23.08.2016

Vorsicht Zecken! Zeckengefahr im Garten: Schützen Sie sich vor Krankheiten

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Der feuchtwarme Sommer schafft ideale Bedingungen für Zecken. Gerade jetzt sind sie besonders aktiv.

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Der feuchtwarme Sommer schafft ideale Bedingungen für Zecken. Gerade jetzt sind sie besonders aktiv.

Sie sind winzig klein, die Stiche selbst sind harmlos und doch gelten Zecken als sehr gefährlich. Denn sie können tödliche Krankheiten übertragen.

Zecken lieben feuchtwarmes Wetter und sind daher im Moment besonders aktiv. Die Hauptsaison der blutsaugenden Insekten ist zwar etwa von Ende März bis Anfang August, doch die zweite Hochphase beginnt im September und endet Ende November. Gerade die nasskalten Regenschauer der letzten Wochen sorgten für ein ideales Klima für die Spinnentiere aus dem Reich der Milben. Zecken treiben sich sehr gern auf Gräsern, Farnen oder losem Laub im Wald herum und erspähen sie ihr potentielles Opfer, krallen sie sich an Hosen, Schuhen oder direkt an der Haut fest.

Die weit verbreitete Ansicht, dass Zecken sich von Bäumen herab fallen lassen, gehört dagegen ins Reich der Legenden. Zecken sind sehr robust: Sie mögen Regenschauer, feuchtes Gras, Buschwerk und Wald, aber auch dichtes Fell und verschwitzte Haut. Sie überleben auch mühelos eine 40-Grad-Wäsche. Ihr größter Feind aber ist die Hitze.

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Das macht Zecken so gefährlich

Es gibt weit über 900 Zeckenarten und alle sind extrem gute Überträger von Parasiten, Keimen und Viren, denn nur eine einzelne Zecke kann mehr als 50 verschiedene Krankheiten übertragen. Die bekanntesten Krankheiten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose-Bakterien aus dem Darm der Spinnentiere. Die FSME-Erreger werden sofort nach dem Stich der Zecke in die Wunde übertragen, Borreliose-Erreger erst nach 12 bis 14 Stunden. Dennoch ist beides sehr gefährlich.

Borreliose und FSME wird durch Zecken übertragen

Bei der Borreliose verbreiten sich die Bakterien zunächst über die Haut und schließlich im ganzen Organismus. Sie zerstören Gewebe und greifen Nerven an. Typische Symptome sind: Rötungen und Entzündungen der Haut, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, Taubheit und Lähmungen.

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Der FSME-Virus löst dagegen nicht immer Symptome aus. Im Gegenteil, die meisten spüren gar nichts von der Infektion. Die restlichen 70 Prozent der Betroffenen leiden zunächst unter meist grippeähnlichen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber mit oft sehr hohen Temperaturen. Es kann zu Entzündungen im Gehirn und an den Hirnhäuten kommen, in manchen Fällen ist auch das Rückenmark betroffen. Bei bis zu zwei Prozent der Fälle kann der Krankheitsverlauf sogar tödlich sein.

Wie kann man sich schützen?

Während es keinen Impfschutz gegen Borreliose gibt, kann man sich gegen FSME jederzeit impfen lassen. Danach ist man fünf Jahre gegen den Erreger immun. Auch eine Überprüfung der Tetanusimpfung empfiehlt sich, diese hält zehn Jahre. Einen hundertprozentigen Schutz gegen Zeckenbisse gibt es sonst nicht. Mückensprays können helfen - allerdings nur zu etwa 80 Prozent. Die sicherste Methode ist das Tragen langer Kleidung und nach einem langen Wald- und Wiesenspaziergang empfiehlt es sich, den Körper und die Kleider nach kleinen, schwarzen Pünktchen gewissenhaft abzusuchen.

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Wie wird man Zecken wieder los?

Hat eine Zecke erst einmal zugeschlagen, sollte man so schnell wie möglich dafür sorgen, sie wieder los zu werden. Denn je länger das Tierchen saugt, desto höher wird das Risiko für die übertragbaren Krankheiten. Sie sollten möglichst langsam und kontinuierlich den Holzbock mit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange aus der Haut ziehen. Dabei die Zecke möglichst nicht quetschen und dicht über der Haut packen und anschließend die Einstichstelle desinfizieren. Nicht herausdrehen, denn dann besteht die Gefahr, dass der Kopf vom Körper abgerissen wird.

Vermeiden Sie Nagellackentferner, Klebstoff, Alkohol oder ähnliche Substanzen. Dadurch wird die Zecke nur gereizt und das kann zur Abgabe von Erregern in die Wunde und damit zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr führen. Beobachten Sie die Stelle einige Tage, falls das Tier nicht vollständig erwischt wurde, entzündet sich die Hautregion und wird rot, schmerzt oder juckt. Dann müssen Sie unbedingt zum Arzt gehen!

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