05.08.2016

Das sind die Anzeichen Herzmuskelentzündungen werden bei Kindern oft übersehen

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Nächtliches Schwitzen, Fieber und Abgeschlagenheit sind nur einige Symptome für Herzmuskelentzündungen.

Foto: iStock

Nächtliches Schwitzen, Fieber und Abgeschlagenheit sind nur einige Symptome für Herzmuskelentzündungen.

Nicht erkannt, ist eine Herzmuskelentzündung lebensgefährlich. Lesen Sie hier, auf welche Symptome Eltern nach einem Infekt achten sollten.

Wenn ein Kind nach einem Infekt noch nicht sofort wieder fit ist, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen. Dennoch ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Krankheit gut ausheilt, denn bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Virusinfektionen wird auch der Herzmuskel angegriffen.

Was sind die Auslöser einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis)?

Eine Herzmuskelentzündung entsteht, wenn bei einem Virusinfekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts die Viren auch in den Herzmuskel eindringen. Bei den Viren kommen sehr viele verschiedene Typen in Frage. Es gibt allerdings auch Viren, die eine besondere Affinität zum Herzmuskel aufweisen (wie beispielsweise. Coxsackie A,B-Viren, Echoviren, Parvoviren). Andere Ursachen, wie Autoimmunerkrankungen oder rheumatisches Fieber nach einem Streptokokken-Infekt sind dagegen eher selten.

>> Herzmuskelentzündung – diese elf Symptome ernst nehmen!

Kinderkardiologe Prof. Herbert E. Ulmer von der Deutschen Herzstiftung: "Es ist davon auszugehen, dass bis zum 15. Lebensjahr bei etwa zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen eine Myokarditis abgelaufen ist."

Wie kann man die Symptome erkennen?

Die Symptome sind sehr verschieden, sie reichen von leichten grippalen Beschwerden bis hin zur Magen-Darm-Verstimmung. In manchen Fällen treten aber auch gar keine Beschwerden auf. In 80 bis 90 Prozent der Fälle verläuft eine Herzmuskelentzündung jedoch mild und wird oft gar nicht bemerkt. Diese subklinische Myokarditis heilt auch ohne Behandlung meist komplett aus.

Allerdings erkranken in Deutschland jährlich rund 3.500 Kinder und Jugendliche so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei solch heftigen und mitunter lebensbedrohlichen Verläufen kann es zu Herzschwäche, Atemnot und Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod kommen. Daher ist es wichtig, eine Herzmuskelentzündung rechtzeitig zu diagnostizieren und zu erkennen.

Auf diese Warnsignale müssen Sie als Eltern achten

Bei leichten Herzmuskelentzündungen steigt die Herzfrequenz, bzw. der Puls und bei körperlicher Belastung bleibt sie länger oben. Die Belastbarkeit des Kindes sinkt. Bei der rheumatischen (Streptokokken-indiziert) Myokarditis sind typische Gelenkbeschwerden vorhanden - meist Knieschwellung, Schmerz und Wärme ums Gelenk. Wenden Sie sich am besten an Ihren Kinderarzt oder einen Kinderkardiologen. Mit einem Herzultraschall und Labor-Untersuchungen kann eine Myokarditis mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Therapie: Sport ist tabu

Für die Therapie ist vor allem eines wichtig: maximale Schonung. Denn gefährlich ist eine Herzmuskelentzündung vor allen Dingen deshalb, weil sie chronisch werden kann. Es kann zur Narbenbildung und in der Folge zu Herzrhythmusstörungen kommen. Daher sollten betroffene Kinder während der akuten Erkrankung im Bett bleiben und auch nach einer überstandenen Myokarditis mindestens sechs Wochen lang auf Sport und schwere körperliche Belastungen verzichten.

Tipp: Der Ratgeber „Herzmuskelentzündung (Myokarditis) – eine oft unterschätzte Erkrankung des Herzens“ kann kostenfrei telefonisch unter 069 955128400 und per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de bei der Herzstiftung angefordert werden.

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