13.08.2016

SICCA-SYNDROM Trockene Augen – welche Augentropfen sind sinnvoll?

Bildschirmarbeit kann schnell zu trockenen Augen führen.

Foto: ©iStock/Martin Novak

Bildschirmarbeit kann schnell zu trockenen Augen führen.

Wenn die Augen zu trocken sind, können Tropfen den Tränenfilm verbessern. Dabei sollten Sie jedoch auf die Inhaltsstoffe achten.

Trockene Augen verursachen viele Symptome: Sie brennen, jucken, werden rot und oft fühlt es sich an, als würde ein Sandkorn am Auge reiben. Manchmal betrifft die Trockenheit auch die Augenlider, die dann vor allem morgens geschwollen sein können.

Trockenes Auge beruht auf gestörtem Tränenfilm

Ursache für das trockene Auge, medizinisch Keratoconjunctivitis sicca oder Sicca-Syndrom, ist ein gestörter Tränenfilm. Die wichtigsten Auslöser dafür:

  • Es wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet, bei Frauen etwa durch den Hormonmangel in den Wechseljahren.
  • Der Mangel an Tränenflüssigkeit kann jedoch auch die Nebenwirkung verschiedener Medikamente sein, zum Beispiel von Antihistaminika (Arzneimitteln gegen Allergien), Betablockern oder manchen Antidepressiva.
  • Es kommt zu einer schlechten Haftung oder vermehrten Verdunstung des Tränenfilms (Hyperevaporation), etwa bei einer leichten Lidrandentzündung.
  • Angestrengtes Arbeiten am Monitor mit starrem Blick kann den Tränenfilm zusätzlich beeinträchtigen und damit das Risiko für trockene Augen erhöhen.
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Darum ist der Tränenfilm so wichtig

Der Tränenfilm schützt die Augenoberfläche und sorgt dafür, dass sie mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Er besteht aus drei Komponenten:

  1. wässrige Schicht aus Wasser plus Salz
  2. Muzinschicht aus schleimigen Sekret
  3. Fettschicht aus öligem Sekret

Ist zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden, kann der Tränenfilm reißen. Auf Dauer schadet das der Bindehaut und sogar der Hornhaut.

Augentropfen als Tränenersatz

Die einfachste Lösung wäre also, den Tränenfilm mit Augentropfen wieder zu stabilisieren. Doch nicht alle Augentropfen eignen sich als künstliche Tränen. So sind etwa gefäßverengende Augentropfen, die rote Augen wieder weiß machen, bei trockenen Augen eher ungünstig.

Tränenersatz- und Befeuchtungsmittel bei trockenen Augen sollten dagegen einen oder mehrere der folgenden Wirkstoffe enthalten:

  • Hyaluronsäure
  • Dexpanthenol
  • Polyvinylalkohole
  • Polyvidone
  • Cellulose-Derivate
  • Carbomere

Vor allem die natürliche, körpereigene Hyaluronsäure hat sich bei trockenen Augen bewährt: Sie befeuchtet die Augen und haftet gut an der Oberfläche des Augapfels. Außerdem wichtig: Konservierungsmittel, Phosphate und Emulgatoren in den Tropfen können die empfindliche Augenoberfläche reizen. Es gibt jedoch eine Reihe von Produkten, die frei von diesen Zusatzstoffen sind.

Die meisten Tränenersatz- und Befeuchtungsmittel sind zwar rezeptfrei erhältlich. Trotzdem sollten Sie, wenn Sie vermuten, dass Sie trockene Augen haben, zuerst den Augenarzt befragen. Er kann mit einfachen Untersuchungen feststellen, wie ausgeprägt das Sicca-Syndrom ist und welche Bestandteile des Tränenfilms vor allem fehlen. Dementsprechend lassen sich gezielt Augentropfen auswählen, die den Tränenfilm wieder aufbauen und stabilisieren.

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