messen

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Wenn die Blutdruck-Werte auch nur manchmal über 140 zu 90 mmHg liegen, sollten Sie zum Arzt gehen. Mittlerweile gelten auch schon Werte ab 130 zu 85 mmHg als hoch, auch dann sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Mit Medikamenten und einer Änderung der Lebensweise lässt sich zu hoher Blutdruck meist senken.

Übrigens steht Hypertonie ganz oben unter den Krankheiten, die Ärzte häufig in Deutschland diagnostizieren:

Bluthochdruck – Ursachen, auf die Sie selbst Einfluss haben

Oft entsteht Bluthochdruck durch persönliche Lebensstilfaktoren. Zu diesen Ursachen gehören:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • hoher Alkoholkonsum

Auch zu viel Salz kann ein Risikofaktor sein. Salz ist zwar lebenswichtig, mehr als sechs Gramm pro Tag könne jedoch den Blutdruck erhöhen, warnt die Deutsche Hochdruckliga in einer Pressemitteilung.

Daneben spielt Stress als Ursache von Bluthochdruck eine wesentlich höhere Rolle als bisher angenommen, wie eine Studie nahelegt. Demnach haben Menschen, die schlecht mit Stress im Beruf umgehen können, ein um 40 Prozent höheres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln.

Bluthochdruck nicht nur mit Medikamenten senken

In der Regel wird der Arzt gegen Bluthochdruck und seine Symptome Medikamente verschreiben, wenn die Hypertonie so stark ist, dass sie nur mit einer Lebensstiländerung nicht bekämpfbar ist. Eingesetzt werden etwa:

  • Diuretika,
  • Betablocker,
  • Calciumantagonisten,
  • ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer)
  • AT1-Antagonisten (Angiotensinrezeptorblocker)

Sie werden als Einzelsubstanz, häufiger jedoch in Kombination eingenommen, zum Beispiel ein Diuretikum mit einem ACE-Hemmer.

Sartane, die zu den AT1-Antagonisten gehören, stehen zurzeit allerdings unter Beobachtung und Kritik, da es immer wieder zu Rückrufaktionen von Valsartan-haltigen blutdrucksenkenden Medikamenten kommt – aufgrund von möglicherweise krebserregenden Verunreinigungen. Und kürzlich will eine Studie herausgefunden haben, dass ACE-Hemmer Lungenkrebs begünstigen – Kardiologen sind da jedoch skeptisch und raten streng davon ab, Bluthochdruck-Medikamente einfach so abzusetzen. Die Folgen des hohen Blutdrucks können weitaus schlimmer sein als das Lungenkrebs-Risiko. Hier muss individuell abgewogen werden, weshalb auch hier die Rücksprache mit dem Arzt dringend erforderlich ist.

Die Probleme, die durch hohen Blutdruck auftreten können, sind nämlich oft schneller erreicht, als sich Krebs überhaupt entwickeln kann. Unbehandelt steigt die Gefahr für Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen nämlich rapide, und wie erwähnt, werden auch Aneurysmen dadurch wahrscheinlicher.

Sie können viel selbst dafür tun, den Blutdruck zu senken und die Bluthochdruck-Symptome loszuwerden. Reduzieren Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren. Das bedeutet: Sport treiben, Übergewicht abbauen, den Alkoholkonsum einschränken, nicht nachsalzen und am besten auch mit dem Rauchen aufhören.

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